Naturkompass

Evidenzübersicht

Stand: 07.08.2026

Was die fünf Stufen bedeuten und was jede von ihnen belegen muss

Akute Atemwegsinfektionen bei Kindern, individualisierte Homöopathie

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Klassische Homöopathiesystematische Übersicht
Die Übersicht unterscheidet ausdrücklich zwischen individualisierter und nicht individualisierter Homöopathie. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Zusammenfassung von fünf Präventions- und sechs Behandlungsstudien habe keinen durchgängigen Vorteil homöopathischer Arzneimittel gegenüber Placebo auf Wiederauftreten oder Heilungsraten bei Kindern gezeigt. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde für die meisten Endpunkte als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Sie fanden keine Belege, die die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bei akuten Atemwegsinfektionen von Kindern stützen; unerwünschte Ereignisse seien schlecht berichtet worden.

Akute Atemwegsinfektionen bei Kindern, nicht individualisierte Homöopathie

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Homöopathische Komplexmittelsystematische Übersicht
Die Übersicht führt den Vergleich „nicht individualisierte Homöopathie gegen Placebo oder übliche Versorgung" getrennt. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Zusammenfassung von fünf Präventions- und sechs Behandlungsstudien habe keinen durchgängigen Vorteil homöopathischer Arzneimittel gegenüber Placebo gezeigt, und sie fanden keine Belege, die die Wirksamkeit bei akuten Atemwegsinfektionen von Kindern stützen. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde für die meisten Endpunkte als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

Chronische Schmerzen bei Arthrose peripherer Gelenke, darunter Gonarthrose

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Akupunktursystematische Übersicht
Die Autorinnen und Autoren berichten, scheinkontrollierte Studien zeigten statistisch signifikante Vorteile; diese seien jedoch klein, erreichten die vorab festgelegte Schwelle klinischer Bedeutsamkeit nicht und beruhten wahrscheinlich zumindest teilweise auf Placeboeffekten durch unvollständige Verblindung. Studien mit Warteliste als Vergleich legten statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Vorteile nahe, von denen vieles auf Erwartungs- oder Placeboeffekten beruhen könne.

Chronischer Kreuzschmerz

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Bewegungstherapiesystematische Übersicht
Die Autorinnen und Autoren fanden Belege moderater Vertrauenswürdigkeit dafür, dass Bewegungstherapie beim chronischen Kreuzschmerz gegenüber keiner Behandlung, üblicher Versorgung oder Placebo wahrscheinlich schmerzwirksam ist. Für funktionelle Einschränkungen war der beobachtete Effekt klein und erreichte die Schwelle des kleinsten klinisch bedeutsamen Unterschieds nicht. Gegenüber anderen konservativen Behandlungen waren die Effekte ebenfalls klein.

Chronischer unspezifischer Kreuzschmerz

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Akupunktursystematische Übersicht
33 Studien mit 8270 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Akupunktur spiele unmittelbar nach der Behandlung gegenüber einer Scheinbehandlung möglicherweise keine klinisch bedeutsame Rolle bei der Schmerzlinderung und verbessere die Rückenfunktion im Vergleich zur Scheinbehandlung möglicherweise nicht; gegenüber keiner Behandlung sei sie bei Schmerz und Funktion wirksamer gewesen. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde als moderat bis sehr niedrig eingestuft. Ihr Schluss: Die Entscheidung für Akupunktur könne von Verfügbarkeit, Kosten und den Vorlieben der Patientin oder des Patienten abhängen.

Demenz und kognitive Beeinträchtigung, Ginkgo-biloba-Blätter-Extrakt

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Phytotherapiesystematische Übersicht
Die Autorinnen und Autoren schreiben, bei Menschen mit Demenz könne es nach sechs Monaten kleine bis mittlere Vorteile für den klinischen Gesamteindruck, die Kognition und die Alltagsaktivitäten geben. Bei leichter kognitiver Störung habe Ginkgo nach sechs Monaten wahrscheinlich wenig oder keinen Effekt auf diese drei Größen. Bei Menschen mit kognitiven Beschwerden sei unklar, ob sich der klinische Gesamteindruck nach sechs Monaten bessert; nach drei Monaten könne ein erhöhtes Risiko unerwünschter Ereignisse bestehen. Diese Übersicht bewertet den Wirkstoff, nicht die Erstattungsfähigkeit.

Maligne Tumoren, begleitend zur onkologischen Behandlung

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Misteltherapiesystematische Übersicht
Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege aus randomisierten Studien für die Auffassung, die Anwendung von Mistelextrakten wirke sich auf das Überleben aus oder verbessere die Fähigkeit, den Krebs zu bekämpfen oder Krebsbehandlungen durchzustehen, seien schwach. Es gebe einige Hinweise darauf, dass Mistelextrakte während einer Chemotherapie bei Brustkrebs Vorteile für Maße der Lebensqualität bieten könnten; diese Ergebnisse müssten repliziert werden. Insgesamt sei mehr hochwertige, unabhängige klinische Forschung nötig. Der Stand dieser Übersicht ist der 16.04.2008.

Phenylketonurie, eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung

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Ernährungstherapiesystematische Übersicht
Die Autorinnen und Autoren berichten, nicht randomisierte Studien kämen zu dem Schluss, eine phenylalaninarme Diät senke den Phenylalaninspiegel im Blut und verbessere Intelligenzquotient und neuropsychologische Ergebnisse. Randomisierte Studien, die eine solche Diät ab der Diagnose gegen keine Diät prüfen, fanden sie nicht; eine solche Studie wäre angesichts der vorliegenden Belege unethisch. Sie empfehlen, mit der Diät zum Zeitpunkt der Diagnose zu beginnen. Über das genaue Maß der Beschränkung und einen möglichen späteren Verzicht besteht Unsicherheit.

Verschiedene Indikationen, therapiebegleitend

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HeileurythmieEinzelstudien
Die systematische Literaturübersicht fand elf Studien: zwei einarmige unkontrollierte Pilotstudien, zwei Veröffentlichungen zu derselben nicht randomisierten kontrollierten Studie, eine Fallstudie und sechs weitere Arbeiten, die sich auf eine prospektive Kohortenstudie beziehen. Die Autorinnen und Autoren berichten, die meisten dieser Studien beschrieben positive Behandlungseffekte unterschiedlicher Größe, die Studien seien nach Indikation, Altersgruppe, Studiendesign und Endpunkt heterogen und die methodische Qualität schwanke beträchtlich; seit der ersten Übersicht von 2008 habe es keine klaren Verbesserungen gegeben. Ihr Schluss: Eurythmie scheine eine nützliche Ergänzung in einem therapeutischen Zusammenhang zu sein, mehr methodisch belastbare Studien seien nötig, um diesen Eindruck zu untermauern. Die Stufe steht deshalb auf „Einzelstudien" und nicht auf „systematische Übersicht": Die Übersicht selbst ist systematisch, die Studien darunter sind es überwiegend nicht.