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Melissenblätter

Arzneibuchbezeichnung
Melissae folium
Botanischer Name
Melissa officinalis L.
Englischer Name
Melissa leaf
Anwendungsbereich nach EMA
Sleep disorders and temporary insomnia; Mental stress and mood disorders; Gastrointestinal disorders
Bearbeitungsstand bei der EMA
C: ongoing call for scientific data

Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung das?

Diese Droge steht nicht in Anlage I zur Arzneimittel-Richtlinie. Die Anlage zählt nach § 12 Absatz 10 der Arzneimittel-Richtlinie abschließend auf, welche nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden können. Geprüft am 13.09.2026 gegen die Fassung vom 09.05.2025.

Grundlage ist § 34 Absatz 1 Satz 1 SGB V: Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind von der Versorgung ausgeschlossen. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gilt dieser Ausschluss nicht. Den Wortlaut der Vorschriften und die Stände führt die Seite Phytotherapie.

Anwendungsgebiete der EU-Pflanzenmonographie

Im Wortlaut und unübersetzt. Die Monographie ist englisch; eine Übersetzung wäre eine eigene Aussage ohne eigene Fundstelle.

Traditionelle Anwendung

Registrierung nach Artikel 16d der Richtlinie 2001/83/EG. Sie beruht auf langjähriger Anwendung; die Monographie sagt dazu selbst „exclusively based upon long-standing use“.

Traditional herbal medicinal product for relief of mild symptoms of mental stress and to aid sleep.

EU-Pflanzenmonographie EMA/HMPC/196745/2012, erhoben am 12.09.2026.

Quelle

EU-Pflanzenmonographie zu Melissae folium (EMA/HMPC/196745/2012), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA

Traditional herbal medicinal product for symptomatic treatment of mild gastrointestinal complaints including bloating and flatulence.

EU-Pflanzenmonographie EMA/HMPC/196745/2012, erhoben am 12.09.2026.

Quelle

EU-Pflanzenmonographie zu Melissae folium (EMA/HMPC/196745/2012), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA

In Deutschland: zwei Listen des BfArM

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte führt zwei Listen, in denen eine Arzneidroge vorkommen kann. Sie sind verschieden alt und sagen Verschiedenes: Die Standardzulassungen gelten heute, die Liste der Kommission E ist ein älteres Verzeichnis. Welchen Stand eine Liste hat, steht unter jeder Zeile.

Standardzulassung

Eine Standardzulassung stellt ein Fertigarzneimittel nach § 36 des Arzneimittelgesetzes von der Pflicht zur eigenen Zulassung frei. Sie beruht auf einer Monografie, die das Bundesministerium für Gesundheit in Kraft setzt (Erläuterung des BfArM).

Kommission E

Die Kommission E bringt den Sachverstand der pflanzlichen Arzneimittel in die Arbeit des BfArM ein (Erläuterung des BfArM). Ihre Liste nennt, welche Monographie im Bundesanzeiger erschienen ist, und kennzeichnet einen Teil davon als Negativ-Monographie. Was in einer Monographie steht, sagt die Liste nicht, und dieses Register gibt es deshalb auch nicht wieder.

„Melissae folium / Melissenblaetter“, ASK-Nummer 01125. Veröffentlicht: BAnz. Nr.228 vom 05.12.1984. Berichtigt: BAnz. Nr. 50 vom 13.03.1990.

Erhoben am 13.09.2026.

Quelle

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Liste der Monographien der E-Kommission (Phyto-Therapie), die im Bundesanzeiger veröffentlicht sind, Stand 31.07.1994, interne Korrekturen berücksichtigt bis 11.01.2002 (PDF)

Was die Studienlage sagt

Kardiometabolische Zielgrößen (Blutfette, Blutdruck, Blutzucker, Entzündungswerte), Melisse (Melissa officinalis) zum Einnehmen

systematische Übersicht, erhoben am 14.09.2026.

ErgebnisSieben randomisierte kontrollierte Studien (die Teilnehmendenzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht). Die Einnahme von Melissa officinalis war mit einem niedrigeren Gesamtcholesterin (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,26; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,52 bis -0,01; sechs Studien) und einem niedrigeren systolischen Blutdruck (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,56; -0,85 bis -0,27; drei Studien) verbunden, nicht aber mit statistisch signifikanten Änderungen von Triglyceriden, LDL, diastolischem Blutdruck, hochsensitivem C-reaktivem Protein, Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulin oder HDL. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet; das Verzerrungsrisiko war in einem beträchtlichen Teil der Studien hoch. Ihr Schluss: Die Übersicht lege nahe, dass Melissa officinalis ein sicheres Ergänzungsmittel mit günstigen Wirkungen auf Gesamtcholesterin und systolischen Blutdruck sei; die Befunde müssten jedoch im Licht großer Einschränkungen wie der geringen Zahl eingeschlossener Studien und eines ernsten Verzerrungsrisikos gesehen werden, und für feste Schlüsse zu den Wirkungen auf kardiometabolische Zielgrößen seien hochwertige randomisierte Studien nötig.
Quelle

Heshmati J, Morvaridzadeh M, Sepidarkish M, Fazelian S et al.: Effects of Melissa officinalis (Lemon Balm) on cardio-metabolic outcomes: A systematic review and meta-analysis. Phytotherapy Research 34(12):3113-3123, Dezember 2020

Serumlipide (Gesamtcholesterin, Triglyceride, LDL, HDL) bei Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Erkrankungen und metabolischen Syndromen, Melisse (Melissa officinalis) zum Einnehmen

systematische Übersicht, erhoben am 14.09.2026.

ErgebnisFünf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 302 Patientinnen und Patienten. Der Verzehr von Melisse senkte gegenüber Placebo Triglyceride (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,396; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,620 bis -0,173), Gesamtcholesterin (-0,416; -0,641 bis -0,192) und LDL (-0,23; -0,45 bis -0,008) signifikant, ohne statistisch signifikanten Effekt auf HDL (0,336; -0,091 bis 0,767); eine Publikationsverzerrung war nicht nachweisbar. Ihr Schluss: Die Befunde lieferten Belege dafür, dass Melisse als sicheres und nützliches pflanzliches Arzneimittel zur Senkung von Gesamtcholesterin, Triglyceriden und LDL gegeben werden könne; nach den gepoolten Ergebnissen von fünf Studien mit 302 Patientinnen und Patienten habe die Einnahme keinen signifikanten Effekt auf HDL gehabt. Die Arbeit bestärke die Auffassung, dass Melisse als mögliches Mittel bei Dyslipidämie einen erheblichen Einfluss auf das Serumlipidprofil haben könne; Hauptbedenken seien die begrenzte Zahl geeigneter Studien und die relativ kleinen Populationen der einzelnen Studien, deren Patientinnen und Patienten verschiedene Erkrankungen und metabolische Syndrome hatten; die Meta-Analyse sei jedoch ausreichend stark gewesen, um die beträchtlichen Effekte in der zusammengefassten Population unabhängig von der Erkrankung zu erkennen.
Quelle

Shahsavari K, Shams Ardekani MR, Khanavi M, Jamialahmadi T et al.: Effects of Melissa officinalis (lemon balm) consumption on serum lipid profile: a meta-analysis of randomized controlled trials. BMC Complementary Medicine and Therapies 24(1):146, April 2024

Im Register

Stammdaten erhoben am 13.09.2026 aus dem amtlichen Bestand der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

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