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Rosskastaniensamen

Arzneibuchbezeichnung
Hippocastani semen
Botanischer Name
Aesculus hippocastanum L.
Englischer Name
Horse-Chestnut Seed
Anwendungsbereich nach EMA
Circulatory disorders
Bearbeitungsstand bei der EMA
F: Assessment finalised

Zahlt die gesetzliche Krankenversicherung das?

Diese Droge steht nicht in Anlage I zur Arzneimittel-Richtlinie. Die Anlage zählt nach § 12 Absatz 10 der Arzneimittel-Richtlinie abschließend auf, welche nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden können. Geprüft am 12.09.2026 gegen die Fassung vom 09.05.2025.

Grundlage ist § 34 Absatz 1 Satz 1 SGB V: Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind von der Versorgung ausgeschlossen. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gilt dieser Ausschluss nicht. Den Wortlaut der Vorschriften und die Stände führt die Seite Phytotherapie.

Anwendungsgebiete der EU-Pflanzenmonographie

Im Wortlaut und unübersetzt. Die Monographie ist englisch; eine Übersetzung wäre eine eigene Aussage ohne eigene Fundstelle.

Wissenschaftlich anerkannte Anwendung

Zulassung nach Artikel 10a der Richtlinie 2001/83/EG. Die Wirksamkeit gilt als wissenschaftlich hinreichend belegt.

Herbal medicinal product for treatment of chronic venous insufficiency, which is characterised by swollen legs, varicose veins, a feeling of heaviness, pain, tiredness, itching, tension and cramps in the calves.

EU-Pflanzenmonographie EMA/HMPC/628242/2018, erhoben am 13.09.2026.

Quelle

EU-Pflanzenmonographie zu Hippocastani semen (EMA/HMPC/628242/2018), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA

Traditionelle Anwendung

Registrierung nach Artikel 16d der Richtlinie 2001/83/EG. Sie beruht auf langjähriger Anwendung; die Monographie sagt dazu selbst „exclusively based upon long-standing use“.

Traditional herbal medicinal product for relief of signs of bruises, such as local oedema and haematoma.

EU-Pflanzenmonographie EMA/HMPC/628242/2018, erhoben am 12.09.2026.

Quelle

EU-Pflanzenmonographie zu Hippocastani semen (EMA/HMPC/628242/2018), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA

Traditional herbal medicinal product to relieve symptoms of discomfort and heaviness of legs related to minor venous circulatory disturbances.

EU-Pflanzenmonographie EMA/HMPC/628242/2018, erhoben am 13.09.2026.

Quelle

EU-Pflanzenmonographie zu Hippocastani semen (EMA/HMPC/628242/2018), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der EMA

In Deutschland: zwei Listen des BfArM

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte führt zwei Listen, in denen eine Arzneidroge vorkommen kann. Sie sind verschieden alt und sagen Verschiedenes: Die Standardzulassungen gelten heute, die Liste der Kommission E ist ein älteres Verzeichnis. Welchen Stand eine Liste hat, steht unter jeder Zeile.

Standardzulassung

Eine Standardzulassung stellt ein Fertigarzneimittel nach § 36 des Arzneimittelgesetzes von der Pflicht zur eigenen Zulassung frei. Sie beruht auf einer Monografie, die das Bundesministerium für Gesundheit in Kraft setzt (Erläuterung des BfArM).

Das Register führt zu dieser Droge keine Zeile aus dieser Liste.

Kommission E

Die Kommission E bringt den Sachverstand der pflanzlichen Arzneimittel in die Arbeit des BfArM ein (Erläuterung des BfArM). Ihre Liste nennt, welche Monographie im Bundesanzeiger erschienen ist, und kennzeichnet einen Teil davon als Negativ-Monographie. Was in einer Monographie steht, sagt die Liste nicht, und dieses Register gibt es deshalb auch nicht wieder.

„Hippocastani semen / Rosskastaniensamen / Trockenextrakt aus R.-samen (DAB10)“, ASK-Nummer 01136. Veröffentlicht: BAnz. Nr. 71 vom 15.04.1994.

Erhoben am 13.09.2026.

Quelle

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Liste der Monographien der E-Kommission (Phyto-Therapie), die im Bundesanzeiger veröffentlicht sind, Stand 31.07.1994, interne Korrekturen berücksichtigt bis 11.01.2002 (PDF)

Was die Studienlage sagt

Chronische Veneninsuffizienz, Rosskastaniensamenextrakt zum Einnehmen

systematische Übersicht, erhoben am 13.09.2026.

ErgebnisDie Zusammenfassung der Übersicht nennt keine Gesamtzahl der eingeschlossenen Studien; Beinschmerzen wurden in sieben placebokontrollierten Studien untersucht, das Beinvolumen ebenfalls in sieben, davon sechs Studien mit 502 Teilnehmenden gepoolt. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die dargestellten Belege deuteten darauf hin, dass Rosskastaniensamenextrakt eine wirksame und sichere Kurzzeitbehandlung der chronischen Veneninsuffizienz sei. Es gebe jedoch mehrere Vorbehalte, und größere, abschließende randomisierte kontrollierte Studien seien nötig, um die Wirksamkeit dieser Behandlungsmöglichkeit zu bestätigen.
Quelle

Cochrane Review CD003230.pub4 (2012): Horse chestnut seed extract for chronic venous insufficiency

Im Register

Stammdaten erhoben am 12.09.2026 aus dem amtlichen Bestand der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

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