Zum Inhalt springen
Naturkompass24 Meine Kasse prüfen
Bei den hier behandelten Krankheiten ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Diese Seite gibt den Stand von Erstattung und Studienlage wieder und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Evidenzübersicht

Stand: 29.09.2026

Die Stufe nennt die Art der Fundstelle. Sie ist keine Bewertung des Verfahrens. Was die fünf Stufen bedeuten und was jede von ihnen belegen muss

VerfahrenStudienlageQuelle
Adipositas, Schröpfen kombiniert mit Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin und konventioneller Therapie
Schröpfen systematische Übersicht
21 randomisierte kontrollierte Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

21 randomisierte kontrollierte Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Versuchsgruppen erhielten Schröpfen kombiniert mit traditioneller chinesischer Medizin und konventioneller Therapie, die Kontrollgruppen keine Behandlung, konventionelle Therapie oder Verfahren der chinesischen Medizin allein. Die Analyse zeigte Verbesserungen bei Körpergewicht, Body-Mass-Index, Hüftumfang und Taillenumfang, aber keine klinisch bedeutsamen Änderungen des Taille-Hüft-Verhältnisses und des Körperfettanteils, beide mit sehr niedriger Sicherheit der Evidenz. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. Die Autorinnen und Autoren schliessen, ihre Ergebnisse zeigten insgesamt, dass die Schröpftherapie zur Behandlung der Adipositas hinsichtlich Körpergewicht, Body-Mass-Index, Hüft- und Taillenumfang eingesetzt werden könne und eine sichere Intervention sei; wegen der unsicheren Qualität der eingeschlossenen Studien seien die Schlussfolgerungen in der klinischen Praxis jedoch mit Vorsicht zu interpretieren.

Quelle
Akne vulgaris, blutiges Schröpfen (wet cupping) als eine von mehreren komplementären Therapien
Schröpfen systematische Übersicht
Die Cochrane-Übersicht zu komplementären Therapien bei Akne vulgaris schloss 35 Studien mit insgesamt 3227 Teilnehmenden ein; die Kategorien umfassten pflanzliche Arzneimittel, Akupunktur, Schröpftherapie, Ernährung, gereinigtes Bienengift und Teebaumöl. In ihrer Schlussfolgerung halten die Autorinnen und Autoren fest, es gebe aus einzelnen Studien Evidenz niedriger Qualität dafür, dass eine Ernährung mit niedriger glykämischer Last, Teebaumöl und Bienengift die Gesamtzahl der Hautläsionen verringern könnten; aus der vorliegenden Übersicht fehle jedoch Evidenz, die den Einsatz anderer komplementärer Verfahren wie pflanzlicher Arzneimittel, Akupunktur oder der blutigen Schröpftherapie zur Behandlung dieser Erkrankung stützen würde. Bei pflanzlichen Arzneimitteln bestehe ein Potenzial für unerwünschte Wirkungen; künftige Studien müssten die Sicherheit aller dieser Verfahren prüfen. Methodische und Berichtsmängel der eingeschlossenen Studien hätten jede Evidenz geschwächt; künftige Studien sollten ein niedriges Verzerrungsrisiko sicherstellen und die geltenden Berichtsstandards erfüllen.
Quelle
Akute Atemwegsinfektionen (akute Bronchitis, Sinusitis, Erkältung), Pelargonium-sidoides-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Von zehn geeigneten Studien gingen acht in die Auswertung ein: drei Studien mit 746 Erwachsenen und drei Studien mit 819 Kindern zur akuten Bronchitis, eine Studie mit 103 Erwachsenen zur Sinusitis und eine Studie zur Erkältung. Die Autorinnen und Autoren schreiben, P. sidoides könne bei Erwachsenen die Beschwerden einer akuten Rhinosinusitis und einer Erkältung lindern, doch bestünden Zweifel. Es könne die Beschwerden bei akuter Bronchitis bei Erwachsenen und Kindern sowie bei Sinusitis bei Erwachsenen lindern. Die Qualität der Evidenz für die Hauptendpunkte sei insgesamt bei akuter Bronchitis bei Kindern und Erwachsenen als niedrig, bei akuter Sinusitis und Erkältung als sehr niedrig eingestuft worden. Verlässliche Daten zur Behandlung anderer akuter Atemwegsinfektionen hätten sich nicht gefunden.
Quelle
Akute Atemwegsinfektionen bei Kindern, individualisierte Homöopathie
Klassische Homöopathie systematische Übersicht
Die Übersicht unterscheidet ausdrücklich zwischen individualisierter und nicht individualisierter Homöopathie; von den 11 eingeschlossenen randomisierten Studien mit 1813 Kindern ließen zwei Behandlungs- und drei Präventionsstudien die Behandlung durch Homöopathinnen und Homöopathen individualisieren. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Zusammenfassung von fünf Präventions- und sechs Behandlungsstudien habe keinen durchgängigen Vorteil homöopathischer Arzneimittel gegenüber Placebo auf Wiederauftreten oder Heilungsraten bei Kindern gezeigt. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde für die meisten Endpunkte als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Sie fanden keine Belege, die die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bei akuten Atemwegsinfektionen von Kindern stützen; unerwünschte Ereignisse seien schlecht berichtet worden, sodass sie keine Schlüsse zur Sicherheit ziehen könnten.
Quelle
Akute Atemwegsinfektionen bei Kindern, nicht individualisierte Homöopathie
Homöopathische Komplexmittel systematische Übersicht
Die Übersicht führt den Vergleich „nicht individualisierte Homöopathie gegen Placebo oder übliche Versorgung“ getrennt; von den 11 eingeschlossenen randomisierten Studien mit 1813 Kindern ließen zwei Behandlungs- und drei Präventionsstudien die Behandlung individualisieren, die übrigen verwendeten vorab festgelegte, nicht individualisierte Behandlungen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Zusammenfassung von fünf Präventions- und sechs Behandlungsstudien habe keinen durchgängigen Vorteil homöopathischer Arzneimittel gegenüber Placebo auf Wiederauftreten oder Heilungsraten bei Kindern gezeigt, und sie fanden keine Belege, die die Wirksamkeit bei akuten Atemwegsinfektionen von Kindern stützen. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde für die meisten Endpunkte als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Unerwünschte Ereignisse seien schlecht berichtet worden, sodass sie keine Schlüsse zur Sicherheit ziehen könnten.
Quelle
Akute Gastroenteritis im Kindesalter, anthroposophische Therapien und Arzneimittel
Anthroposophische Arzneimittel systematische Übersicht
Eine Suche mit einer breiten, auf komplementärmedizinische Verfahren angelegten Strategie in vier allgemeinen und drei komplementärmedizinischen Datenbanken; 3086 Artikel wurden auf anthroposophische Inhalte gesichtet, die meisten Treffer betrafen Ernährungstherapien. Anthroposophische Ansätze machten 3,1 Prozent (7 von 227) der komplementärmedizinischen Artikel aus: zwei Beobachtungsstudien, drei Erfahrungsberichte und zwei Übersichten. In den Erfahrungsberichten wurde eine Vielzahl anthroposophischer Mittel empfohlen, meist ohne wissenschaftliche Belege; Beobachtungsstudien lagen zu den anthroposophischen Arzneimitteln Bolus alba comp. und Gentiana comp. vor, dazu wurden Studien zu Chamomilla-, Ipecacuanha-, Podophyllum- und Tormentilla-Zubereitungen aus Homöopathie und Phytomedizin vorgestellt. Die Autorinnen und Autoren schließen, die meisten komplementärmedizinischen Therapien bei Gastroenteritis im Kindesalter bestünden aus Ernährungsempfehlungen; Studien zu anthroposophischen Ansätzen und Arzneimitteln seien mangelhaft, und die Ergebnisse unterstrichen, dass Anstrengungen nötig seien, anthroposophische Therapien im klinischen Rahmen zu bewerten. Der Befund ist damit eine Aussage über die Studienlage und nicht über eine Wirkung.
Quelle
Akute Sinusitis, Cyclamen-europaeum-Extrakt als Nasenspray
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwei randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 147 erwachsenen ambulanten Patientinnen und Patienten.
Der Befund im Wortlaut

Zwei randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 147 erwachsenen ambulanten Patientinnen und Patienten. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Wirksamkeit von Cyclamen europaeum bei akuter Sinusitis sei unbekannt. Schwere Nebenwirkungen seien zwar nicht beobachtet worden, doch hätten 50 % der Teilnehmenden unter Cyclamen europaeum unerwünschte Ereignisse berichtet, gegenüber 24 % unter Placebo.

Quelle
Akute und chronische Wunden, topische Aloe-vera-Mittel und Aloe-vera-Wundauflagen
Phytotherapie systematische Übersicht
Sieben Studien mit zusammen 347 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, derzeit fehlten hochwertige Belege aus klinischen Studien, die die Anwendung topischer Aloe-vera-Mittel oder Aloe-vera-Wundauflagen zur Behandlung akuter und chronischer Wunden stützten.
Quelle
Akuter Durchfall bei Kindern unter fünf Jahren, pädiatrisches Tuina im Vergleich zu konventioneller Medizin (Montmorillonit, Probiotika)
Tuina systematische Übersicht
26 randomisierte klinische Studien mit 2410 Kindern; die meisten mit hohem oder unklarem Verzerrungsrisiko bei Randomisierung, Verblindung und Vollständigkeit der Ergebnisse.
Der Befund im Wortlaut

26 randomisierte klinische Studien mit 2410 Kindern; die meisten mit hohem oder unklarem Verzerrungsrisiko bei Randomisierung, Verblindung und Vollständigkeit der Ergebnisse. Die gepoolten Ergebnisse zeigten, dass pädiatrisches Tuina nach drei Sitzungen bei der klinischen Heilungsrate Montmorillonit überlegen war (relatives Risiko 1,45; 95-Prozent-Intervall 1,29 bis 1,62; 772 Kinder, zehn Studien), ebenso Montmorillonit kombiniert mit Probiotika nach drei und nach sechs Sitzungen; es verkürzte die Dauer des Durchfalls und senkte die tägliche Stuhlfrequenz. Ein auf Tuina bezogenes unerwünschtes Ereignis wurde in den eingeschlossenen Studien nicht berichtet; die Qualität der Evidenz war im Allgemeinen mittel bis niedrig. Die Autorinnen und Autoren schliessen, pädiatrisches Tuina scheine bei akutem Durchfall von Kindern unter fünf Jahren wirksam und sicher zu sein, was die Verbesserung der klinischen Heilungsrate und die Verkürzung der Durchfalldauer angehe; streng geplante, gut berichtete randomisierte Studien seien nötig, um die Befunde zu bestätigen.

Quelle
Akuter ischämischer Schlaganfall, Acanthopanax-Injektionen als Zusatzbehandlung
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
13 Studien mit 962 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, das Verzerrungsrisiko sei in allen eingeschlossenen Studien hoch gewesen; die Daten reichten daher nicht aus, um verlässliche Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit von Acanthopanax beim akuten Schlaganfall zu ziehen. Nötig seien deutlich größere Studien von höherer methodischer Qualität.
Quelle
Akuter ischämischer Schlaganfall, Ginkgo-biloba-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Zehn Studien mit 792 Patientinnen und Patienten. Die Autorinnen und Autoren schreiben, aus Studien ausreichender methodischer Qualität gebe es keine überzeugenden Belege, die den routinemäßigen Einsatz von Ginkgo-biloba-Extrakt zur Förderung der Erholung nach einem Schlaganfall stützten. Hochwertige und große randomisierte kontrollierte Studien seien nötig, um die Wirksamkeit zu prüfen.
Quelle
Akuter Kreuzschmerz (unter sechs Wochen), spinale Manipulation
Chiropraktik systematische Übersicht
20 randomisierte Studien mit 2674 Teilnehmenden, davon sechs mit niedrigem Verzerrungsrisiko; untersucht wurde die spinale Manipulation und Mobilisation als Handgriff, gleich ob von Chiropraktikern, Manualtherapeuten oder Osteopathen ausgeführt. Die Autorinnen und Autoren fanden Belege niedriger bis sehr niedriger Qualität dafür, dass die spinale Manipulation bei akutem Kreuzschmerz nicht wirksamer sei als unwirksame Vergleichsbehandlungen, Scheinmanipulation oder als Zusatz zu einer anderen Behandlung; gegenüber anderen empfohlenen Therapien scheine sie ebenfalls nicht besser zu sein (Belege sehr niedriger bis moderater Qualität), mit Ausnahme von Belegen niedriger Qualität aus einer Studie für einen kurzfristigen, moderat klinisch relevanten Effekt auf den Schmerz gegenüber unwirksamen Behandlungen und von Belegen niedriger Qualität für einen ebensolchen Effekt auf die Funktion als Zusatzbehandlung. Je Vergleich, Zielkriterium und Zeitpunkt gab es höchstens drei Studien; die Bewertung sei dadurch begrenzt, und künftige Forschung werde diese Schätzungen wahrscheinlich erheblich verändern. Ihr Schluss: Die Entscheidung für eine Überweisung sollte sich nach Kosten, Vorlieben von Patientin und Behandelnden und der Sicherheit im Vergleich zu anderen Behandlungen richten; künftige Studien sollten bestimmte Untergruppen untersuchen und eine ökonomische Bewertung einschließen.
Quelle
Alkoholische und/oder Hepatitis-B- oder -C-bedingte Lebererkrankungen, Mariendistel-Zubereitungen
Phytotherapie systematische Übersicht
Die Zusammenfassung dieser Fassung bei PubMed nennt 18 randomisierte klinische Studien mit 1088 Patientinnen und Patienten, die bei PubMed Central hinterlegte Fassung derselben Übersicht 13 Studien mit 915.
Der Befund im Wortlaut

Die Zusammenfassung dieser Fassung bei PubMed nennt 18 randomisierte klinische Studien mit 1088 Patientinnen und Patienten, die bei PubMed Central hinterlegte Fassung derselben Übersicht 13 Studien mit 915. Die Autorinnen und Autoren schreiben, ihre Ergebnisse stellten die günstigen Wirkungen der Mariendistel bei Menschen mit alkoholischen und/oder durch Hepatitis-B- oder -C-Viren bedingten Lebererkrankungen in Frage und machten deutlich, dass hochwertige Belege fehlten, die diese Behandlung stützen. Angemessen durchgeführte und berichtete randomisierte klinische Studien zu Mariendistel gegenüber Placebo seien nötig.

Quelle
Altersbedingte Makuladegeneration, Ginkgo-biloba-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwei Studien mit zusammen 119 randomisierten Personen, beide mit dem Extrakt EGb 761.
Der Befund im Wortlaut

Zwei Studien mit zusammen 119 randomisierten Personen, beide mit dem Extrakt EGb 761. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Frage, ob Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration Ginkgo-biloba-Extrakt einnehmen sollten, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, sei von der bisherigen Forschung nicht beantwortet. Zwei kleine Studien hätten einen möglichen Nutzen von Ginkgo biloba für das Sehvermögen nahegelegt, weitere Studien seien gerechtfertigt. Ginkgo biloba werde in China, Deutschland und Frankreich viel verwendet. Künftige Studien sollten größer sein und länger dauern, um die Wirkung von Ginkgo-biloba-Extrakt auf die altersbedingte Makuladegeneration belastbarer zu messen.

Quelle
Analfissur, Nelkenöl
Phytotherapie systematische Übersicht
75 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 5031 Teilnehmenden zu siebzehn Mitteln, darunter Nelkenöl.
Der Befund im Wortlaut

75 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 5031 Teilnehmenden zu siebzehn Mitteln, darunter Nelkenöl. Die Autorinnen und Autoren schreiben, bei chronischer Analfissur Erwachsener seien alle medikamentösen Behandlungen weit weniger wirksam als die Operation. Einige der neueren untersuchten Mittel seien vielversprechend, doch jeweils nur auf der Grundlage einer einzelnen Studie (Nelkenöl, Sildenafil und eine „healer cream“), und es fehle der Vergleich mit etablierteren Arzneimitteln. Ausgelassen ist hier der Satz der Schlussfolgerung zu Glyceroltrinitrat, Botulinumtoxin und Calciumkanalblockern.

Quelle
Angeborener muskulärer Schiefhals bei Säuglingen und Kindern, Massage der traditionellen chinesischen Medizin (Tuina) im Vergleich zur Dehnungstherapie
Tuina systematische Übersicht
Sechs randomisierte und eine quasi-randomisierte kontrollierte Studie, mit einer Metaanalyse aus zwei der randomisierten Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Sechs randomisierte und eine quasi-randomisierte kontrollierte Studie, mit einer Metaanalyse aus zwei der randomisierten Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die gepoolte Analyse zeigte, dass die Massage der traditionellen chinesischen Medizin bei der Ansprechrate ähnliche Wirkungen wie eine Dehnungstherapie hatte (relatives Risiko 1,00; 95-Prozent-Intervall 0,94 bis 1,06; I² 0 Prozent). Die Autorinnen und Autoren schliessen, die Evidenz deute darauf hin, dass die Massagetherapie der traditionellen chinesischen Medizin bei der Behandlung des angeborenen muskulären Schiefhalses bei Säuglingen und Kindern nützlich sei; weitere klinische Studien mit hochwertiger Methodik seien nötig.

Quelle
Angst und angstbezogene Zustände (Menschen mit Angst, in angstauslösenden Situationen oder bei angstauslösenden Tätigkeiten), Lavendel in jeder Form und Darreichung
Phytotherapie systematische Übersicht
65 randomisierte kontrollierte Studien mit 7993 Teilnehmenden und 25 nicht randomisierte Studien mit 1200 Teilnehmenden in der qualitativen Auswertung, 37 randomisierte Studien mit 3964 Teilnehmenden in der quantitativen. 54 randomisierte und 17 nicht randomisierte Studien berichteten mindestens ein signifikantes Ergebnis zugunsten von Lavendel. Die Inhalation von Lavendel senkte die mit einer validierten Skala gemessene Angst signifikant (Hedges g -0,73; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,00 bis -0,46; 1682 Teilnehmende), ebenso Zustands- und Eigenschaftsangst nach dem STAI, nicht aber den systolischen Blutdruck; ein signifikanter Effekt fand sich auch für Silexan 80 mg täglich zum Einnehmen über mindestens sechs Wochen (Hamilton-Angstskala, Mittelwertdifferenz -2,90; -4,86 bis -0,95; 1173 Teilnehmende) und für Massagen mit Lavendelöl (Hedges g -0,66; -0,97 bis -0,35; 448 Teilnehmende). Die Autorinnen und Autoren nennen als wichtigste Einschränkung die niedrige durchschnittliche Qualität der verfügbaren Studien: Die Mehrzahl der eingeschlossenen randomisierten Studien habe ein insgesamt hohes Verzerrungsrisiko, dazu komme die Heterogenität der Studiendesigns vor allem bei nicht oraler Anwendung. Insgesamt erweise sich die orale Gabe von Lavendelöl als wirksam in der Behandlung von Angst, während es für die Inhalation wegen der Heterogenität der verfügbaren Studien nur einen Hinweis auf einen Effekt von beachtlicher Größe gebe; per Massage angewandtes Lavendelöl erscheine wirksam, doch reichten die verfügbaren Studien nicht aus, um zu klären, ob der Nutzen auf einer spezifischen Wirkung des Lavendels beruhe. Weitere hochwertige randomisierte Studien mit einheitlicheren Designs seien nötig, um diese Befunde zu bestätigen; die verfügbaren Informationen zeichneten ein sicheres Profil lavendelbasierter Behandlungen, wobei künftig mehr auf Erhebung und Berichterstattung von Sicherheitsdaten zu achten sei. Da Behandlungen mit Lavendelöl im Allgemeinen sicher und, bei Inhalation, auch einfach und kostengünstig erschienen, seien sie eine Behandlungsoption, die in manchen klinischen Zusammenhängen erwogen werden könne.
Quelle
Angst, Depression und Stress bei Erwachsenen, Rosa damascena in jeder Anwendungsform
Phytotherapie systematische Übersicht
32 Veröffentlichungen randomisierter kontrollierter Studien zu Rosa damascena in jeder Anwendungsform; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

32 Veröffentlichungen randomisierter kontrollierter Studien zu Rosa damascena in jeder Anwendungsform; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, die Anwendung von Rosa damascena habe Zustandsangst (24 Effektgrößen; standardisierte Mittelwertdifferenz -1,74; 95-Prozent-Konfidenzintervall -2,29 bis -1,20), Depression (7 Effektgrößen; -0,87; -1,47 bis -0,28) und Stress (4 Effektgrößen; -1,33; -1,98 bis -0,69) signifikant verringert, auf die Eigenschaftsangst aber keinen signifikanten Effekt gehabt (6 Effektgrößen; gewichtete Mittelwertdifferenz -0,75; -1,93 bis 0,43). Der Zusammenhang zwischen Gesamtdosis oder Dauer und der Änderung von Zustandsangst und Depression sei nicht dosisabhängig gewesen. Die meisten Studien hätten eine mäßige methodische Qualität gehabt, die Qualität der Evidenz habe nach GRADE von sehr niedrig bis moderat gereicht. Ihr Schluss: Es brauche weitere hochwertige randomisierte kontrollierte Studien, um verlässliche Schlussfolgerungen zur Anwendung von Rosa damascena bei Angst, Depression und Stress Erwachsener zu ziehen.

Quelle
Angststörungen, Baldrianextrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 36 Patientinnen und Patienten mit generalisierter Angststörung.
Der Befund im Wortlaut

Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 36 Patientinnen und Patienten mit generalisierter Angststörung. Die Autorinnen und Autoren schreiben, da derzeit nur eine kleine Studie vorliege, reichten die Belege nicht aus, um Schlussfolgerungen über Wirksamkeit oder Sicherheit von Baldrian im Vergleich mit Placebo oder Diazepam bei Angststörungen zu ziehen. Nötig seien randomisierte kontrollierte Studien mit größeren Stichproben, die Baldrian mit Placebo oder mit anderen bei Angststörungen eingesetzten Behandlungen wie Antidepressiva vergleichen.

Quelle
Angststörungen, Passionsblumenextrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwei Studien mit zusammen 198 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, es gebe zu wenige randomisierte kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Passiflora bei Angst, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen. Nötig seien randomisierte kontrollierte Studien mit größeren Stichproben, die die Wirksamkeit von Passiflora mit Placebo und mit anderen Arzneimitteln einschließlich Antidepressiva vergleichen.
Quelle
Anorexie (Appetitlosigkeit) bei Kindern unter 14 Jahren, pädiatrisches Tuina im Vergleich zu westlicher Medizin oder chinesischen Kräutern
Tuina systematische Übersicht
28 randomisierte kontrollierte Studien mit 2650 Kindern, die Mehrzahl mit hohem oder unklarem Verzerrungsrisiko bei Zuteilungsverdeckung, Verblindung und selektiver Berichterstattung; alle Studien verglichen Tuina mit westlicher Medizin oder chinesischen Kräutern. In der Metaanalyse war Tuina bei der Rate deutlicher Besserung der westlichen Medizin (relatives Risiko 1,68; 95-Prozent-Intervall 1,35 bis 2,08) und den chinesischen Kräutern (relatives Risiko 1,36; 95-Prozent-Intervall 1,19 bis 1,55) überlegen, ebenso beim Grad der verringerten Nahrungsaufnahme (neun Studien); sechs Studien berichteten, dass in der Tuina-Gruppe keine unerwünschten Ereignisse auftraten. Die Trial-Sequential-Analyse zeigte für die Besserungsrate eine unzureichende Aussagekraft der gepoolten Daten nach Zahl der Studien und der Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Evidenz niedriger Sicherheit deute darauf hin, dass pädiatrisches Tuina bei der Behandlung der Anorexie bei Kindern unter 14 Jahren nützlich und sicher sei; gut geplante randomisierte Studien mit ausreichender Fallzahl seien nötig.
Quelle
Antipsychotika-induzierte Spätdyskinesie, Ginkgo-biloba-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Die Übersicht umfasst 31 randomisierte kontrollierte Studien zu 24 Interventionen mit 1278 Teilnehmenden; zu Ginkgo-biloba-Extrakt liegt eine Studie mit 157 Teilnehmenden vor.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht umfasst 31 randomisierte kontrollierte Studien zu 24 Interventionen mit 1278 Teilnehmenden; zu Ginkgo-biloba-Extrakt liegt eine Studie mit 157 Teilnehmenden vor. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Valbenazin oder Ginkgo-biloba-Extrakt könnten bei der Linderung der Symptome der Spätdyskinesie wirksam sein. Da jedes dieser beiden Mittel nur in einer randomisierten Studie untersucht worden sei, warteten sie auf die Ergebnisse laufender Studien, um diese Befunde zu bestätigen. Die Ergebnisse für die übrigen Interventionen der Übersicht müssten als nicht schlüssig gelten, und diese Mittel sollten wahrscheinlich nur im Rahmen einer gut geplanten Evaluationsstudie eingesetzt werden.

Quelle
Antipsychotikabedingte Obstipation, Tuina-Massage als Vergleichsbehandlung zu Glycerin-Zäpfchen in einer Übersicht über medikamentöse Behandlungen
Tuina systematische Übersicht
Die Cochrane-Übersicht zu medikamentösen Behandlungen der antipsychotikabedingten Obstipation fand zwei chinesische Studien mit zusammen 480 Teilnehmenden, beide über zehn Jahre alt, schlecht berichtet und mit insgesamt hohem Verzerrungsrisiko. Eine Studie verglich Glycerin-Zäpfchen mit den Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin Tuina-Massage und Akupunktur: Gegenüber der Tuina-Massage war das Glycerin-Abführmittel zwei Tage (eine Studie, 120 Teilnehmende; relatives Risiko 2,88; 95-Prozent-Intervall 1,89 bis 4,39; Evidenz sehr niedriger Qualität) und drei Tage nach der Behandlung (relatives Risiko 4,80; Evidenz sehr niedriger Qualität) weniger wirksam in der Linderung der Obstipation. In ihrer Schlussfolgerung halten die Autorinnen und Autoren fest, die verfügbaren Daten seien von sehr schlechter Qualität und die Studien hätten ein hohes Verzerrungsrisiko; die Daten dieser verzerrten Studien legten nahe, dass Mannitol wirksamer als Rhabarber-Soda und Phenolphthalein und eine zweiwöchige Gabe von Glycerin-Zäpfchen weniger wirksam als die Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin Tuina-Massage und Akupunktur gewesen sei. Insgesamt gebe es wegen begrenzter Daten schlechter Qualität keine ausreichende studienbasierte Evidenz, um Wirksamkeit und Sicherheit medikamentöser Interventionen bei antipsychotikabedingter Obstipation zu beurteilen; jede Schlussfolgerung aus diesen Ergebnissen sei mit Vorsicht zu ziehen.
Quelle
Arterielle Hypertonie bei Erwachsenen, blutiges Schröpfen allein oder zusätzlich zu Antihypertensiva oder Akupunktur
Schröpfen systematische Übersicht
Sieben randomisierte Studien, die meisten nicht von hoher methodischer Qualität; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Sieben randomisierte Studien, die meisten nicht von hoher methodischer Qualität; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Einige kleine Studien hätten nahegelegt, dass blutiges Schröpfen allein gegenüber blutdrucksenkenden Medikamenten den Blutdruck und die Beschwerden nach dem Syndrommuster der traditionellen chinesischen Medizin signifikant senkte. Nach der gegenwärtigen Evidenz könnten jedoch keine festen Schlussfolgerungen gezogen und keine klinischen Empfehlungen gegeben werden; die eingeschlossenen Forschungsvorhaben bedürften der Bestätigung. Die Studien deuteten darauf hin, dass blutiges Schröpfen eine sichere Therapie sei.

Quelle
Arthrose
Ayurveda systematische Übersicht
19 randomisierte und 14 nicht randomisierte kontrollierte Studien zu zwölf Arzneimitteln und drei nicht-medikamentösen Verfahren mit 2952 Patientinnen und Patienten.
Der Befund im Wortlaut

19 randomisierte und 14 nicht randomisierte kontrollierte Studien zu zwölf Arzneimitteln und drei nicht-medikamentösen Verfahren mit 2952 Patientinnen und Patienten. Für das Kombinationspräparat Rumalaya berichten die Autorinnen und Autoren große Effekte über Placebo bei Schmerz und Gesamtbesserung, für Shunti-Guduchi gebe es einige Belege für mit Glucosamin vergleichbare Effekte bei Schmerz und Funktion, und für RA-11, Reosto und Siriraj Wattana seien auf Grundlage je einer einzelnen Studie positive Effekte gefunden worden; für Boswellia serrata, Lepidium sativum, eine Boswellia-serrata-haltige Mehrkomponentenzubereitung, Nirgundi Taila, Panchatikta Ghrita Guggulu und Rhumayog sowie für nicht-medikamentöse Verfahren wie ayurvedische Massage, Dampftherapie und Einlauf fanden sie keine gegen methodische Verzerrung gesicherten Effekte. Schwere unerwünschte Ereignisse traten in keiner Studie auf. Rumalaya und Shunti-Guduchi schienen nach diesen Daten sichere und wirksame Arzneimittel zu sein; die klinische Forschung zu Ayurveda unterliege jedoch mehreren Einschränkungen, und gut geplante, gut durchgeführte und gut veröffentlichte Studien seien nötig, um die Belege zu verbessern.

Quelle
Asthma bronchiale
Anthroposophische Arzneimittel systematische Übersicht
Dieselbe Arbeitsgruppe, dieselbe Methode, andere Indikation: klinische Studien von 1990 bis 2023 aus vier Datenbanken und zusätzlichen Literaturverzeichnissen.
Der Befund im Wortlaut

Dieselbe Arbeitsgruppe, dieselbe Methode, andere Indikation: klinische Studien von 1990 bis 2023 aus vier Datenbanken und zusätzlichen Literaturverzeichnissen. Eingeschlossen wurden 23 Studien, davon 19 zur europäischen/westlichen Phytotherapie und vier zu Arzneimitteln der anthroposophischen Medizin. Neun Studien ausreichender Qualität berichteten günstige Wirkungen auf Asthmasymptome, Lungenfunktion und immunologische Kennwerte. Wie viele dieser neun aus der anthroposophischen Medizin stammen, sagt die Zusammenfassung nicht; als Beispiel nennt sie Nigella sativa (Schwarzkümmel), also ein Mittel der Phytotherapie. In den Studien, die über Sicherheit berichteten, wurden die Mittel als sicher angesehen. Die Autorinnen und Autoren schließen, die Übersicht weise auf mehrere Arzneimittel der Phytotherapie und der anthroposophischen Medizin hin, die bei Asthma bronchiale nützlich sein könnten und sicher zu sein schienen; weitere strenge Studien seien jedoch nötig, um eine evidenzbasierte Empfehlung für eine Zusatzbehandlung geben zu können.

Quelle
Beckenendlage am Termin (Drehung des Kindes in Schädellage)
Moxibustion systematische Übersicht
Die Fassung von 2023 schloss 13 Studien mit 2181 Frauen ein, sechs davon neu.
Der Befund im Wortlaut

Die Fassung von 2023 schloss 13 Studien mit 2181 Frauen ein, sechs davon neu. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Moxibustion zusätzlich zur üblichen Versorgung verringere wahrscheinlich die Wahrscheinlichkeit einer Nicht-Schädellage bei der Geburt (7 Studien, 1152 Frauen; relatives Risiko 0,87; moderate Vertrauenswürdigkeit) und nach einer einzelnen Studie (260 Frauen; moderate Vertrauenswürdigkeit) wahrscheinlich den Einsatz von Oxytocin vor oder während der Geburt, habe auf die Kaiserschnittrate aber wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss; ob die Notwendigkeit einer äußeren Wendung sinkt, sei sehr unsicher, und unsicher seien auch die Wirkungen auf einen vorzeitigen Blasensprung und auf einen Nabelschnurblut-pH unter 7,1. Unerwünschte Wirkungen seien in den meisten Studien unzureichend berichtet worden; ob Moxibustion zusätzlich zur üblichen Versorgung unerwünschte Ereignisse (Übelkeit, unangenehmer Geruch, Bauchschmerzen, Gebärmutterkontraktionen) häufiger mache, sei sehr unsicher, weil nur eine Studie mit 122 Frauen auswertbare Daten geliefert habe (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit).

Quelle
Behandlung oberer Atemwegsinfekte und Mittelohrentzündung bei Kindern, Echinacea purpurea (verschiedene Pflanzenteile)
Phytotherapie systematische Übersicht
Neun randomisierte kontrollierte Studien mit 1518 Teilnehmenden in der Behandlungsgruppe und 1651 Teilnehmenden in der Placebogruppe hätten die Einschlusskriterien erfüllt.
Der Befund im Wortlaut

Neun randomisierte kontrollierte Studien mit 1518 Teilnehmenden in der Behandlungsgruppe und 1651 Teilnehmenden in der Placebogruppe hätten die Einschlusskriterien erfüllt. Die aus Echinacea purpurea gewonnenen Präparate seien sehr unterschiedlich und nutzten verschiedene Pflanzenteile wie Wurzeln, Blätter und Blüten in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Kapseln und Extrakten aus zahlreichen Herstellerländern. Die Verzerrungsrisiko-Bewertung nach der PEDro-Skala habe drei Studien von ausgezeichneter, fünf von hoher und eine Studie von mittlerer Qualität ergeben. Die Meta-Analyse habe gezeigt, dass Echinacea purpurea bei oberen Atemwegsinfekten die Behandlungsdauer signifikant verkürze (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,19; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,30 bis -0,09; p < 0,01), die Erkrankungshäufigkeit senke (relatives Risiko 0,81; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,75 bis 0,87) und den Antibiotikaeinsatz signifikant verringere (relatives Risiko 0,18; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,13 bis 0,25; p < 0,01); unerwünschte Ereignisse seien jedoch mäßig erhöht gewesen (relatives Risiko 1,38; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,08 bis 1,78), wenngleich meist mild. Bei Mittelohrentzündung habe Echinacea purpurea die Häufigkeit von Episoden signifikant gesenkt (relatives Risiko 0,56; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,44 bis 0,73; p < 0,01), die Behandlungsdauer jedoch nicht verkürzt (p = 0,10); die Wirksamkeit könne wegen der häufig bakteriellen Ursache der Mittelohrentzündung, die oft Antibiotika erfordere, eingeschränkt sein, und Echinacea purpurea könne zwar das Wiederauftreten verringern, beschleunige die Genesung aber wahrscheinlich nicht. Weitere Forschung zu optimalen Zubereitungen und Dosierungen sei nötig. Das Trichterdiagramm zur Publikationsverzerrung der gepoolten Ergebnisse habe eine gewisse Verzerrung gezeigt, vor allem bedingt durch die Heterogenität zwischen den Studien. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Meta-Analyse von neun Studien zeige, dass Echinacea purpurea die Behandlungsdauer, die Häufigkeit von Episoden und den Antibiotikaeinsatz bei oberen Atemwegsinfekten bei Kindern verringere, mit einigen positiven Effekten bei Mittelohrentzündung; das Sicherheitsprofil bleibe jedoch unklar, insbesondere hinsichtlich unerwünschter Ereignisse, und weitere Forschung sei nötig, um die Methodik zu vereinheitlichen und die Ergebnisse zu bestätigen. Welcher Pflanzenteil in den neun eingeschlossenen Studien jeweils verwendet wurde, benennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht einzeln, sondern hält nur fest, dass verschiedene Pflanzenteile wie Wurzeln, Blätter und Blüten zum Einsatz kommen.

Quelle
Beschwerden des unteren Harntrakts bei gutartiger Prostatavergrößerung, Sägepalmenfrüchte-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
27 Studien mit zusammen 4656 Teilnehmenden: 19 Studien verglichen Serenoa repens mit Placebo, 8 Studien Serenoa repens in Kombination mit anderen Phytotherapeutika mit Placebo.
Der Befund im Wortlaut

27 Studien mit zusammen 4656 Teilnehmenden: 19 Studien verglichen Serenoa repens mit Placebo, 8 Studien Serenoa repens in Kombination mit anderen Phytotherapeutika mit Placebo. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Serenoa repens allein biete Männern mit Beschwerden des unteren Harntrakts infolge einer gutartigen Prostatavergrößerung wenig bis keinen Nutzen. Größer sei die Unsicherheit über die Rolle von Serenoa repens in Kombination mit anderen Phytotherapeutika.

Quelle
Blutbildung (Erythropoese) und maximale Sauerstoffaufnahme bei Sportlerinnen und Sportlern, Echinacea-Supplemente
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechs Studien mit insgesamt 107 Sportlerinnen und Sportlern, Echinacea-Supplemente gegen Placebo.
Der Befund im Wortlaut

Sechs Studien mit insgesamt 107 Sportlerinnen und Sportlern, Echinacea-Supplemente gegen Placebo. Die Autorinnen und Autoren berichten für Hämoglobin und Hämatokrit kleine positive Effektstärken von 0,38 (95-Prozent-Konfidenzintervall -0,04 bis 0,80) und 0,34 (-0,10 bis 0,78), die statistische Signifikanz nicht erreicht hätten; auch bei Erythropoetin (Effektstärke -0,29; -0,75 bis 0,17) und maximaler Sauerstoffaufnahme (-0,20; -0,60 bis 0,21) habe es keine statistisch signifikante Änderung gegeben. Ihr Schluss: Die Einnahme von Echinacea habe Erythropoetin, Hämoglobin, Hämatokrit und maximale Sauerstoffaufnahme bei Sportlerinnen und Sportlern nicht beeinflusst; die Datenbasis sei jedoch begrenzt. Art und Pflanzenteil der Echinacea-Zubereitungen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Blutdruck, insbesondere bei Bluthochdruck (Hypertonie), Psyllium (Flohsamen, Flohsamenschalen)
Phytotherapie systematische Übersicht
Elf Studien mit 592 Teilnehmenden seien für die Meta-Analyse geeignet gewesen.
Der Befund im Wortlaut

Elf Studien mit 592 Teilnehmenden seien für die Meta-Analyse geeignet gewesen. Die Meta-Analyse habe eine signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks um 2,04 mmHg ergeben (gewichtete mittlere Differenz -2,04; 95-Prozent-Konfidenzintervall -2,82 bis -1,63; p < 0,001); eine Meta-Regression habe gezeigt, dass die blutdrucksenkende Wirkung von Psyllium bei Personen mit höherem Ausgangsblutdruck stärker ausgeprägt gewesen sei. Die Autorinnen und Autoren schreiben, angesichts des übergreifenden Nutzens und des Fehlens berichteter Nebenwirkungen sollten Gesundheitsfachkräfte und Ärztinnen und Ärzte, insbesondere bei Bluthochdruckpatientinnen und -patienten, den Einsatz von Psyllium-Supplementierung zur Behandlung oder Linderung von Bluthochdruck oder hypertensiven Symptomen in Erwägung ziehen. Welche Zubereitung (Flohsamen oder Flohsamenschalen) und welche Plantago-Art in den elf Studien jeweils verwendet wurde, benennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Blutfettwerte (Lipidprofil), Artischockenblattextrakt als Supplement oder Artischockensaft
Phytotherapie systematische Übersicht
14 randomisierte kontrollierte Studien mit 15 Effektschätzern zu Artischockenblattextrakt oder Artischockensaft; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

14 randomisierte kontrollierte Studien mit 15 Effektschätzern zu Artischockenblattextrakt oder Artischockensaft; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, Artischocke habe die Triglyzeride (gewichtete Mittelwertdifferenz -17,01 mg/dl; 95-Prozent-Konfidenzintervall -23,88 bis -10,13), das Gesamtcholesterin (-17,01 mg/dl; -23,88 bis -10,13) und das LDL-Cholesterin (-17,48 mg/dl; -25,44 bis -9,53) signifikant gesenkt, ohne signifikante Wirkung auf das HDL-Cholesterin (0,78 mg/dl; -0,93 bis 2,49); in den zwei Effektschätzern zu Artischockensaft seien Triglyzeride (-3,34 mg/dl), Gesamtcholesterin (-18,04 mg/dl), LDL-Cholesterin (-1,75 mg/dl) und auch das HDL-Cholesterin (-4,21 mg/dl) signifikant gesunken. Ihr Schluss: Eine Artischocken-Supplementierung könne der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugutekommen, indem sie das Lipidprofil verbessere.

Quelle
Blutfettwerte bei Erwachsenen mit metabolischem Syndrom und verwandten Störungen, Capsicum-annuum-Supplemente
Phytotherapie systematische Übersicht
Vier randomisierte kontrollierte Studien zu Supplementen aus Capsicum annuum gegenüber Kontrolle bei Erwachsenen mit metabolischem Syndrom und verwandten Störungen; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Der Autor berichtet, die Einnahme von Capsicum annuum habe das Gesamtcholesterin signifikant senken können (gewichtete Mittelwertdifferenz -4,98 mg/dl; 95-Prozent-Konfidenzintervall -7,08 bis -2,88), Triglyzeride, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin aber nicht beeinflusst. Sein Schluss: Die Befunde legten eine günstige Wirkung der Einnahme von Capsicum annuum auf das Gesamtcholesterin nahe; für einen gesicherten Zusammenhang zwischen Capsicum annuum und dem Lipidprofil brauche es mehr Studien mit ausreichender Teilnehmerzahl, besonders bei Menschen mit Fettstoffwechselstörung.
Quelle
Blutfettwerte bei Erwachsenen, Zubereitungen aus Plantago (Flohsamen, Flohsamenschalen)
Phytotherapie systematische Übersicht
29 randomisierte kontrollierte Studien mit 2769 Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

29 randomisierte kontrollierte Studien mit 2769 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren berichten, der Verzehr von Plantago habe gegenüber der Kontrollgruppe das Gesamtcholesterin um 0,28 mmol/l und das LDL-Cholesterin um 0,35 mmol/l signifikant gesenkt, was einer geschätzten Abnahme des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse um 7 Prozent entspreche; auf HDL-Cholesterin und Triglyzeride seien keine wesentlichen Effekte beobachtet worden. In Untergruppen sei das Gesamtcholesterin in Studien mit männlichen Teilnehmern, mit Gesunden und mit Fettstoffwechselstörungen signifikant gesenkt gewesen, Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Einnahme von Plantago-Samenschalen oder Psyllium; die Aufnahme löslicher Ballaststoffe sei besonders wirksam bei der Senkung von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeriden gewesen. Ihr Schluss: Der Verzehr von Plantago könne Gesamt- und LDL-Cholesterin signifikant senken; die Befunde lieferten Hinweise auf das Potenzial von Plantago in Ernährungsstrategien zur Blutfettkontrolle. Art und Pflanzenteil legt die Zusammenfassung der Übersicht nicht fest.

Quelle
Bluthochdruck
Qigong systematische Übersicht
20 randomisierte Studien mit 2349 Patientinnen und Patienten, Verzerrungsrisiko insgesamt hoch.
Der Befund im Wortlaut

20 randomisierte Studien mit 2349 Patientinnen und Patienten, Verzerrungsrisiko insgesamt hoch. Die Autorinnen und Autoren schreiben, gegenüber keiner Intervention habe Qigong den systolischen Blutdruck um 17,40 mmHg und den diastolischen um 10,15 mmHg gesenkt; gegenüber Bewegungstraining sei es beim systolischen Wert unterlegen gewesen, beim diastolischen ohne signifikanten Unterschied; gegenüber Blutdrucksenkern habe es den systolischen Wert klinisch bedeutsam, aber nicht signifikant gesenkt und beim diastolischen Wert wirksamer geschienen; zusätzlich zu Blutdrucksenkern habe es beide Werte signifikant stärker gesenkt als Blutdrucksenker allein (systolisch um 11,99, diastolisch um 5,28 mmHg). Die Metaanalyse lege nahe, dass Qigong eine wirksame Therapie bei Bluthochdruck sei; zur Bestätigung seien aber strenger geplante randomisierte Studien mit Langzeitbeobachtung und harten klinischen Endpunkten nötig. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet.

Quelle
Bluthochdruck bei Erwachsenen, Roselle (Hibiscus sabdariffa)
Phytotherapie systematische Übersicht
Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 60 Teilnehmenden mit Typ-2-Diabetes.
Der Befund im Wortlaut

Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 60 Teilnehmenden mit Typ-2-Diabetes. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege reichten derzeit nicht aus, um die Wirksamkeit von Roselle im Vergleich mit Placebo zur Kontrolle oder Senkung des Blutdrucks bei Menschen mit Bluthochdruck zu bestimmen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz sei wegen methodischer Einschränkungen, Ungenauigkeit und Indirektheit sehr niedrig. Nötig seien strenge randomisierte kontrollierte Studien, die die Fragestellung der Übersicht beantworten.

Quelle
Bluthochdruck, Senkung von Sterblichkeit und kardiovaskulärer Morbidität, Knoblauchzubereitungen
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwei randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 87 Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck.
Der Befund im Wortlaut

Zwei randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 87 Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege reichten nicht aus, um festzustellen, ob Knoblauch gegenüber Placebo einen therapeutischen Vorteil bei der Senkung des Risikos für Sterblichkeit und kardiovaskuläre Morbidität bei Menschen mit diagnostiziertem Bluthochdruck biete. Ebenso reichten die Belege nicht aus, um den Unterschied bei Studienabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse zwischen Knoblauch und Placebo zu bestimmen. Nach zwei Studien mit 87 Patientinnen und Patienten scheine Knoblauch den mittleren systolischen und diastolischen Blutdruck im Liegen um etwa 10 bis 12 mmHg beziehungsweise 6 bis 9 mmHg über die Wirkung von Placebo hinaus zu senken; die Konfidenzintervalle dieser Effektschätzungen seien jedoch nicht präzise, und der Unterschied in der Blutdrucksenkung liege innerhalb der bekannten Schwankungsbreite von Blutdruckmessungen. Das mache es schwierig, die tatsächliche Wirkung von Knoblauch auf die Blutdrucksenkung zu bestimmen.

Quelle
Blutzuckereinstellung bei Prädiabetes und Typ-2-Diabetes, Aloe vera
Phytotherapie systematische Übersicht
Acht randomisierte kontrollierte Studien mit 470 Patientinnen und Patienten (je 235 mit Prädiabetes und mit Typ-2-Diabetes). Die Autorinnen und Autoren berichten, bei Prädiabetes habe Aloe vera die Nüchternplasmaglukose signifikant verbessert (Mittelwertdifferenz -0,22 mmol/l; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,32 bis -0,12), ohne Wirkung auf das HbA1c (-2 mmol/mol; -5 bis 1); bei Typ-2-Diabetes könne Aloe vera die Blutzuckereinstellung verbessern, mit einer grenzwertigen Verbesserung der Nüchternplasmaglukose (-1,17 mmol/l; -2,35 bis 0,00) und einer signifikanten Verbesserung des HbA1c (-11 mmol/mol; -19 bis -2). Ihr Schluss: Die derzeitige Evidenz deute auf einen möglichen Nutzen von Aloe vera für die Blutzuckereinstellung bei Prädiabetes und Typ-2-Diabetes hin; angesichts der Grenzen der verfügbaren Evidenz und der hohen Heterogenität der Studienergebnisse seien hochwertige, ausreichend große randomisierte kontrollierte Studien mit standardisierten Zubereitungen nötig, um einen etwaigen Nutzen von Aloe vera für die Blutzuckereinstellung zu beziffern. Welche Aloe-Zubereitung geprüft wurde, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Quelle
Brustkrebs bei Frauen, begleitend zur onkologischen Behandlung
Qigong systematische Übersicht
Die Übersicht wertet 17 kontrollierte Studien mit 1236 Fällen aus.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht wertet 17 kontrollierte Studien mit 1236 Fällen aus. Für die Lebensqualität, die Depressivität und die Angst berichtet sie statistisch bedeutsame Vorteile, für Erschöpfung und Schlafstörungen dagegen keinen statistisch bedeutsamen Vorteil gegenüber der Kontrollgruppe. Die Autorinnen und Autoren nennen die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien insgesamt niedrig: Nur fünf der 17 wurden als hochwertig eingestuft. Ihr Schluss: Die Übersicht zeige, dass Qigong die Lebensqualität verbessere und Depressivität und Angst lindere; Qigong solle deshalb bei Frauen mit Brustkrebs gefördert werden. Der Befund über Erschöpfung ist der wichtigere Teil dieser Zeile: Er ist ein Nicht-Treffer und steht deshalb hier, statt weggelassen zu werden.

Quelle
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Mastix (Chios-Mastix, Pistacia lentiscus)
Phytotherapie systematische Übersicht
Acht Artikel seien in die Übersicht eingeschlossen worden, sieben aus Griechenland und einer aus dem Iran; die meisten Studien seien randomisierte kontrollierte Studien gewesen, eine sei eine Pilotstudie gewesen.
Der Befund im Wortlaut

Acht Artikel seien in die Übersicht eingeschlossen worden, sieben aus Griechenland und einer aus dem Iran; die meisten Studien seien randomisierte kontrollierte Studien gewesen, eine sei eine Pilotstudie gewesen. Der Interventionszeitraum habe bei den Tierstudien drei bis sieben Tage betragen, bei den Studien am Menschen vier Wochen bis sechs Monate; die Dosierung von Mastix (Chios) in den klinischen Studien habe zwischen 2,2 und 2,8 Gramm pro Tag gelegen. Die Mehrheit der Studien sei zu dem Schluss gekommen, dass Mastix (Chios) signifikante antioxidative und entzündungshemmende Effekte bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen habe. Die Autorinnen und Autoren schreiben, diese systematische Übersicht lege nahe, dass Mastix (Chios) einen positiven Effekt auf die Regulierung und das Management chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen haben könne; es seien jedoch weitere hochwertige klinische Studien nötig, um verlässliche und konkrete Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit von Mastix (Chios) bei dieser Erkrankung zu ziehen. Solche Studien würden den Einsatz von Mastix (Chios) als verlässliche therapeutische Option bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen weiter untermauern.

Quelle
Chronische Erkrankungen (zehn Krankheitsbilder), Kiefernrindenextrakt (Pinus spp.)
Phytotherapie systematische Übersicht
27 randomisierte kontrollierte Studien mit 1641 Teilnehmenden zu 10 chronischen Erkrankungen.
Der Befund im Wortlaut

27 randomisierte kontrollierte Studien mit 1641 Teilnehmenden zu 10 chronischen Erkrankungen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, kleine Stichproben, wenige randomisierte Studien je Erkrankung, unterschiedliche Endpunkte und eine mangelhafte Berichterstattung der eingeschlossenen Studien bedeuteten, dass keine abschließenden Schlussfolgerungen zu Wirksamkeit oder Sicherheit von Kiefernrindenextrakt-Präparaten möglich seien.

Quelle
Chronische Hepatitis B, Radix Sophorae flavescentis oder daraus gewonnene Inhaltsstoffe wie Matrin und Oxymatrin gegenüber anderen Arzneimitteln oder Kräutern
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
Zehn randomisierte klinische Studien mit 898 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, den eingeschlossenen Studien fehlten Daten zu Gesamtsterblichkeit, gesundheitsbezogener Lebensqualität, schweren unerwünschten Ereignissen sowie Hepatitis-B-bedingter Sterblichkeit und Morbidität. Die Evidenz zur Wirkung von Radix Sophorae flavescentis auf den Anteil der Teilnehmenden mit nicht schweren unerwünschten Ereignissen und mit nachweisbarer HBV-DNA sei weiterhin unklar. Bei den Ergebnissen, nach denen Radix Sophorae flavescentis den Anteil der Menschen mit nachweisbarem HBeAg verringerte, rieten sie zur Vorsicht, weil die Studien ein hohes Verzerrungsrisiko hätten, weil es sich um einen nicht validierten Surrogatendpunkt handle und weil die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz sehr niedrig sei. Da sie zur Studienplanung einer großen Zahl von Studien keine Informationen erhalten hätten, hätten sie diese nicht in die Übersicht aufgenommen. Nicht offengelegte Finanzierung könne Studienergebnisse beeinflussen und zu schlechter Studienplanung führen. Angesichts der breiten Anwendung von Radix Sophorae flavescentis seien große, unverzerrte, hochwertige placebokontrollierte randomisierte Studien nötig, die patientenzentrierte Endpunkte erheben.
Quelle
Chronische Hepatitis B, Radix Sophorae flavescentis oder daraus gewonnene Inhaltsstoffe wie Matrin und Oxymatrin gegenüber Placebo oder keiner zusätzlichen Behandlung
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
35 randomisierte klinische Studien mit 3556 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, den eingeschlossenen Studien fehlten Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie zur Hepatitis-B-bedingten Sterblichkeit und Morbidität. Die Wirkungen von Radix Sophorae flavescentis auf die Gesamtsterblichkeit und auf den Anteil der Teilnehmenden mit schweren sowie mit nicht schweren unerwünschten Ereignissen blieben unklar. Die Ergebnisse, nach denen Radix Sophorae flavescentis den Anteil der Menschen mit nachweisbarer HBV-DNA und nachweisbarem HBeAg verringerte, seien mit Vorsicht zu deuten, weil die Studien zu diesen Endpunkten ein hohes Verzerrungsrisiko hätten und beide Endpunkte nicht validierte Surrogatendpunkte seien. Zu Planung und Durchführung einer großen Zahl von Studien hätten sie keine Informationen erhalten und diese deshalb nicht in die Übersicht aufgenommen. Nicht offengelegte Finanzierung könne Studienergebnisse beeinflussen und zu schlechter Studienplanung führen. Angesichts der breiten Anwendung von Radix Sophorae flavescentis seien große, unverzerrte, hochwertige placebokontrollierte randomisierte Studien nötig, die patientenzentrierte Endpunkte erheben.
Quelle
Chronische Herzinsuffizienz, Weißdornblätter-mit-Blüten-Extrakt als Zusatzbehandlung
Phytotherapie systematische Übersicht
Vierzehn Studien, von denen zehn mit 855 Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA-Klassen I bis III) in die Metaanalyse eingingen.
Der Befund im Wortlaut

Vierzehn Studien, von denen zehn mit 855 Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA-Klassen I bis III) in die Metaanalyse eingingen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Ergebnisse deuteten auf einen signifikanten Nutzen von Weißdornextrakt als Zusatzbehandlung bei chronischer Herzinsuffizienz für die Symptomkontrolle und für physiologische Endpunkte hin.

Quelle
Chronische Instabilität des Sprunggelenks, Tuina
Tuina systematische Übersicht
13 randomisierte kontrollierte Studien mit 984 Patientinnen und Patienten; die methodische Qualität der Studien war insgesamt niedrig.
Der Befund im Wortlaut

13 randomisierte kontrollierte Studien mit 984 Patientinnen und Patienten; die methodische Qualität der Studien war insgesamt niedrig. Die klinische Wirksamkeitsrate war in der Behandlungsgruppe höher als in der Kontrollgruppe (Odds Ratio 6,51; 95-Prozent-Intervall 3,76 bis 11,28), der Schmerzwert auf der visuellen Analogskala niedriger (mittlere Differenz -1,59) und die Sprunggelenkscores nach Baird-Jackson und nach AOFAS besser; bei der Häufigkeit unerwünschter Ereignisse gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Tuina sei eine wirksame und sichere Behandlungsoption bei chronischer Sprunggelenkinstabilität, die Schlussfolgerungen seien aber durch die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien begrenzt; weitere hochwertige Forschung sei nötig, um die Befunde zu bestätigen.

Quelle
Chronische muskuloskelettale Schmerzen
Schröpfen systematische Übersicht
Systematische Übersicht mit Metaanalyse randomisierter Studien, Suche bis zum 20. Dezember 2024; die Zusammenfassung der Übersicht nennt die Zahl der eingeschlossenen Studien nicht.
Der Befund im Wortlaut

Systematische Übersicht mit Metaanalyse randomisierter Studien, Suche bis zum 20. Dezember 2024; die Zusammenfassung der Übersicht nennt die Zahl der eingeschlossenen Studien nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten eine signifikante Verringerung der Schmerzstärke durch Schröpfen (standardisierte Mittelwertdifferenz -1,17; moderate Qualität; I² 94 Prozent), aber keine Verbesserung der funktionellen Einschränkung und der psychischen Gesundheit. Sie schließen, Schröpfen könne Schmerzen unmittelbar lindern, Funktion und psychische Gesundheit aber nicht signifikant verbessern.

Quelle
Chronische Nierenerkrankung (Verzögerung des Fortschreitens), Rheum officinale (Da Huang)
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
Neun Studien mit 682 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die verfügbaren Belege zur Wirksamkeit von Rheum officinale bei der Verbesserung der Werte für Serumkreatinin und Harnstoff-Stickstoff im Blut bei chronischer Nierenerkrankung seien spärlich und von geringer Qualität. Rheum officinale scheine bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung zwar nicht mit schweren unerwünschten Ereignissen verbunden zu sein, es gebe aber derzeit keine Belege, die eine Empfehlung für seine Anwendung stützten.
Quelle
Chronische Nierenerkrankung, Astragalus (Radix Astragali) als Zusatzbehandlung
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
22 Studien mit 1323 Teilnehmenden, davon 241 unter Dialyse. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Astragalus als Zusatz zu konventionellen Therapien habe zwar einige vielversprechende Wirkungen bei der Verringerung der Proteinurie und der Erhöhung von Hämoglobin und Serumalbumin gezeigt, wegen unzureichender methodischer Qualität und mangelhafter Berichterstattung ließen sich aus der verfügbaren Evidenz aber keine endgültigen Schlussfolgerungen ziehen.
Quelle
Chronische Nierenerkrankung, Cordyceps sinensis als Zusatzbehandlung
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
22 Studien mit 1746 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, eine Cordyceps-Zubereitung als Zusatz zur konventionellen Medizin habe sich als potenziell vielversprechend gezeigt, um das Serumkreatinin zu senken, die Kreatinin-Clearance zu erhöhen, die Proteinurie zu verringern und mit der chronischen Nierenerkrankung verbundene Komplikationen zu lindern, etwa mit einem Anstieg von Hämoglobin und Serumalbumin. Wegen der geringen Qualität der Evidenz hätten sich aber keine endgültigen Schlussfolgerungen ziehen lassen.
Quelle
Chronische Rhinosinusitis, ayurvedische Behandlung
Ayurveda systematische Übersicht
13 randomisierte und nicht randomisierte Studien mit jeweils mindestens zehn Patientinnen und Patienten; eine Gesamtzahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

13 randomisierte und nicht randomisierte Studien mit jeweils mindestens zehn Patientinnen und Patienten; eine Gesamtzahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die ayurvedischen Behandlungen umfassten pflanzliche Arzneimittel zum Einnehmen, Nasenanwendungen und Dampfinhalation, allein oder kombiniert. Alle Studien hätten Verbesserungen subjektiver Symptome sowie radiologischer und hämatologischer Kriterien berichtet, alle 13 hätten aber wegen Studiendesign und statistischer Methoden ein erhebliches Verzerrungsrisiko. Die Autorinnen und Autoren schreiben, ayurvedische Therapie könne für manche Patientinnen und Patienten eine nützliche Behandlung der chronischen Rhinosinusitis sein und scheine insgesamt gut verträglich; eine definitive Empfehlung, wann sie nützlich sei, bleibe aber nicht möglich. Sie halten gut geplante kontrollierte Studien für angezeigt.

Quelle
Chronische Schmerzen bei Arthrose peripherer Gelenke, darunter Gonarthrose
Akupunktur systematische Übersicht
16 Studien mit 3498 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren berichten, scheinkontrollierte Studien zeigten statistisch signifikante Vorteile; diese seien jedoch klein, erreichten die vorab festgelegte Schwelle klinischer Bedeutsamkeit nicht und beruhten wahrscheinlich zumindest teilweise auf Placeboeffekten durch unvollständige Verblindung. Studien mit Warteliste als Vergleich legten statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Vorteile nahe, von denen vieles auf Erwartungs- oder Placeboeffekten beruhen könne.
Quelle
Chronische Schmerzen bei Erwachsenen (Kreuzschmerz, Fibromyalgie, Migräne, Dysmenorrhoe, Postpolio-Syndrom), anthroposophische Medizin
Ärztliche anthroposophische Behandlung systematische Übersicht
Sieben Studien (acht Veröffentlichungen) mit insgesamt 600 Teilnehmenden, alle Erwachsene: drei randomisierte kontrollierte Studien, zwei nicht randomisierte kontrollierte Studien und zwei Vorher-nachher-Studien.
Der Befund im Wortlaut

Sieben Studien (acht Veröffentlichungen) mit insgesamt 600 Teilnehmenden, alle Erwachsene: drei randomisierte kontrollierte Studien, zwei nicht randomisierte kontrollierte Studien und zwei Vorher-nachher-Studien. Drei Studien schlossen Patientinnen und Patienten mit Kreuzschmerz ein, je eine solche mit Fibromyalgie, Migräne, Dysmenorrhoe und Postpolio-Syndrom. Die gefundenen Studien berichteten erhebliche Rückgänge der Symptome und überwiegend große Effektstärken bei den Schmerzendpunkten nach anthroposophischen Therapien, ohne nennenswerte unerwünschte Wirkungen. Die Autoren schließen, die Befunde ihrer systematischen Übersicht zeigten, dass derzeit nur spärliche Belege vorlägen, mit unklaren Wirkungen anthroposophischer Behandlungen auf die Verringerung der Schmerzintensität und die Verbesserung der Lebensqualität bei den untersuchten Erkrankungen. Obwohl die meisten Studien einen günstigen Nutzen bei einem oder mehreren schmerzbezogenen Endpunkten gezeigt hätten, erlaube die Unterschiedlichkeit der Forschung keine Verallgemeinerung über Studien, Erkrankungen und Populationen hinweg.

Quelle
Chronische und akute Schmerzen (therapeutische Anwendung niedrig dosierter Lokalanästhetika)
Neuraltherapie systematische Übersicht
Ein systematisches Scoping Review über 129 Arbeiten zur therapeutischen Anwendung niedrig dosierter Lokalanästhetika: 49 klinische Studien, 71 Beobachtungsstudien und neun systematische Übersichten.
Der Befund im Wortlaut

Ein systematisches Scoping Review über 129 Arbeiten zur therapeutischen Anwendung niedrig dosierter Lokalanästhetika: 49 klinische Studien, 71 Beobachtungsstudien und neun systematische Übersichten. Die häufigste Indikation war die Behandlung chronischer Schmerzen (72,86 Prozent), gefolgt von akuten Schmerzen (13,17 Prozent); 13,95 Prozent betrafen Indikationen ohne Schmerzbezug. Die Autorinnen und Autoren berichten für niedrig dosierte, kurz wirksame Lokalanästhetika insgesamt günstige Ergebnisse für Schmerz sowie für Angst- und Depressionsskalen und halten größere, gut geplante randomisierte Studien mit Langzeitbeobachtung für unerlässlich, um die berichteten Wirkungen auf Wirksamkeit und Sicherheit zu belegen. Ein Scoping Review ordnet die Literatur; einen Effekt errechnet es nicht.

Quelle
Chronische Urtikaria, trockenes oder blutiges Schröpfen allein oder zusätzlich zu Antihistaminika oder Akupunktur
Schröpfen systematische Übersicht
13 Vergleiche aus 12 randomisierten kontrollierten Studien mit 842 Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

13 Vergleiche aus 12 randomisierten kontrollierten Studien mit 842 Teilnehmenden. Zwischen blutigem Schröpfen und Medikamenten fand sich kein signifikanter Unterschied in der Gesamtansprechrate (relatives Risiko 1,10; 95-Prozent-Intervall 0,97 bis 1,25) und in der Rückfallrate; Schröpfen zusätzlich zu Antihistaminika war wirksamer als Antihistaminika allein (höhere Gesamtansprechrate, relatives Risiko 1,18; niedrigere Rückfallrate, relatives Risiko 0,52), und Schröpfen zusätzlich zu Akupunktur wirksamer als Akupunktur allein (relatives Risiko 1,25). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. Die Autorinnen und Autoren schliessen, blutiges Schröpfen könne so wirksam sein wie eine Behandlung mit Antihistaminika; als Zusatz zu Antihistaminika oder Akupunktur könne Schröpfen deren Wirksamkeit erhöhen. Wegen der schlechten Qualität der geprüften Studien seien die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren und mit Bedacht in die klinische Praxis zu übertragen.

Quelle
Chronische Veneninsuffizienz, Extrakt aus rotem Weinlaub (AS 195, Vitis vinifera)
Phytotherapie systematische Übersicht
Von 56 gesichteten Studien erfüllten 5 Studien die Einschlusskriterien dieser Übersicht.
Der Befund im Wortlaut

Von 56 gesichteten Studien erfüllten 5 Studien die Einschlusskriterien dieser Übersicht. Die Autorinnen und Autoren schreiben, das Extrakt aus roten Weinblättern (AS 195) habe in nur einigen der Studien mehrere Endpunkte signifikant verbessert, darunter das Unterschenkelvolumen, den Waden- und Knöchelumfang, müde und schwere Beine, ein Kribbelgefühl, Schmerzen, ein Spannungsgefühl in den Beinen, die kutane Mikrozirkulation und den transkutanen Sauerstoffdruck. Die Verträglichkeit des Extrakts aus roten Weinblättern sei als gut oder zufriedenstellend berichtet worden. Das Extrakt aus roten Weinblättern habe bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Veneninsuffizienz eine günstige therapeutische Rolle gespielt; weitere hochwertige Studien seien nötig, um belastbare Evidenz zu liefern.

Quelle
Chronische Veneninsuffizienz, Rosskastaniensamenextrakt zum Einnehmen
Phytotherapie systematische Übersicht
Die Zusammenfassung der Übersicht nennt keine Gesamtzahl der eingeschlossenen Studien; Beinschmerzen wurden in sieben placebokontrollierten Studien untersucht, das Beinvolumen ebenfalls in sieben, davon sechs Studien mit 502 Teilnehmenden gepoolt. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die dargestellten Belege deuteten darauf hin, dass Rosskastaniensamenextrakt eine wirksame und sichere Kurzzeitbehandlung der chronischen Veneninsuffizienz sei. Es gebe jedoch mehrere Vorbehalte, und größere, abschließende randomisierte kontrollierte Studien seien nötig, um die Wirksamkeit dieser Behandlungsmöglichkeit zu bestätigen.
Quelle
Chronische Verstopfung bei Erwachsenen, Ballaststoffsupplemente, darunter Psyllium
Ernährungstherapie systematische Übersicht
16 randomisierte kontrollierte Studien mit 1251 Teilnehmenden zu Ballaststoffsupplementen bei chronischer Verstopfung Erwachsener.
Der Befund im Wortlaut

16 randomisierte kontrollierte Studien mit 1251 Teilnehmenden zu Ballaststoffsupplementen bei chronischer Verstopfung Erwachsener. Die Autorinnen und Autoren berichten, 311 von 473 Teilnehmenden (66 Prozent) hätten auf die Ballaststoffbehandlung angesprochen und 134 von 329 (41 Prozent) auf die Kontrollbehandlung (relatives Risiko 1,48; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,17 bis 1,88), wobei Psyllium und Pektin signifikante Effekte gehabt hätten; ein höheres Ansprechen habe sich unabhängig von der Behandlungsdauer, aber nur bei höheren Dosen über 10 g täglich gezeigt. Ballaststoffe hätten die Stuhlfrequenz erhöht (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,72; 0,36 bis 1,08), wiederum mit signifikanten Effekten für Psyllium und Pektin und nur bei höheren Dosen und Anwendungsdauern von mindestens vier Wochen, und die Stuhlkonsistenz verbessert (0,32; 0,18 bis 0,46), besonders bei höheren Dosen; Blähungen seien unter Ballaststoffen häufiger gewesen (0,80; 0,47 bis 1,13). Ihr Schluss: Ballaststoffsupplemente seien wirksam gegen Verstopfung; insbesondere Psyllium, Dosen über 10 g täglich und Anwendungsdauern von mindestens vier Wochen erschienen optimal, wobei die Ergebnisse wegen erheblicher Heterogenität mit Vorsicht zu deuten seien; die Befunde könnten helfen, Empfehlungen an Patientinnen und Patienten zu vereinheitlichen.

Quelle
Chronischer Kreuzschmerz
Bewegungstherapie systematische Übersicht
249 randomisierte Studien; eine Gesamtzahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

249 randomisierte Studien; eine Gesamtzahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren fanden Belege moderater Vertrauenswürdigkeit dafür, dass Bewegungstherapie beim chronischen Kreuzschmerz gegenüber keiner Behandlung, üblicher Versorgung oder Placebo wahrscheinlich schmerzwirksam ist. Für funktionelle Einschränkungen war der beobachtete Effekt in diesem Vergleich klein und erreichte die Schwelle des kleinsten klinisch bedeutsamen Unterschieds nicht. Gegenüber anderen konservativen Behandlungen habe Bewegungstherapie den Schmerz (Belege niedriger Vertrauenswürdigkeit) und die funktionellen Einschränkungen (Belege moderater Vertrauenswürdigkeit) verbessert; diese Effekte seien jedoch klein und über alle Vergleiche zusammen betrachtet nicht klinisch bedeutsam gewesen. Subgruppenanalysen legten nahe, dass Bewegungstherapie wahrscheinlich wirksamer sei als Beratung oder Schulung allein oder als Elektrotherapie, während gegenüber manueller Therapie keine Unterschiede beobachtet worden seien.

Quelle
Chiropraktik systematische Übersicht
Untersucht wurde die Wirbelsäulenmanipulation (spinal manipulative therapy), also der Eingriff, den die Chiropraktik ausführt, und nicht der Beruf.
Der Befund im Wortlaut

Untersucht wurde die Wirbelsäulenmanipulation (spinal manipulative therapy), also der Eingriff, den die Chiropraktik ausführt, und nicht der Beruf. 76 randomisierte Studien mit 11.866 Teilnehmenden, davon 50 neu gegenüber der Fassung von 2011. Die Autorinnen und Autoren schreiben, gegenüber einer Scheinbehandlung könne die Manipulation zu einer kleinen Verbesserung des Schmerzes und einer mittleren Verbesserung der Funktion führen; gegenüber keiner Behandlung zu einer mittleren Verbesserung des Schmerzes und einer großen der Funktion; gegenüber anderen konservativen Behandlungen zu wenig oder keinem Unterschied beim Schmerz und einer kleinen Verbesserung der Funktion. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde als niedrig bis sehr niedrig eingestuft, vor allem, weil die Wirkung in Studien mit unterschiedlichen Umfeldern und Bevölkerungsgruppen sowie mit unterschiedlichen Manipulationstechniken, Dosierungen und Behandlungshäufigkeiten untersucht worden sei; die Effekte gegenüber anderen konservativen Behandlungen seien wegen der erheblichen statistischen Heterogenität, für die es keine klare Erklärung gebe, mit Vorsicht zu deuten. Unerwünschte Wirkungen berichteten weniger als die Hälfte der Studien (47 Prozent), zwölf davon systematisch; genannt wurden Muskelkater, Steifheit und ein vorübergehender Anstieg der Schmerzen, schwere Komplikationen in keiner der Studien. Zu den unerwünschten Wirkungen der Manipulation seien die Belege sehr unsicher. Ihr Schluss: Weitere Studien in derselben Machart würden weder die Belege noch das Vertrauen in sie stärken. Drei der acht Autoren arbeiten in eigener Praxis als Chiropraktoren; das steht in der Interessenerklärung der Übersicht.

Quelle
Chronischer nicht-spezifischer Kreuzschmerz, verglichen mit Kontrollbehandlungen
Osteopathie systematische Übersicht
Zehn Studien, und ein weiter gefasster Begriff von Osteopathie als in der Übersicht von 2024: gezählt wurden osteopathische Manipulation (sechs Studien), myofasziale Behandlung (zwei), Craniosacral-Behandlung (eine) und viszerale Behandlung (eine). Verglichen wurde mit Kontrollbehandlungen, die die Zusammenfassung der Übersicht nicht näher bezeichnet. Die Autorinnen und Autoren berichten eine Überlegenheit bei der Schmerzminderung (Effektstärke -0,59; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,81 bis -0,36) und beim Funktionszustand (-0,42; -0,68 bis -0,15). Für die osteopathische Manipulation allein war die Vertrauenswürdigkeit der Belege niedrig (Schmerz -0,57; -0,90 bis -0,25), für die myofasziale Behandlung moderat (-0,69; -1,05 bis -0,33). Keine der zehn Studien wurde durchweg als risikoarm eingestuft. Ihr Schluss: Die Ergebnisse stärkten die Belege dafür, dass Osteopathie beim chronischen nicht-spezifischen Kreuzschmerz Schmerz und Funktionszustand verbessere; die myofasziale Behandlung habe im Vergleich zu den anderen Verfahren den besseren Belegstand für die Schmerzminderung; es brauche weitere randomisierte Studien höherer Güte, die verschiedene osteopathische Verfahren miteinander vergleichen.
Quelle
Chronischer unspezifischer Kreuzschmerz
Akupunktur systematische Übersicht
33 Studien mit 8270 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Akupunktur spiele unmittelbar nach der Behandlung gegenüber einer Scheinbehandlung möglicherweise keine klinisch bedeutsame Rolle bei der Schmerzlinderung und kurzfristig bei der Verbesserung der Lebensqualität, und sie verbessere die Rückenfunktion im Vergleich zur Scheinbehandlung unmittelbar nach der Behandlung möglicherweise nicht; gegenüber keiner Behandlung sei sie unmittelbar nach der Behandlung bei Schmerz und Funktion wirksamer gewesen. In Studien mit üblicher Versorgung als Vergleich habe Akupunktur den Schmerz möglicherweise nicht klinisch bedeutsam verringert, möglicherweise aber die Funktion unmittelbar nach den Sitzungen sowie kurzfristig die körperliche, nicht jedoch die psychische Lebensqualität verbessert. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde als moderat bis sehr niedrig eingestuft; als Gründe nennen sie das hohe Verzerrungsrisiko der meisten Studien, Inkonsistenz und kleine Stichproben, die die Genauigkeit minderten. Ihr Schluss: Die Entscheidung für Akupunktur könne von Verfügbarkeit, Kosten und den Vorlieben der Patientin oder des Patienten abhängen.
Quelle
Chronischer unspezifischer Kreuzschmerz, Tuina gegenüber Kontrollbehandlungen
Tuina systematische Übersicht
21 randomisierte Studien mit 1612 Teilnehmenden, Suche bis April 2025.
Der Befund im Wortlaut

21 randomisierte Studien mit 1612 Teilnehmenden, Suche bis April 2025. Die Autorinnen und Autoren schreiben, gegenüber Kontrollbehandlungen habe Tuina eine stärkere Schmerzlinderung (standardisierte Mittelwertdifferenz -1,06), eine bessere Funktion (-1,17) und eine überlegene klinische Wirksamkeit (Odds Ratio 3,84) gezeigt, alles mit niedriger Vertrauenswürdigkeit der Belege nach GRADE; bei der Muskelfunktion (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit) und bei schweren unerwünschten Ereignissen habe sich kein signifikanter Unterschied gefunden. Ihr Schluss: Tuina behandle den chronischen unspezifischen Kreuzschmerz wirksam mit erheblicher Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung, ohne signifikante Wirkung auf die Muskelfunktion; künftige Arbeiten sollten standardisierte Behandlungsprotokolle und strenger geplante Studien erwägen, um klinische Empfehlungen zu stützen.

Quelle
Claudicatio intermittens, Ginkgo-biloba-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Vierzehn Studien mit zusammen 739 Teilnehmenden, davon elf Studien mit 477 Teilnehmenden zum Vergleich mit Placebo bei der absoluten Gehstrecke.
Der Befund im Wortlaut

Vierzehn Studien mit zusammen 739 Teilnehmenden, davon elf Studien mit 477 Teilnehmenden zum Vergleich mit Placebo bei der absoluten Gehstrecke. Die Autorinnen und Autoren schreiben, insgesamt gebe es keine Belege, dass Ginkgo biloba Menschen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit einen klinisch bedeutsamen Nutzen bringe.

Quelle
Demenz und kognitive Beeinträchtigung, Ginkgo-biloba-Blätter-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
82 Studien mit 10.613 Teilnehmenden, davon 72 Studien mit 9783 Teilnehmenden mit auswertbaren Daten.
Der Befund im Wortlaut

82 Studien mit 10.613 Teilnehmenden, davon 72 Studien mit 9783 Teilnehmenden mit auswertbaren Daten. Die Autorinnen und Autoren schreiben, bei Menschen mit Demenz (dreizehn Studien mit 3288 Teilnehmenden) könne es nach sechs Monaten kleine bis mittlere Vorteile für den klinischen Gesamteindruck, die Kognition und die Alltagsaktivitäten geben; beim Risiko unerwünschter Ereignisse gebe es über bis zu zwölf Monate wahrscheinlich wenig oder keinen Unterschied zu Placebo, bei schweren unerwünschten Ereignissen möglicherweise keinen. Bei leichter kognitiver Störung (zwölf Studien mit 1913 Teilnehmenden) habe Ginkgo nach sechs Monaten wahrscheinlich wenig oder keinen Effekt auf diese drei Größen; bei unerwünschten Ereignissen gebe es über bis zu zwölf Monate möglicherweise wenig oder keinen Unterschied, bei schweren unerwünschten Ereignissen wenig oder keinen. Bei Menschen mit kognitiven Beschwerden (drei Studien mit 597 Teilnehmenden) sei unklar, ob sich der klinische Gesamteindruck nach sechs Monaten bessert; nach drei Monaten könne ein erhöhtes Risiko unerwünschter Ereignisse bestehen. Bei kognitiven Störungen im Rahmen einer Multiplen Sklerose (zwei Studien mit 164 Teilnehmenden) habe Ginkgo nach drei Monaten wahrscheinlich keinen Nutzen für die Kognition; Zahlen zu unerwünschten Ereignissen hätten nicht vorgelegen, die Studien hätten aber keine Bedenken nahegelegt. Diese Übersicht bewertet den Wirkstoff, nicht die Erstattungsfähigkeit.

Quelle
Demodex-Blepharitis, Teebaumöl äußerlich angewendet
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechs randomisierte kontrollierte Studien mit 562 Teilnehmenden (1124 Augen). Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Übersicht deute auf Unsicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit von 5- bis 50-prozentigem Teebaumöl bei der kurzfristigen Behandlung der Demodex-Blepharitis hin; falls es angewendet werde, könnten in der Augenheilkunde niedrigere Konzentrationen vorzuziehen sein, um Reizungen des Auges zu vermeiden. Künftige Studien sollten besser kontrolliert sein, Ergebnisse langfristig erheben (etwa nach 10 bis 12 Wochen oder später), die Therapietreue berücksichtigen und die Wirkungen verschiedener Teebaumöl-Konzentrationen untersuchen.
Quelle
Depression bei Erwachsenen
Bewegungstherapie systematische Übersicht
Die Aktualisierung von 2026 schloss 73 randomisierte Studien mit mindestens 4985 Teilnehmenden ein, 35 davon neu.
Der Befund im Wortlaut

Die Aktualisierung von 2026 schloss 73 randomisierte Studien mit mindestens 4985 Teilnehmenden ein, 35 davon neu. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Bewegung könne depressive Symptome gegenüber einer Kontrollintervention moderat verringern (57 Studien, 2189 Teilnehmende; standardisierte Mittelwertdifferenz -0,67; niedrige Vertrauenswürdigkeit); in den sieben methodisch robusten Studien sei der Effekt kleiner gewesen, und die 35 neuen Studien hätten die Schätzung des Nutzens kaum verändert. Gegenüber Psychotherapie fanden sie wahrscheinlich wenig bis keinen Unterschied (10 Studien, 414 Teilnehmende; moderate Vertrauenswürdigkeit), gegenüber Arzneimitteln möglicherweise wenig bis keinen Unterschied (5 Studien, 330 Teilnehmende; niedrige Vertrauenswürdigkeit); dieser Schluss beruhe aber auf wenigen kleinen Studien. Langzeitdaten seien selten und sehr unsicher, und viele Studien seien von mehreren Verzerrungsquellen betroffen. Unerwünschte Ereignisse seien in keinem Vergleich häufig gewesen, umfassten aber Verletzungen des Bewegungsapparats und Depression bei den Übenden sowie Durchfall, sexuelle Funktionsstörungen und Erschöpfung unter Sertralin. Weitere Forschung solle sich auf bessere Studienqualität, auf die Frage, welche Merkmale der Bewegung für welche Menschen wirken, und auf gesundheitliche Chancengleichheit richten.

Quelle
Depressive Symptome (Schweregrad der Depression), Lavendel (Lavandula angustifolia) in verschiedenen Darreichungsformen
Phytotherapie systematische Übersicht
Von 342 gesichteten Studien seien 17 Artikel in die Meta-Analyse eingeschlossen worden.
Der Befund im Wortlaut

Von 342 gesichteten Studien seien 17 Artikel in die Meta-Analyse eingeschlossen worden. Die Ergebnisse hätten eine signifikante Wirksamkeit von Lavendel bei der Verringerung von Depressionswerten gegenüber der Kontrollgruppe gezeigt (gepoolte standardisierte Mittelwertdifferenz -0,66; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,85 bis -0,46; p < 0,001; I² = 68,2 Prozent). Die Subgruppenanalyse habe ergeben, dass der Effekt bei Personen mit diagnostizierter Depression geringfügig ausgeprägter, aber statistisch nicht signifikant gewesen sei (gepoolte standardisierte Mittelwertdifferenz -0,62; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,26 bis 0,01; p = 0,055; I² = 88,1 Prozent), während er bei Personen mit anderen Erkrankungen und begleitenden depressiven Symptomen statistisch signifikant gewesen sei (gepoolte standardisierte Mittelwertdifferenz -0,65; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,84 bis -0,46; p < 0,001; I² = 52,1 Prozent); die orale Einnahme sei die wirksamste Verabreichungsart gewesen (gepoolte standardisierte Mittelwertdifferenz -0,56; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,07 bis -0,05; p = 0,032; I² = 85,2 Prozent). Die Autorinnen und Autoren schreiben, diese systematische Übersicht mit Meta-Analyse komme zu dem Schluss, dass Lavendel signifikante antidepressive Effekte habe; wegen einiger Einschränkungen würden jedoch weitere große klinische Studien mit homogeneren Populationen und strengeren Studiendesigns empfohlen.

Quelle
Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Zimt-Monopräparate zum Einnehmen (überwiegend Cassia-Zimt)
Phytotherapie systematische Übersicht
Zehn randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 577 Teilnehmenden mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes; geprüft wurden Monopräparate aus Zimt zum Einnehmen, überwiegend aus Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia). Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege reichten nicht aus, um die Anwendung von Zimt bei Typ-1- oder Typ-2-Diabetes zu stützen. Nötig seien nun weitere Studien, die die Probleme der verdeckten Gruppenzuteilung und der Verblindung angehen; ebenso müssten weitere wichtige Endpunkte wie gesundheitsbezogene Lebensqualität, Diabeteskomplikationen und Kosten einbezogen werden.
Quelle
Diabetes mellitus Typ 2
Ayurveda systematische Übersicht
Sechs Studien zu Kräutermischungen und eine zur Ayurveda-Behandlung als Gesamtsystem mit 354 Teilnehmenden, alle Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Behandlungsdauer drei bis sechs Monate.
Der Befund im Wortlaut

Sechs Studien zu Kräutermischungen und eine zur Ayurveda-Behandlung als Gesamtsystem mit 354 Teilnehmenden, alle Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Behandlungsdauer drei bis sechs Monate. Die Autorinnen und Autoren berichten gegenüber Placebo oder keiner zusätzlichen Behandlung signifikante Senkungen von HbA1c oder Nüchternblutzucker für Diabecon, Inolter und Cogent DB, keine für Pancreas tonic und Hyponidd; die Studie zum Gesamtsystem habe dazu keine Werte geliefert, und keine Studie habe Folgeerkrankungen des Diabetes oder Todesfälle untersucht. Als unerwünschte Wirkungen seien eine Arzneimittelüberempfindlichkeit (eine Studie, ein Patient), eine Unterzuckerung ohne schweren Verlauf (eine Studie, ein Teilnehmer) und Magen-Darm-Beschwerden in einer Studie (1 von 20 gegenüber 0 von 20) berichtet worden, keine Todesfälle und keine Nieren-, Blut- oder Leberschäden. Wegen methodischer Mängel und kleiner Stichproben könnten sie keine sicheren Schlüsse zur Wirksamkeit ziehen; obwohl keine bedeutsamen unerwünschten Ereignisse berichtet worden seien, sähen sie derzeit keine ausreichende Grundlage für eine Empfehlung in der Routineversorgung, und weitere Studien seien nötig.

Quelle
Diabetes mellitus Typ 2, Süßkartoffel-Zubereitungen (Ipomoea batatas)
Phytotherapie systematische Übersicht
Drei randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 140 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege zur Anwendung der Süßkartoffel bei Typ-2-Diabetes reichten nicht aus.
Der Befund im Wortlaut

Drei randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 140 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege zur Anwendung der Süßkartoffel bei Typ-2-Diabetes reichten nicht aus. Neben einer besseren Studienmethodik müssten Fragen der Standardisierung und der Qualitätskontrolle der Zubereitungen, auch anderer Süßkartoffelsorten, geklärt werden. Um Empfehlungen für die klinische Praxis zu begründen, seien weitere Beobachtungsstudien und randomisierte kontrollierte Studien zu den Wirkungen der Süßkartoffel nötig.

Quelle
Diabetes mellitus Typ 2, Zubereitungen aus Momordica charantia (Bittergurke)
Phytotherapie systematische Übersicht
Vier randomisierte kontrollierte Studien mit 479 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, es gebe keine ausreichenden Belege zu den Wirkungen von Momordica charantia bei Typ-2-Diabetes.
Der Befund im Wortlaut

Vier randomisierte kontrollierte Studien mit 479 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, es gebe keine ausreichenden Belege zu den Wirkungen von Momordica charantia bei Typ-2-Diabetes. Weitere Studien seien daher nötig, um Fragen der Standardisierung und der Qualitätskontrolle der Zubereitungen zu klären. Für die medizinische Ernährungstherapie seien weitere Beobachtungsstudien zu den Wirkungen von Momordica charantia nötig, bevor randomisierte kontrollierte Studien aufgelegt würden, die Empfehlungen für die klinische Praxis leiten können.

Quelle
Einsatz in der Schwangerschaft zur Geburtsvorbereitung und -erleichterung, Himbeerblätter (Rubus idaeus)
Phytotherapie systematische Übersicht
Dreizehn Studien seien eingeschlossen worden: fünf Laborstudien an Tier- und Humangewebe, zwei Tierversuche und sechs Studien am Menschen; die eingeschlossenen Studien seien zwischen 1941 und 2016 veröffentlicht worden.
Der Befund im Wortlaut

Dreizehn Studien seien eingeschlossen worden: fünf Laborstudien an Tier- und Humangewebe, zwei Tierversuche und sechs Studien am Menschen; die eingeschlossenen Studien seien zwischen 1941 und 2016 veröffentlicht worden. Für Himbeerblätter seien biophysikalische Effekte auf die glatte Muskulatur von Tieren und Menschen, einschließlich der Gebärmutter, gezeigt worden. Bei hoher Dosierung und intravenöser oder intraperitonealer Verabreichung in Tierstudien sei Toxizität nachgewiesen worden. Die Studien am Menschen hätten weder Schaden noch Nutzen gezeigt, wobei eine Studie eine klinisch bedeutsame, statistisch aber nicht signifikante Verringerung der Dauer der zweiten Geburtsphase und der Wehenverstärkung (augmentation of labour) bei Frauen beschrieben habe, die Himbeerblätter eingenommen hätten. Die Autorinnen und Autoren schreiben, viele Frauen nutzten Himbeerblätter in der Schwangerschaft, um Wehen und Geburt zu erleichtern; die Evidenzbasis für den Einsatz von Himbeerblättern in der Schwangerschaft sei jedoch schwach, und weitere Forschung sei nötig, um die Frage der Wirksamkeit von Himbeerblättern zu klären.

Quelle
Eisenmangelanämie in Indien, Vergleich ayurvedischer Behandlungen untereinander
Ayurveda systematische Übersicht
19 randomisierte kontrollierte Studien mit 2121 Teilnehmenden zu 26 verschiedenen Behandlungen.
Der Befund im Wortlaut

19 randomisierte kontrollierte Studien mit 2121 Teilnehmenden zu 26 verschiedenen Behandlungen. Die Übersicht vergleicht und ordnet ayurvedische Behandlungen der Eisenmangelanämie untereinander (Netzwerk-Metaanalyse). Die Autorinnen und Autoren berichten statistisch signifikante Verbesserungen des Hämoglobinwerts für Sarva-Jvara-Hara-Lauha (mittlere Differenz 1,82 g/dl) und Pippalyadi Yoga (mittlere Differenz 1,45 g/dl); Bibhitakadi Vatak habe eine starke Wirksamkeit bei der Anhebung des Serumferritins gezeigt (mittlere Differenz 3,87 ng/ml, 95-Prozent-Konfidenzintervall von minus 13,32 bis 21,06). Ihr Schluss: Sarva-Jvara-Hara-Lauha und Bibhitakadi Vatak seien die wirksamsten Strategien zur Behandlung der Eisenmangelanämie gewesen; weitere Forschung sei nötig, um diese Befunde zu erhärten und ihre weitere Bedeutung für die öffentliche Gesundheit zu beurteilen.

Quelle
Endometriose
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
Zwei chinesische randomisierte Studien mit 158 Frauen; keine verglich mit Placebo.
Der Befund im Wortlaut

Zwei chinesische randomisierte Studien mit 158 Frauen; keine verglich mit Placebo. Die Autorinnen und Autoren schreiben, chinesische Arzneimittel nach einer Laparoskopie könnten einen mit Gestrinon vergleichbaren Nutzen bei weniger Nebenwirkungen haben; oral gegebene chinesische Arzneimittel könnten insgesamt besser wirken als Danazol, und oral zusammen mit einem Kräuter-Einlauf gegeben könnten sie Regelschmerzen stärker lindern und Adnexbefunde stärker verkleinern als Danazol; für eine genaue Einschätzung sei strengere Forschung nötig.

Quelle
Episodische Migräne (Vorbeugung)
Akupunktur systematische Übersicht
22 Studien mit 4985 Teilnehmenden. Gegenüber keiner Akupunktur berichten die Autorinnen und Autoren eine moderate Verringerung der Kopfschmerzhäufigkeit nach der Behandlung (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,56; moderate Qualität), gegenüber Scheinakupunktur eine kleine, aber statistisch signifikante (-0,18), anders als in der Vorfassung; nach der Behandlung habe sich die Häufigkeit bei 50 Prozent mit echter und 41 Prozent mit Scheinakupunktur mindestens halbiert, und Abbrüche wegen unerwünschter Wirkungen sowie berichtete unerwünschte Wirkungen hätten sich zwischen echter und Scheinakupunktur nicht signifikant unterschieden. Gegenüber medikamentöser Prophylaxe sei Akupunktur nach der Behandlung überlegen gewesen (-0,25), im weiteren Verlauf nicht mehr signifikant; sie sei damit möglicherweise mindestens ähnlich wirksam wie die medikamentöse Prophylaxe, und die Behandelten hätten seltener wegen unerwünschter Wirkungen abgebrochen und seltener unerwünschte Wirkungen berichtet. Akupunktur könne als Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten gelten, die zu dieser Behandlung bereit sind; wie für andere Migränebehandlungen fehlten Langzeitstudien von mehr als einem Jahr Dauer.
Quelle
Erektile Dysfunktion, Ginseng
Phytotherapie systematische Übersicht
Neun Studien mit 587 Männern mit leichter bis mittelschwerer erektiler Dysfunktion.
Der Befund im Wortlaut

Neun Studien mit 587 Männern mit leichter bis mittelschwerer erektiler Dysfunktion. Die Autorinnen und Autoren schreiben, nach überwiegend wenig vertrauenswürdiger Evidenz habe Ginseng im Vergleich mit Placebo, gemessen mit validierten Instrumenten, möglicherweise nur geringfügige Wirkungen auf die Erektionsfähigkeit oder die Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr. Ginseng könne die von den Männern selbst berichtete Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr verbessern. Auf unerwünschte Ereignisse habe es möglicherweise wenig bis keinen Einfluss. Studien, die Ginseng mit Mitteln mit gesicherterer Rolle in der Behandlung der erektilen Dysfunktion wie Phosphodiesterase-5-Hemmern vergleichen, hätten sie nicht gefunden.

Quelle
Erkältung (Echinacea zur Vorbeugung und Behandlung)
Phytotherapie systematische Übersicht
24 doppelblinde Studien mit 4631 Teilnehmenden und 33 Vergleichen von Echinacea-Zubereitungen gegen Placebo; zehn Studien mit 13 Vergleichen untersuchten die Vorbeugung, 15 Studien mit 20 Vergleichen die Behandlung.
Der Befund im Wortlaut

24 doppelblinde Studien mit 4631 Teilnehmenden und 33 Vergleichen von Echinacea-Zubereitungen gegen Placebo; zehn Studien mit 13 Vergleichen untersuchten die Vorbeugung, 15 Studien mit 20 Vergleichen die Behandlung. Die Autorinnen und Autoren schreiben, für die Behandlung von Erkältungen sei kein Nutzen von Echinacea-Produkten gezeigt worden; möglich sei ein schwacher Nutzen einzelner Produkte, denn die Vorbeugungsstudien zeigten durchgängig positive, aber nicht signifikante Trends von fraglicher klinischer Bedeutung. Keiner der zwölf Vorbeugungsvergleiche, die die Zahl der Teilnehmenden mit mindestens einer Erkältung berichteten, fand einen statistisch signifikanten Unterschied; eine nachträgliche Zusammenfassung dieser Ergebnisse lege aber eine relative Risikominderung von 10 bis 20 Prozent nahe. Die Zahl der Teilnehmenden, die die Studie abbrachen oder unerwünschte Wirkungen berichteten, habe sich zwischen Echinacea und Placebo weder in den Vorbeugungs- noch in den Behandlungsstudien signifikant unterschieden; in den Vorbeugungsstudien habe es aber einen Trend zu mehr Abbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse in den Echinacea-Gruppen gegeben.

Quelle
Erkältung (Vorbeugung und Behandlung), Knoblauchpräparate
Phytotherapie systematische Übersicht
Eine Studie mit 146 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege aus klinischen Studien zu den Wirkungen von Knoblauch bei der Vorbeugung oder Behandlung der Erkältung reichten nicht aus.
Der Befund im Wortlaut

Eine Studie mit 146 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege aus klinischen Studien zu den Wirkungen von Knoblauch bei der Vorbeugung oder Behandlung der Erkältung reichten nicht aus. Eine einzelne Studie habe darauf hingedeutet, dass Knoblauch dem Auftreten von Erkältungen vorbeugen könne, doch seien weitere Studien nötig, um diesen Befund zu bestätigen. Behauptungen einer Wirksamkeit schienen sich weitgehend auf Belege geringer Qualität zu stützen.

Quelle
Essenzielle Hypertonie, Tuina allein oder zusätzlich zu blutdrucksenkenden Medikamenten
Tuina systematische Übersicht
Sieben randomisierte Studien mit 479 Patientinnen und Patienten.
Der Befund im Wortlaut

Sieben randomisierte Studien mit 479 Patientinnen und Patienten. Die Metaanalyse zeigte überlegene Wirkungen von Tuina zusätzlich zu Antihypertensiva gegenüber Antihypertensiva allein; Tuina allein war Antihypertensiva jedoch nicht überlegen. Die Sicherheit von Tuina bei essenzieller Hypertonie blieb unklar, weil unerwünschte Wirkungen in den meisten Originalstudien nicht erfasst wurden. Die Autorinnen und Autoren schliessen, ihre Befunde legten nahe, dass Tuina ein nützliches Adjuvans für Patientinnen und Patienten mit essenzieller Hypertonie sein könnte; die Ergebnisse seien wegen der klinischen Heterogenität und der niedrigen methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien aber von begrenztem Wert, und künftige Studien sollten hochwertige randomisierte Studien mit langer Nachbeobachtung sein.

Quelle
Fazialisparese (Ardita), ayurvedische Nasenöl-Anwendung (Nasya)
Ayurveda systematische Übersicht
Zwei pseudo-randomisierte Studien mit 20 und 30 Teilnehmenden; eine Metaanalyse sei wegen unterschiedlicher Interventionen und Vergleiche nicht möglich gewesen.
Der Befund im Wortlaut

Zwei pseudo-randomisierte Studien mit 20 und 30 Teilnehmenden; eine Metaanalyse sei wegen unterschiedlicher Interventionen und Vergleiche nicht möglich gewesen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Übersicht lege äußerst begrenzte Belege aus nur zwei kleinen experimentellen Studien vor, dass die alleinige Gabe von Nasya-Öl bei erwachsenen Patientinnen und Patienten eine gewisse Linderung der Ardita-Symptome Gesichtsverzerrung, Sprechstörung, Unfähigkeit zum Lidschluss beziehungsweise Aufwärtsrollen der Augen und Speichelfluss bringen könne. Wegen der geringen Zahl der Studien und der Teilnehmenden und der schlechten Studienqualität ließen sich keine belastbaren Schlüsse ziehen. Keine der eingeschlossenen Studien habe Nasya mit einer konventionellen Behandlung verglichen.

Quelle
Fettstoffwechsel (Cholesterin- und Triglyceridspiegel), Mateblätter (Ilex paraguariensis)
Phytotherapie systematische Übersicht
Dreizehn Studien wurden für diese systematische Übersicht als geeignet erachtet, sieben Studien mit 378 Patientinnen und Patienten wurden für die quantitative Analyse ausgewählt.
Der Befund im Wortlaut

Dreizehn Studien wurden für diese systematische Übersicht als geeignet erachtet, sieben Studien mit 378 Patientinnen und Patienten wurden für die quantitative Analyse ausgewählt. Die Autorinnen und Autoren schreiben, in der qualitativen Analyse seien die Ergebnisse sowohl in den Beobachtungsstudien als auch in den experimentellen Studien widersprüchlich gewesen. In der quantitativen Analyse hätten sich beim Vergleich der Mate- und der Kontrollgruppe keine Unterschiede beim Gesamtcholesterin (mittlere Differenz 6,4; 95-Prozent-Konfidenzintervall -2,2 bis 15,0), beim LDL-Cholesterin (mittlere Differenz 5,5; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,5 bis 12,6), beim HDL-Cholesterin (mittlere Differenz 0,4; 95-Prozent-Konfidenzintervall -2,8 bis 3,7) und bei den Triglyceriden (mittlere Differenz 5,7; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,0 bis 11,4) gezeigt. Laut Metaregression könnten Unterschiede in den Ausgangswerten die Befunde zu Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin beeinflussen, nicht jedoch die zu HDL-Cholesterin oder Triglyceriden. Der Konsum von Mate sei nicht mit einer signifikanten Veränderung der Blutfettwerte verbunden gewesen; da die Ergebnisse auf kleinen, nicht schlüssigen Studien beruhten, sei weitere Forschung nötig, um diese Befunde zu bestätigen.

Quelle
Fibromyalgie bei Erwachsenen, Schröpfen
Schröpfen systematische Übersicht
Zwei Artikel mit insgesamt 155 Teilnehmenden, ausgewertet mit beschreibender Statistik und erzählender Synthese.
Der Befund im Wortlaut

Zwei Artikel mit insgesamt 155 Teilnehmenden, ausgewertet mit beschreibender Statistik und erzählender Synthese. Es fanden sich grosse Effektstärken für die Schmerzstärke, mittlere für die Lebensqualität und geringe für die Krankheitslast und für Schlafstörungen; die Sicherheit der Evidenz sei für die meisten Endpunkte niedrig, ausser für Schlafstörungen. Die Autorinnen und Autoren schliessen, es bestehe eine Diskrepanz in der Wirksamkeit der Schröpftherapie für die Verbesserung von Schmerzstärke, Lebensqualität, Schlafstörungen und Krankheitslast bei Menschen mit Fibromyalgie; künftige hochwertige randomisierte klinische Studien seien erforderlich.

Quelle
Fibromyalgiesyndrom, verglichen mit der üblichen Versorgung
Qigong systematische Übersicht
Die Übersicht fand sieben randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 395 Betroffenen.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht fand sieben randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 395 Betroffenen. Gegenüber der üblichen Versorgung berichten die Autorinnen und Autoren kurzfristige Verbesserungen bei Schmerz, Lebensqualität und Schlafqualität auf niedriger Evidenzstufe und bei Erschöpfung auf sehr niedriger. Gegenüber AKTIVEN Vergleichsbehandlungen fanden sie keinen Beleg für eine Überlegenheit. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. Ihr eigener Schluss ist zurückhaltend: Qigong könne für Betroffene nützlich sein, nach der Qualität der Evidenz sei derzeit nur eine schwache Empfehlung möglich, und für ein abschließendes Urteil über die Langzeitwirkung brauche es weitere Studien hoher Qualität.

Quelle
Fieber bei Kindern, Tuina-Massage allein oder zusätzlich zu fiebersenkenden Medikamenten
Tuina systematische Übersicht
15 Studien mit 1661 pädiatrischen Patientinnen und Patienten zu Tuina-Massage und Massage mit lauwarmem Wasser.
Der Befund im Wortlaut

15 Studien mit 1661 pädiatrischen Patientinnen und Patienten zu Tuina-Massage und Massage mit lauwarmem Wasser. Eine Massagebehandlung über 120 Minuten zeigte gegenüber fiebersenkenden Medikamenten keinen signifikanten Unterschied (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,68; 95-Prozent-Intervall -0,31 bis 1,67); die Kombination aus fiebersenkenden Medikamenten und Massage senkte das Fieber signifikant (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,90; 95-Prozent-Intervall 0,50 bis 1,30), und in der Untergruppenanalyse senkte traditionelles chinesisches Tuina das Fieber bei Kindern signifikant (relatives Risiko 0,41; 95-Prozent-Intervall 0,26 bis 0,65). Die Autorinnen und Autoren schliessen, ihre Metaanalyse lege nahe, dass traditionelles chinesisches Tuina eine vielversprechende Zusatztherapie bei Fieber im Kindesalter sein könnte; die besonderen Umstände jedes Kindes seien sorgfältig zu berücksichtigen, um Sicherheit und Wohlbefinden zu gewährleisten, und künftige Forschung sollte die Qualität der Studiendesigns verbessern und das Spektrum nicht-medikamentöser Behandlungen erweitern.

Quelle
Funktionelle Dyspepsie bei Kindern, pädiatrisches Tuina allein oder zusätzlich zur konventionellen Therapie
Tuina systematische Übersicht
Zehn randomisierte kontrollierte Studien mit 1336 Kindern. Tuina allein oder mit konventioneller Therapie verbesserte die Wirksamkeitsrate gegenüber der konventionellen Therapie allein signifikant (relatives Risiko 1,16; 95-Prozent-Intervall 1,11 bis 1,21); die Kombinationsgruppe hatte niedrigere Gesamtsymptomwerte, kürzere Zeiten bis zum Abklingen von Blähungen, Bauchschmerzen, Aufstossen und Appetitlosigkeit und eine niedrigere Rückfallrate (relatives Risiko 0,32; 95-Prozent-Intervall 0,14 bis 0,72); bei den vier einzelnen Dyspepsiesymptomen und beim Neuropeptid Y fand sich kein signifikanter Unterschied. Unerwünschte Ereignisse wurden in der Tuina-Gruppe nicht berichtet. Die Autorinnen und Autoren schliessen, die Übersicht lege insgesamt nahe, dass Tuina die klinischen Symptome bei Kindern mit funktioneller Dyspepsie wirksam und sicher verbessere; für belastbare Evidenz müssten künftige Studien die festgestellten methodischen Schwächen beheben.
Quelle
Funktionelle Dyspepsie, Tuina allein oder zusätzlich zur konventionellen Therapie
Tuina systematische Übersicht
14 randomisierte kontrollierte Studien mit 1128 Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

14 randomisierte kontrollierte Studien mit 1128 Teilnehmenden. Gegenüber der konventionellen Therapie zeigte Tuina signifikante Vorteile bei der Besserung der Gesamtsymptome (relatives Risiko 1,12; 95-Prozent-Intervall 1,06 bis 1,19; Evidenz niedriger Sicherheit) und beim frühen Sättigungsgefühl (Evidenz sehr niedriger Sicherheit); Tuina zusätzlich zur konventionellen Therapie verbesserte Gesamtsymptome, Lebensqualität und Oberbauchschmerz (jeweils Evidenz niedriger Sicherheit). Unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Tuina und Angaben zur Kosteneffektivität wurden nicht berichtet. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Evidenz niedriger Sicherheit zeige, dass Tuina die Gesamtsymptome bei funktioneller Dyspepsie gegenüber der konventionellen Therapie signifikant verbesserte, und Evidenz niedriger Sicherheit zeige, dass Tuina zusätzlich zur konventionellen Therapie Gesamtsymptome und Lebensqualität gegenüber der konventionellen Therapie deutlich verbesserte.

Quelle
Funktionelle Obstipation, Tuina (chinesische Massage)
Tuina systematische Übersicht
16 Artikel mit 1424 Fällen; die Vergleichsbehandlungen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht im Einzelnen.
Der Befund im Wortlaut

16 Artikel mit 1424 Fällen; die Vergleichsbehandlungen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht im Einzelnen. Die Metaanalyse zeigte in der Behandlungsgruppe eine höhere Gesamtansprechrate als in der Kontrollgruppe (relatives Risiko 1,28; 95-Prozent-Intervall 1,16 bis 1,42), weniger unerwünschte Reaktionen (relatives Risiko 0,10; 95-Prozent-Intervall 0,02 bis 0,49) und bessere Werte bei Stuhlbeschaffenheit, Stuhlgangdauer und -häufigkeit. Die Autorinnen und Autoren schliessen, die Tuina-Therapie zeige gewisse Vorteile in ihrer Heilwirkung bei funktioneller Obstipation, habe weniger unerwünschte Reaktionen und lindere die zugehörigen Symptome; mehr randomisierte kontrollierte Studien hoher Qualität und grosser Fallzahl seien nötig, um die Wirkung weiter zu bestätigen.

Quelle
Gesundheits- und Leistungsendpunkte bei Amateur- und Profisportlerinnen und -sportlern, Schröpfen
Schröpfen systematische Übersicht
Elf Studien mit 498 Teilnehmenden aus China, den USA, Griechenland, Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten, darunter Fussball-, Football- und Handballspielende, Schwimmende, Turnende und Leichtathletinnen und -athleten. Schröpfen wurde ein- bis zwanzigmal angewandt, täglich oder wöchentlich, allein oder etwa mit Akupunktur kombiniert; die Endpunkte reichten von Symptomstärke über Erholungs- und Funktionsmasse bis zu Serummarkern. Schröpfen wurde, meist im Vergleich zu unbehandelten Kontrollgruppen, als günstig für die Wahrnehmung von Schmerz und Beeinträchtigung, für die Beweglichkeit und für die Senkung der Kreatinkinase berichtet; die Mehrzahl der Studien hatte ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko, und keine berichtete über die Sicherheit. Die Autorinnen und Autoren schliessen, es könne keine ausdrückliche Empfehlung für oder gegen den Einsatz von Schröpfen bei Sportlerinnen und Sportlern gegeben werden; für ein abschliessendes Urteil über Wirksamkeit und Sicherheit seien mehr Studien nötig.
Quelle
Glykämische Kontrolle und Stoffwechselgesundheit (Blutzucker, Blutfette, Körpergewicht), Mateblätter (Ilex paraguariensis) als Aufguss
Phytotherapie systematische Übersicht
Dreizehn randomisierte kontrollierte Studien wurden eingeschlossen; die Studienpopulation umfasste Personen mit Fettstoffwechselstörung, Übergewicht oder Adipositas sowie normalgewichtige Personen ohne Fettstoffwechselstörung. Die Autorinnen und Autoren schreiben, bei Personen mit Prädiabetes deuteten die Ergebnisse auf signifikante Verringerungen des postprandialen Blutzuckers hin (mittlere Differenz -12,76; 95-Prozent-Konfidenzintervall -16,78 bis -8,74; zwei Studien), des HbA1c-Werts (mittlere Differenz -0,37; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,56 bis -0,18; zwei Studien) und des HOMA-Index (mittlere Differenz -0,24; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,37 bis -0,11; zwei Studien), doch sei weitere Forschung nötig, um diese Befunde zu bestätigen. Es seien keine signifikanten Effekte auf Triglyceride, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Nüchternblutzucker, Nüchterninsulin, Taillenumfang oder Body-Mass-Index gefunden worden. Zu den unerwünschten Ereignissen hätten Schleimhautreizungen, Schlaflosigkeit, Tachykardie, Angina, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden gehört. Der Konsum von Mate könne günstige Effekte auf die glykämische Kontrolle zeigen, während seine Wirkung auf das Lipidprofil und das Gewichtsmanagement begrenzt erscheine.
Quelle
Gonarthrose (Kniearthrose), trockenes oder blutiges Schröpfen zusätzlich zur westlichen Medizin
Schröpfen systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 535 Teilnehmenden; alle eingeschlossenen Studien wurden als mit hohem Verzerrungsrisiko eingestuft.
Der Befund im Wortlaut

Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 535 Teilnehmenden; alle eingeschlossenen Studien wurden als mit hohem Verzerrungsrisiko eingestuft. Trockenes Schröpfen zusätzlich zur westlichen Medizin senkte die Schmerzwerte stärker als die westliche Medizin allein (mittlere Differenz -1,79; 95-Prozent-Intervall -2,40 bis -1,18) und verbesserte die WOMAC-Bereiche Schmerz, Steifigkeit und körperliche Funktion; für blutiges Schröpfen zusätzlich zur westlichen Medizin ergab eine Metaanalyse von vier Studien einen Vorteil im Lequesne-Index (mittlere Differenz -3,44). Die Autorinnen und Autoren schliessen, es gebe schwache Evidenz für die Hypothese, dass die Schröpftherapie bei Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose günstige Wirkungen auf die Verringerung der Schmerzstärke und die Verbesserung der körperlichen Funktion habe.

Quelle
Hemiplegie (Pakshaghata), ayurvedische Interventionen
Ayurveda systematische Übersicht
30 Studien: neun randomisierte kontrollierte Studien, acht nicht randomisierte Vergleichsstudien und 13 Vorher-Nachher-Studien; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

30 Studien: neun randomisierte kontrollierte Studien, acht nicht randomisierte Vergleichsstudien und 13 Vorher-Nachher-Studien; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Eine quantitative Auswertung sei wegen unzureichender Studien nicht möglich gewesen. Alle Studien bis auf eine hätten in der Bewertung ein erhebliches Verzerrungsrisiko gezeigt, die meisten methodische Schwächen durch fehlende Verblindung, ungeeignete Stichprobenverfahren, nicht validierte Messinstrumente, unzureichende Nachbeobachtung und Störfaktoren; Sicherheitsparameter, unerwünschte Ereignisse und Nebenwirkungen seien häufig nicht dokumentiert worden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Übersicht habe Wirksamkeit und Sicherheit ayurvedischer Interventionen bei Hemiplegie nicht abschließend feststellen können, und fordern nachdrücklich methodisch gute Forschung.

Quelle
Herpes zoster (Gürtelrose), blutiges Schröpfen nach Hautstich (pricking-and-cupping bloodletting) im Vergleich zur konventionellen westlichen Medizin
Schröpfen systematische Übersicht
31 Studien mit 2443 Patientinnen und Patienten. In der gepoolten Analyse ergab das blutige Schröpfen nach Hautstich gegenüber der konventionellen westlichen Medizin bessere Ergebnisse bei den Schmerzwerten der visuellen Analogskala (standardisierte Mittelwertdifferenz -1,59; 95-Prozent-Intervall -2,13 bis -1,05), bei der Gesamtansprechrate (relatives Risiko 1,12), bei der Zeit bis zum Sistieren der Bläschen, bis zur Krustenbildung und bis zur Schmerzlinderung sowie bei der Häufigkeit einer postherpetischen Neuralgie (relatives Risiko 0,14; 95-Prozent-Intervall 0,07 bis 0,27). Die Autorinnen und Autoren schliessen, das Verfahren zeige einen relativen Nutzen bei der Verkürzung der Zeit bis zur Schmerzlinderung, der Beschleunigung der Abheilung der Hautläsionen und der Verringerung der Häufigkeit einer postherpetischen Neuralgie; angesichts der nach GRADE sehr niedrigen Sicherheit der Evidenz sei die klinische Interpretation jedoch vorsichtig vorzunehmen, und strenge, grosse, multizentrische randomisierte kontrollierte Studien seien dringend nötig, um die Wirksamkeit zu bestätigen.
Quelle
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (mediterrane Ernährungsweise in Primär- und Sekundärprävention)
Ernährungstherapie systematische Übersicht
30 randomisierte Studien mit 12.461 Teilnehmenden, dazu sieben laufende Studien.
Der Befund im Wortlaut

30 randomisierte Studien mit 12.461 Teilnehmenden, dazu sieben laufende Studien. Die Autorinnen und Autoren schreiben, trotz der vergleichsweise großen Zahl an Studien bestehe weiter Unsicherheit über die Wirkung einer mediterranen Ernährungsweise auf klinische Endpunkte und Risikofaktoren, in der Primär- wie in der Sekundärprävention; für die Primärprävention sei die Qualität der Belege für bescheidene Vorteile bei Risikofaktoren niedrig oder moderat (unter anderem eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 2,99 mmHg), wobei eine kleine Zahl von Studien geringfügige Schäden berichtet habe (zwei Studien: unerwünschte Ereignisse fehlten oder waren geringfügig); für die Sekundärprävention seien die Belege spärlich, und die laufenden Studien könnten künftig mehr Gewissheit bringen. Die PREDIMED-Studie (7747 Teilnehmende) sei wegen Bedenken zur Randomisierung an zwei von elf Zentren zurückgezogen und neu ausgewertet worden; Belege niedriger Qualität zeigten gegenüber einer fettarmen Ernährung wenig oder keine Wirkung auf die kardiovaskuläre und die Gesamtsterblichkeit, die Zahl der Schlaganfälle sei aber von 24 auf 14 je 1000 Teilnehmende gesunken (moderate Qualität). In der Sekundärprävention habe die Lyon Diet Heart Study (605 Patienten) mit Belegen niedriger Qualität eine Verringerung der kardiovaskulären und der Gesamtsterblichkeit gezeigt.

Quelle
Husten bei Kindern unter sieben Jahren, pädiatrisches Tuina allein oder zusätzlich zur konventionellen Behandlung
Tuina systematische Übersicht
16 randomisierte kontrollierte Studien mit 1502 Teilnehmenden, die meisten von schlechter Qualität wegen fehlender Angaben zu Zuteilungsverdeckung, Verblindung der Ergebnisbewertung oder Vollständigkeit der Daten.
Der Befund im Wortlaut

16 randomisierte kontrollierte Studien mit 1502 Teilnehmenden, die meisten von schlechter Qualität wegen fehlender Angaben zu Zuteilungsverdeckung, Verblindung der Ergebnisbewertung oder Vollständigkeit der Daten. Pädiatrisches Tuina allein (zwei Studien, 205 Teilnehmende; mittlere Differenz -2,22; 95-Prozent-Intervall -3,71 bis -0,73; niedrige Sicherheit) oder zusätzlich zur konventionellen Behandlung (sieben Studien, 668 Teilnehmende; mittlere Differenz -1,66; niedrige Sicherheit) verkürzte die Hustendauer; die Kombination senkte auch die Rückfallrate des Hustens (drei Studien, 135 Teilnehmende; relatives Risiko 0,35; mittlere Sicherheit). Zu unerwünschten Ereignissen gab es zu wenige Daten. Die Autorinnen und Autoren schliessen, pädiatrisches Tuina könnte den Verlauf des Hustens bei Kindern verkürzen und die Rückfallrate senken und scheine relativ sicher zu sein; grosse, multizentrische und hochwertige randomisierte Studien seien nötig, um die Befunde zu bestätigen.

Quelle
Hypercholesterinämie, ayurvedische Kräuter (Guggulu, Knoblauch, Schwarzkümmel)
Ayurveda systematische Übersicht
32 Studien mit 1386 Teilnehmenden; randomisierte kontrollierte Studien lagen zu drei ayurvedischen Kräutern vor, Allium sativum (Knoblauch), Commiphora mukul (Guggulu) und Nigella sativa (Schwarzkümmel), mittlere Behandlungsdauer zwölf Wochen. In der Metaanalyse habe Guggulu das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin gesenkt, Knoblauch das LDL-Cholesterin um 10,37 mg/dl und Schwarzkümmel das Gesamtcholesterin um 9,28 mg/dl; berichtete Nebenwirkungen seien minimal gewesen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, es gebe Belege mittlerer bis hoher Stufe aus randomisierten kontrollierten Studien, dass die ayurvedischen Kräuter Guggulu, Knoblauch und Schwarzkümmel mäßig wirksam zur Senkung der Hypercholesterinämie seien; für Nebenwirkungen sei minimale Evidenz gefunden worden, was sie als sichere Ergänzung zu konventionellen Behandlungen einordne.
Quelle
Idiopathische Skoliose, Tuina als manuelle Therapie
Tuina systematische Übersicht
17 Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht, die PEDro-Werte der Studien lagen bei 5 bis 7 Punkten.
Der Befund im Wortlaut

17 Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht, die PEDro-Werte der Studien lagen bei 5 bis 7 Punkten. Die zusammengefassten Ergebnisse zeigten für Tuina (in der Übersicht als traditionelle chinesische Manipulationstechnik bezeichnet) bedeutsame Verbesserungen bei Schmerz (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,92; 95-Prozent-Intervall 0,59 bis 1,25), negativen Gefühlen (0,82) und Beeinträchtigung (1,29); bei den radiologischen Endpunkten Cobb-Winkel und Wirbelrotation zeigte Tuina, besonders kombiniert mit anderen konservativen Therapien, mögliche ergänzende Wirkungen. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Tuina sollte als komplementäre und alternative Therapie für die wirksame Behandlung von Patientinnen und Patienten mit idiopathischer Skoliose in Betracht gezogen werden, besonders zur Verbesserung von Schmerz und psychischer Gesundheit; mehr randomisierte kontrollierte Studien seien empfohlen, um die gegenwärtige Evidenz zu bestätigen.

Quelle
Infusionsphlebitis (Vorbeugung und Behandlung), Aloe vera äußerlich
Phytotherapie systematische Übersicht
43 Studien (35 randomisierte und acht quasi-randomisierte) mit 7465 Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

43 Studien (35 randomisierte und acht quasi-randomisierte) mit 7465 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, es gebe keine starken Belege für die Vorbeugung oder Behandlung der Infusionsphlebitis durch äußerliche Anwendung von Aloe vera. Die verfügbare Evidenz sei durch die schlechte methodische Qualität und das Risiko selektiver Ergebnisberichte der eingeschlossenen Studien sowie durch unterschiedlich große Effekte zwischen den Studien eingeschränkt. Die günstigen Wirkungen, die bei äußerlicher Anwendung von Aloe vera zur Vorbeugung oder Behandlung der Infusionsphlebitis im Vergleich mit keiner Behandlung oder mit äußerlich angewendetem 33- oder 50-prozentigem Magnesiumsulfat beobachtet wurden, seien daher mit Vorsicht zu betrachten.

Quelle
Insomnie, Tuina im Vergleich zu Estazolam
Tuina systematische Übersicht
22 randomisierte kontrollierte Studien mit 1999 Teilnehmenden; die methodische Qualität war nicht zufriedenstellend.
Der Befund im Wortlaut

22 randomisierte kontrollierte Studien mit 1999 Teilnehmenden; die methodische Qualität war nicht zufriedenstellend. Beim Pittsburgh-Schlafqualitätsindex war Tuina Estazolam in den Untergruppen mit Behandlung am Kopf (drei Studien, 291 Teilnehmende) und am Bauch (zwei Studien, 120 Teilnehmende) überlegen; in den Untergruppen Kopf und Rumpf sowie Kopf, Rumpf und Extremitäten fand sich kein signifikanter Unterschied. Bei der klinischen Wirksamkeitsrate war Tuina in drei von vier Untergruppen überlegen. Fünf Studien berichteten unerwünschte Ereignisse: unter Tuina in einer Studie Tagesschläfrigkeit, unter Estazolam in allen fünf Mundtrockenheit, Schwindel und Tagesschläfrigkeit. Die Evidenzqualität war im Allgemeinen niedrig bis sehr niedrig. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Tuina sei Estazolam bei Behandlung am Kopf und am Bauch scheinbar überlegen gewesen, bei den übrigen Behandlungsbereichen ohne signifikanten Unterschied; ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis sei unter Tuina nicht berichtet worden. Wegen der unzureichenden methodischen und Evidenzqualität könnten sie jedoch keine überzeugende Schlussfolgerung zu Wirksamkeit und Sicherheit von Tuina bei Insomnie ziehen; Behandelnde sollten Erfahrung, diese Evidenz und die Präferenzen der Patientinnen und Patienten zusammenführen, und mehr hochwertige Studien seien nötig.

Quelle
Kardiometabolische Risikomarker bei Erwachsenen (Blutfette, Entzündungsmarker, Blutzucker, Blutdruck, Körpergewicht), Supplemente aus Olivenblättern
Phytotherapie systematische Übersicht
30 randomisierte kontrollierte Studien mit 1726 Teilnehmenden zu Supplementen aus Olivenblättern oder Oliventrester, ausgewertet an 21 standardisierten Biomarkern.
Der Befund im Wortlaut

30 randomisierte kontrollierte Studien mit 1726 Teilnehmenden zu Supplementen aus Olivenblättern oder Oliventrester, ausgewertet an 21 standardisierten Biomarkern. Die Autorinnen und Autoren berichten, die Einnahme von Olivenblättern habe die Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, Triglyzeride, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B, oxidiertes LDL) signifikant verbessert, Apolipoprotein A1 erhöht sowie TNF-alpha, systolischen und diastolischen Blutdruck, Körpergewicht und BMI gesenkt; auf Blutzuckermarker seien keine signifikanten Effekte beobachtet worden. Die Vertrauenswürdigkeit der Belege habe von sehr niedrig bis hoch gereicht, mehrere Endpunkte seien wegen Ungenauigkeit, Heterogenität oder geringer Studienzahl abgewertet worden. Ihr Schluss: Die Befunde stützten den gezielten Einsatz von Olivenblättern als ergänzende Strategie im Umgang mit dem kardiometabolischen Risiko; für Oliventrester bleibe die Evidenz begrenzt, es brauche dazu gut angelegte hochwertige Studien.

Quelle
Kardiometabolische Zielgrößen (Blutfette, Blutdruck, Blutzucker, Entzündungswerte), Melisse (Melissa officinalis) zum Einnehmen
Phytotherapie systematische Übersicht
Sieben randomisierte kontrollierte Studien (die Teilnehmendenzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht). Die Einnahme von Melissa officinalis war mit einem niedrigeren Gesamtcholesterin (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,26; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,52 bis -0,01; sechs Studien) und einem niedrigeren systolischen Blutdruck (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,56; -0,85 bis -0,27; drei Studien) verbunden, nicht aber mit statistisch signifikanten Änderungen von Triglyceriden, LDL, diastolischem Blutdruck, hochsensitivem C-reaktivem Protein, Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulin oder HDL. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet; das Verzerrungsrisiko war in einem beträchtlichen Teil der Studien hoch. Ihr Schluss: Die Übersicht lege nahe, dass Melissa officinalis ein sicheres Ergänzungsmittel mit günstigen Wirkungen auf Gesamtcholesterin und systolischen Blutdruck sei; die Befunde müssten jedoch im Licht großer Einschränkungen wie der geringen Zahl eingeschlossener Studien und eines ernsten Verzerrungsrisikos gesehen werden, und für feste Schlüsse zu den Wirkungen auf kardiometabolische Zielgrößen seien hochwertige randomisierte Studien nötig.
Quelle
Kardiovaskuläre Risikofaktoren, Ganoderma lucidum (Reishi)
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf Studien mit zusammen 398 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege aus einer kleinen Zahl randomisierter kontrollierter Studien stützten die Anwendung von G. lucidum zur Behandlung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht. Künftige Forschung zur Wirksamkeit von G. lucidum solle placebokontrolliert sein und die Standards für die Berichterstattung klinischer Studien einhalten.
Quelle
Kneipp-Medizin als Gesamtkonzept (Mortalität, Morbidität, Lebensqualität)
Hydrotherapie nach Kneipp systematische Übersicht
Die Suche ergab 77 Treffer, von denen nur eine Studie die Einschlusskriterien erfüllte – eine explorative Machbarkeitsstudie mit 30 Patientinnen und Patienten.
Der Befund im Wortlaut

Die Suche ergab 77 Treffer, von denen nur eine Studie die Einschlusskriterien erfüllte – eine explorative Machbarkeitsstudie mit 30 Patientinnen und Patienten. Die Autorinnen und Autoren stellen einen erheblichen Mangel an hochwertigen randomisierten Studien zur Kneipp-Therapie als Gesamtkonzept oder zu ihren einzelnen Säulen fest; die identifizierten Studien litten oft unter kleinen Stichproben, unzureichenden Kontrollgruppen und fehlender Verblindung, und Anfragen bei Kneipp-Einrichtungen hätten Einblicke in Lehre und Werbung, aber keine belastbare wissenschaftliche Dokumentation ergeben. Ihr Schluss: Trotz ihrer historischen und kulturellen Bedeutung fehle der Kneipp-Medizin eine belastbare wissenschaftliche Bestätigung aus hochwertigen randomisierten Studien, die ihre Wirksamkeit als umfassender therapeutischer Ansatz belegen könnte; ihre heutige Bedeutung scheine deshalb vor allem in traditionellen, Wellness- und kommerziellen Zusammenhängen zu wurzeln und nicht in evidenzbasierter Gesundheitsversorgung und medizinischer Praxis.

Quelle
Kognitive Funktion und Stimmung, Zubereitungen aus Centella asiatica (Asiatischer Wassernabel) allein oder in Kombinationsprodukten gegenüber Placebo
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien zur Wirkung von Centella asiatica allein und sechs randomisierte kontrollierte Studien zu Centella-asiatica-haltigen Produkten; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, die Metaanalyse habe in keinem Bereich der kognitiven Funktion einen signifikanten Unterschied zwischen Centella asiatica und Placebo gezeigt; die Stimmung habe sich jedoch verbessern können, mit höheren Wachheitswerten (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,71; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,01 bis 1,41) und niedrigeren Ärgerwerten eine Stunde nach der Behandlung (-0,81; -1,51 bis -0,09); keine der Studien habe unerwünschte Wirkungen von Centella asiatica berichtet. Ihr Schluss: Es gebe keine starken Belege für den Einsatz von Centella asiatica zur Verbesserung der kognitiven Funktion in den einzelnen kognitiven Bereichen; Centella asiatica könne die Wachheit verbessern und Ärger lindern; zu beachten seien Einschränkungen durch Dosierung, Pflanzenzubereitung, Standardisierung und Produktunterschiede, und gut geplante klinische Studien mit geeigneten Dosen standardisierter Centella asiatica seien weiterhin nötig. Welcher Pflanzenteil den Zubereitungen zugrunde lag, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Ob die Werte für Wachheit und Ärger aus den Studien zu Centella asiatica allein oder aus denen zu Centella-asiatica-haltigen Produkten stammen, sagt die Zusammenfassung nicht.
Quelle
Kognitive Leistungsfähigkeit bei Gesunden, kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz, Ginseng
Phytotherapie systematische Übersicht
Neun randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien, acht davon mit gesunden Teilnehmenden und eine mit Menschen mit altersassoziierter Gedächtnisstörung; nur fünf lieferten auswertbare Daten, und diese fünf untersuchten ausschließlich Gesunde. Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren schreiben, derzeit fehlten überzeugende Belege für eine kognitionsverbessernde Wirkung von Panax ginseng bei gesunden Menschen, und es gebe keine hochwertigen Belege zur Wirksamkeit bei Menschen mit Demenz. Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudien mit großen Stichproben seien nötig, um die Wirkung von Ginseng auf die Kognition in verschiedenen Bevölkerungsgruppen einschließlich Menschen mit Demenz weiter zu untersuchen.
Quelle
Kognitive Leistungsfähigkeit gesunder Erwachsener, Extrakte aus Hafer (Avena sativa)
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechs randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 287 Teilnehmenden, davon drei im Überkreuzdesign; vier Studien prüften die akute, zwei die wiederholte Einnahme von Avena sativa bei gesunden Erwachsenen.
Der Befund im Wortlaut

Sechs randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 287 Teilnehmenden, davon drei im Überkreuzdesign; vier Studien prüften die akute, zwei die wiederholte Einnahme von Avena sativa bei gesunden Erwachsenen. Die Autorinnen und Autoren berichten, die akute Einnahme scheine Genauigkeit und Geschwindigkeit der Leistung günstig zu beeinflussen; eine wiederholte Einnahme über kurze Zeit habe die kognitive Funktion signifikant verbessert, eine wiederholte Einnahme über lange Zeit nicht. Die Belege seien insgesamt von durchschnittlicher Güte. Ihr Schluss: Die akute Einnahme von Avena sativa könne die kognitive Funktion gesunder Freiwilliger verbessern; angesichts der kleinen Zahl eingeschlossener Studien und der unterschiedlichen Dosierungen seien die Schlussfolgerungen mit Vorsicht zu lesen, und es brauche mehr hochwertige Langzeitstudien. Welcher Pflanzenteil den geprüften Extrakten zugrunde lag, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Kognitive Probleme bei Multipler Sklerose, Ginkgo biloba
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwei Studien mit 164 Teilnehmenden verglichen Ginkgo über drei Monate mit Placebo bei Menschen mit Multipler Sklerose und kognitiven Problemen.
Der Befund im Wortlaut

Zwei Studien mit 164 Teilnehmenden verglichen Ginkgo über drei Monate mit Placebo bei Menschen mit Multipler Sklerose und kognitiven Problemen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Ginkgo habe bei Multipler Sklerose nach drei Monaten wahrscheinlich keinen Nutzen für die Kognition; Zahlen zu unerwünschten Ereignissen hätten nicht vorgelegen, die Studien hätten aber keine Bedenken nahegelegt. Zum klinischen Gesamteindruck und zu den Alltagsaktivitäten gab es keine Daten.

Quelle
Kollagene Kolitis, Boswellia-serrata-Extrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit 476 Teilnehmenden; zu Boswellia-serrata-Extrakt eine Studie mit 31 Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

Zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit 476 Teilnehmenden; zu Boswellia-serrata-Extrakt eine Studie mit 31 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, über Nutzen und Schaden einer Therapie mit Wismutsubsalicylat, Boswellia-serrata-Extrakt, Mesalazin mit oder ohne Colestyramin, Prednisolon und Probiotika seien sie unsicher; diese und andere Therapien müssten weiter untersucht werden. Die Aussage der Schlussfolgerung zu Budesonid ist hier ausgelassen.

Quelle
Konjunktivitis, ayurvedische Behandlungen gegenüber nicht-ayurvedischen
Ayurveda systematische Übersicht
13 randomisierte kontrollierte Studien, fünf kontrollierte klinische Studien und zwei mehrarmige klinische Studien mit insgesamt 816 Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

13 randomisierte kontrollierte Studien, fünf kontrollierte klinische Studien und zwei mehrarmige klinische Studien mit insgesamt 816 Teilnehmenden. Die Metaanalyse von fünf Studien habe für ayurvedische Behandlungen gegenüber nicht-ayurvedischen Behandlungen einen größeren Nutzen bei Juckreiz, Schmerz, fadenziehendem Sekret, konjunktivaler Hyperämie, Fremdkörpergefühl und Lidschwere gezeigt. Die Autorinnen und Autoren schreiben, obwohl einige Befunde den Nutzen von Ayurveda gegenüber Nicht-Ayurveda bei der Behandlung der Konjunktivitis bestätigten, ließen sich die Ergebnisse nicht verallgemeinern, weil die Studien ein hohes Verzerrungsrisiko und eine geringere Qualität hätten; es bestehe Bedarf an hochwertigen Studien.

Quelle
Kopfschmerz vom Spannungstyp, Tuina im Vergleich zu Medikamenten
Tuina systematische Übersicht
Sieben Studien mit insgesamt 1228 Personen. In der Metaanalyse war Tuina Medikamenten bei der Wirksamkeitsrate überlegen (relatives Risiko 1,49; 95-Prozent-Intervall 1,25 bis 1,77; Evidenz niedriger Qualität), und der Schmerzwert auf der visuellen Analogskala war unter Tuina signifikant niedriger als unter Medikamenten (gewichtete mittlere Differenz -0,738; 95-Prozent-Intervall -1,128 bis -0,349; Evidenz mittlerer Qualität); unerwünschte Ereignisse waren tolerierbar. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Tuina habe eine gewisse Wirkung bei der Behandlung des Spannungskopfschmerzes; wegen der niedrigen methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien sei diese Schlussfolgerung jedoch mit Vorsicht zu betrachten, und mehr Studien seien nötig, um die Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit zu stärken.
Quelle
Körperliche und geistige Erschöpfung (Fatigue), Rosenwurz (Rhodiola rosea)
Phytotherapie systematische Übersicht
Von 206 in der Suche identifizierten Artikeln hätten elf die Einschlusskriterien dieser Übersicht erfüllt, zehn davon beschrieben als randomisierte kontrollierte Studien und eine als kontrollierte klinische Studie.
Der Befund im Wortlaut

Von 206 in der Suche identifizierten Artikeln hätten elf die Einschlusskriterien dieser Übersicht erfüllt, zehn davon beschrieben als randomisierte kontrollierte Studien und eine als kontrollierte klinische Studie. Zwei von sechs Studien zur körperlichen Erschöpfung bei gesunden Populationen hätten Rosenwurz als wirksam berichtet, ebenso drei von fünf randomisierten kontrollierten Studien zur geistigen Erschöpfung. Alle eingeschlossenen Studien hätten entweder ein hohes Verzerrungsrisiko oder Mängel in der Berichterstattung aufgewiesen, die eine Beurteilung ihrer tatsächlichen Validität erschwerten (unklares Verzerrungsrisiko). Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Befundlage zur Wirksamkeit von Rosenwurz sei widersprüchlich. Manche Belege legten nahe, dass die Pflanze bei der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und bei der Linderung geistiger Erschöpfung hilfreich sein könne, methodische Mängel schränkten jedoch die verlässliche Einschätzung der Wirksamkeit ein. Eine rigoros konzipierte, gut berichtete randomisierte kontrollierte Studie mit minimiertem Verzerrungsrisiko sei nötig, um die tatsächliche Wirksamkeit von Rosenwurz bei Erschöpfung festzustellen.

Quelle
Krebserkrankungen, Ganoderma lucidum (Reishi)
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Fünf randomisierte kontrollierte Studien; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren schreiben, ihre Übersicht habe keine ausreichenden Belege gefunden, die den Einsatz von G. lucidum als Erstlinienbehandlung bei Krebs rechtfertigten. Ob G. lucidum das Langzeitüberleben bei Krebs verlängere, bleibe unsicher. G. lucidum könnte jedoch in Anbetracht seines Potenzials, das Ansprechen des Tumors zu verstärken und die körpereigene Immunabwehr anzuregen, als alternative Ergänzung zur konventionellen Behandlung gegeben werden. G. lucidum sei von den meisten Teilnehmenden im Allgemeinen gut vertragen worden, mit nur vereinzelten leichten unerwünschten Ereignissen; eine erhebliche Toxizität sei in keiner Studie beobachtet worden. Obwohl es nur wenige Berichte über schädliche Wirkungen gebe, solle der Extrakt umsichtig eingesetzt werden, besonders nach sorgfältiger Abwägung von Kosten und Nutzen und der Präferenz der Patientinnen und Patienten. Künftige Studien sollten die methodische Qualität verbessern, und weitere klinische Forschung zur Wirkung von G. lucidum auf das Langzeitüberleben bei Krebs sei nötig.

Quelle
Krebsvorbeugung, Grüntee-Konsum und Grüntee-Extrakte
Phytotherapie systematische Übersicht
142 abgeschlossene Studien: 11 experimentelle Studien mit 1795 Teilnehmenden (Grüntee-Extrakt oder Placebo) und 131 nicht-experimentelle Studien (46 Kohorten- und 85 Fall-Kontroll-Studien) mit über 1.100.000 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, experimentelle und nicht-experimentelle epidemiologische Studien hätten insgesamt widersprüchliche Ergebnisse geliefert und damit begrenzte Belege für eine günstige Wirkung des Grünteekonsums auf das Krebsrisiko insgesamt oder auf einzelne Krebslokalisationen erbracht. Aus den randomisierten Studien und aus Fall-Kontroll-Studien hätten sich einige Hinweise auf eine günstige Wirkung von grünem Tee bei einigen Krebslokalisationen ergeben; deren methodische Grenzen, etwa die geringe Zahl und Größe der Studien, und die Widersprüche zu den Ergebnissen der Kohortenstudien schränkten die Aussagekraft der Schätzungen des relativen Risikos jedoch ein. Die Studien hätten auch auf mehrere Nebenwirkungen bei hoher Aufnahme von grünem Tee hingewiesen. Zudem sei die Mehrzahl der eingeschlossenen Studien in asiatischen Bevölkerungen mit hohem Grünteekonsum durchgeführt worden, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Bevölkerungen begrenze. Um Schlüsse über mögliche günstige Wirkungen des Grünteekonsums auf das Krebsrisiko ziehen zu können, wären gut durchgeführte randomisierte Studien mit ausreichender Fallzahl nötig.
Quelle
Kreuzschmerz (ohne rein akuten), verglichen mit Medikation oder üblicher Versorgung
Schröpfen systematische Übersicht
Die Metaanalyse wertet elf Studien mit 921 Teilnehmenden aus; fünf davon stuft sie als mit geringem Verzerrungsrisiko ein, sechs als von annehmbarer Qualität.
Der Befund im Wortlaut

Die Metaanalyse wertet elf Studien mit 921 Teilnehmenden aus; fünf davon stuft sie als mit geringem Verzerrungsrisiko ein, sechs als von annehmbarer Qualität. Für das Ende der Behandlungsphase nach zwei bis acht Wochen berichtet sie eine statistisch signifikante Schmerzlinderung auf hoher Evidenzstufe. NACH der Behandlung fand sie keine fortdauernde Schmerzlinderung, weder nach einem Monat noch nach drei bis sechs Monaten. Für den chronischen und den nicht-spezifischen chronischen Kreuzschmerz fand sie auf mittlerer bis niedriger Evidenzstufe KEINE Linderung. Trockenes Schröpfen zeigte keinen, blutiges Schröpfen einen Effekt; einen Zusammenhang zwischen Schröpfart und Schmerzlinderung belegte sie aber nicht. Gegenüber Medikation und üblicher Versorgung berichtet sie eine signifikante Schmerzlinderung; Belege mittlerer Qualität legten nahe, dass sich die Beeinträchtigung nach ein bis sechs Monaten besserte, unmittelbar am Ende der Behandlung wurde dagegen kein Effekt beobachtet. Die Heterogenität der Studien nennt sie hoch. Der Schluss der Autorinnen und Autoren: Belege hoher bis mittlerer Qualität deuteten darauf hin, dass Schröpfen Schmerz und Beeinträchtigung signifikant verbessere; die Wirksamkeit hänge von Behandlungsdauer, Schröpfart, Behandlungsort und Art des Kreuzschmerzes ab; gegenüber Medikation und üblicher Versorgung habe Schröpfen eine überlegene und anhaltende Schmerzlinderung gezeigt; die erhebliche Heterogenität der Studien wecke jedoch Zweifel an der Gewissheit dieser Befunde; künftige Studien sollten ein standardisiertes Vorgehen mit festgelegten Sitzungen, Häufigkeit, Schröpfart und Behandlungsort verwenden, die tatsächliche Wirkung mit objektiven Schmerzmessungen bestätigen und mindestens sechs bis zwölf Monate nachbeobachten.

Quelle
Lebensqualität bei Brustkrebs, Mistelextrakte begleitend zur onkologischen Behandlung
Misteltherapie systematische Übersicht
Neun randomisierte Studien mit 833 und sieben nicht randomisierte Studien mit 2831 Teilnehmerinnen, Suche bis Januar 2023.
Der Befund im Wortlaut

Neun randomisierte Studien mit 833 und sieben nicht randomisierte Studien mit 2831 Teilnehmerinnen, Suche bis Januar 2023. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Vorher-nachher-Änderung der Lebensqualität unter Mistelextrakten als Zusatz zur konventionellen Behandlung habe gegenüber den Kontrollgruppen in den randomisierten Studien einer standardisierten Mittelwertdifferenz von 0,61 entsprochen (moderate Vertrauenswürdigkeit) und in den retrospektiven nicht randomisierten Studien 0,46 (sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit). Das Verzerrungsrisiko lag bei den randomisierten Studien zwischen niedrig und hoch, bei allen nicht randomisierten Studien bei schwerwiegend. Die Ergebnisse deuteten auf einen klinisch relevanten, mittelgroßen Effekt auf die Lebensqualität hin, der auf immunmodulierenden Wirkungen der Mistelextrakte während der Chemotherapie beruhen könne; zu den Einschränkungen der Belege gehöre das Verzerrungsrisiko, das vor allem durch die schwierige Verblindung entstehe, und weitere randomisierte Studien und Versorgungsdaten müssten das Ergebnis bestätigen, besonders bei neoadjuvanter Chemotherapie und bei Überlebenden von Brustkrebs.

Quelle
Lymphödem des Arms nach Brustkrebsoperation, Meridian-Sehnen-Tuina (Meridian sinew tuina) als Ergänzung der onkologischen Rehabilitation
Tuina systematische Übersicht
15 randomisierte kontrollierte Studien. Meridian-Sehnen-Tuina, eine tiefe Gewebemobilisation entlang der sechs Leitbahn-Sehnenlinien der Hand durch Zupfen, Kneten und Drücken, verringerte den Armumfang gegenüber den Kontrollen signifikant (standardisierte Mittelwertdifferenz 1,59; 95-Prozent-Intervall 1,44 bis 1,74; 924 Teilnehmende; mittlere Sicherheit nach GRADE) und erhöhte die klinische Ansprechrate (relatives Risiko 1,69; 1114 Teilnehmende; mittlere Sicherheit); bei Armfunktion, Schmerzstärke und Lebensqualität fanden sich nach drei Monaten günstige Ergebnisse mit niedriger bis sehr niedriger Sicherheit wegen Durchführungsverzerrung und klinischer Heterogenität. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten nicht auf. Die Autorinnen und Autoren schliessen, die Protokolle des Meridian-Sehnen-Tuina seien mit günstigen kurz- und mittelfristigen Verringerungen der Armschwellung verbunden; das Vertrauen sei jedoch durch unverblindete Durchführung und uneinheitliche Kontrollgruppen gedämpft. Das Verfahren könne nicht uneingeschränkt als alleinige Behandlung empfohlen werden, stelle aber eine vielversprechende, optionale unterstützende Zusatzintervention in der onkologischen Rehabilitation dar.
Quelle
Magen-Darm-Beschwerden, vor allem funktionelle Verstopfung, Zubereitungen aus Rosa damascena
Phytotherapie systematische Übersicht
13 klinische Studien; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

13 klinische Studien; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, die Anwendung von Rosa damascena habe bei Patientinnen und Patienten mit Verstopfung die Lebensqualität (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,84; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,03 bis 1,65) und die mittlere wöchentliche Stuhlfrequenz (0,86; 0,14 bis 1,58) signifikant verbessert und den Anteil unvollständiger Entleerungen gesenkt (relatives Risiko 0,78; 0,63 bis 0,94); auf der Bristol-Stuhlformenskala habe sich keine Verbesserung gezeigt (-1,34; -4,39 bis 1,71, nicht signifikant). Ihr Schluss: Rosa damascena könne vielversprechende Wirkungen auf die Beschwerden und die Lebensqualität von Menschen mit funktioneller Verstopfung haben; künftige Studien sollten die Methodik vereinheitlichen, verschiedene Dosierungen prüfen und weitere Magen-Darm-Erkrankungen untersuchen. Welche Zubereitung geprüft wurde, nennt die Zusammenfassung nicht.

Quelle
Major Depression (Johanniskraut-Extrakte)
Phytotherapie systematische Übersicht
29 Studien mit 5489 Patientinnen und Patienten, 18 Vergleiche mit Placebo und 17 mit synthetischen Standard-Antidepressiva.
Der Befund im Wortlaut

29 Studien mit 5489 Patientinnen und Patienten, 18 Vergleiche mit Placebo und 17 mit synthetischen Standard-Antidepressiva. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die verfügbaren Belege legten nahe, dass die geprüften Hypericum-Extrakte bei Major Depression dem Placebo überlegen, ähnlich wirksam wie Standard-Antidepressiva seien und weniger Nebenwirkungen als diese hätten; Abbrüche wegen unerwünschter Wirkungen seien unter Hypericum seltener gewesen als unter älteren Antidepressiva (Odds Ratio 0,24) und unter SSRI (Odds Ratio 0,53). Die placebokontrollierten Studien seien ausgeprägt heterogen gewesen: In neun größeren Studien habe das Verhältnis der Ansprechraten gegenüber Placebo 1,28 betragen, in neun kleineren 1,87. Studien aus deutschsprachigen Ländern berichteten günstigere Ergebnisse; dieser Zusammenhang von Herkunftsland und Präzision der Studien mit der Effektgröße erschwere die Auslegung.

Quelle
Maligne Tumoren, begleitend zur onkologischen Behandlung
Misteltherapie systematische Übersicht
21 randomisierte Studien mit insgesamt 3484 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege aus randomisierten Studien für die Auffassung, die Anwendung von Mistelextrakten wirke sich auf das Überleben aus oder verbessere die Fähigkeit, den Krebs zu bekämpfen oder Krebsbehandlungen durchzustehen, seien schwach. Es gebe einige Hinweise darauf, dass Mistelextrakte während einer Chemotherapie bei Brustkrebs Vorteile für Maße der Lebensqualität bieten könnten; diese Ergebnisse müssten repliziert werden. Insgesamt sei mehr hochwertige, unabhängige klinische Forschung nötig, um Sicherheit und Wirksamkeit von Mistelextrakten wirklich beurteilen zu können; Patientinnen und Patienten unter Misteltherapie sollten ermutigt werden, an künftigen Studien teilzunehmen. Der Stand dieser Übersicht ist der 16.04.2008.
Quelle
Menge der Menstruationsblutung bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne gynäkologische Erkrankung, Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer) als Tabletten, Kapseln oder Tropfen
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf Studien (randomisierte kontrollierte, quasi-experimentelle und Cross-over-Studien; die Teilnehmerinnenzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht), Vergleich mit Placebo oder Mefenaminsäure.
Der Befund im Wortlaut

Fünf Studien (randomisierte kontrollierte, quasi-experimentelle und Cross-over-Studien; die Teilnehmerinnenzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht), Vergleich mit Placebo oder Mefenaminsäure. Gegenüber Placebo hatte die Einnahme von Vitex keinen signifikanten Effekt auf die Menge der Menstruationsblutung, weder im ersten Zyklus (Mittelwertdifferenz 3,08; 95-Prozent-Konfidenzintervall -3,11 bis 9,26) noch im zweiten (Mittelwertdifferenz 0,00; -5,75 bis 5,75); gegenüber Mefenaminsäure lag der Higham-Score unter Vitex im ersten Zyklus statistisch höher (Mittelwertdifferenz 7,17; 0,33 bis 14,01), im zweiten Zyklus ohne statistisch signifikanten Unterschied. Als Nebenwirkungen wurden in den eingeschlossenen Studien nur Übelkeit und Bauchschmerzen berichtet. Ihr Schluss: Die Einnahme von Vitex habe im Vergleich zu Placebo keinen signifikanten Effekt auf die Menstruationsblutung gehabt; wegen der eher niedrigen Qualität der Arbeiten seien klinische Studien mit angemessenem Design nötig, um die Wirkung von Vitex auf die Menstruationsblutung zu bestimmen.

Quelle
Metabolisches Syndrom, Schröpfen als komplementäre Therapie
Schröpfen systematische Übersicht
Fünf Studien mit 489 Patientinnen und Patienten; es wurden einige Verzerrungsrisiken festgestellt.
Der Befund im Wortlaut

Fünf Studien mit 489 Patientinnen und Patienten; es wurden einige Verzerrungsrisiken festgestellt. Die Metaanalyse ergab zwischen Schröpfgruppe und Kontrollgruppen statistisch signifikante Unterschiede beim Taillenumfang (mittlere Differenz -6,07; 95-Prozent-Intervall -8,44 bis -3,71), beim Körpergewicht (-2,46) und beim Body-Mass-Index (-1,26), nicht aber beim Körperfettanteil und beim Blutdruck; das LDL-Cholesterin war unter Schröpfen signifikant niedriger, Gesamtcholesterin, Triglyceride, HDL-Cholesterin, Nüchternblutzucker und hochsensitives CRP unterschieden sich nicht. Drei Studien berichteten keine unerwünschten Ereignisse. Die Autorinnen und Autoren schliessen, trotz einiger Verzerrungsrisiken und niedriger bis erheblicher Heterogenität der eingeschlossenen Studien könne die Schröpftherapie als sichere und wirksame komplementäre Intervention zur Senkung von Taillenumfang, Körpergewicht, Body-Mass-Index und LDL-Cholesterin bei metabolischem Syndrom angesehen werden; künftig seien gut geplante, hochwertige, methodisch strenge und langfristige randomisierte Studien nötig, um Wirksamkeit und Sicherheit zu beurteilen.

Quelle
Metabolisches Syndrom, Wirkung von Capsicum-annuum-Supplementen auf die Einzelkomponenten des Syndroms gegenüber Placebo
Phytotherapie systematische Übersicht
Elf randomisierte kontrollierte Studien mit 609 Teilnehmenden, Supplemente aus Capsicum annuum gegen Placebo.
Der Befund im Wortlaut

Elf randomisierte kontrollierte Studien mit 609 Teilnehmenden, Supplemente aus Capsicum annuum gegen Placebo. Die Autorinnen und Autoren berichten, die Einnahme von Capsicum annuum habe einen signifikanten Effekt auf das LDL-Cholesterin gehabt (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,39; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,72 bis -0,07; Vorhersageintervall -1,28 bis 0,50) und einen grenzwertig signifikanten Effekt auf das Körpergewicht (-0,19; -0,40 bis 0,03). Ihr Schluss: Es brauche größere und gut geplante klinische Studien, um die Wirkungen von Capsicum annuum auf das metabolische Syndrom zu untersuchen. Welche Zubereitung der Pflanze geprüft wurde, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Migränevorbeugung, Mutterkraut-Monopräparate
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechs Studien mit 561 Patientinnen und Patienten. Die Autorinnen und Autoren schreiben, seit der letzten Fassung sei eine größere, methodisch strenge Studie aufgenommen worden, die einen Unterschied zwischen Mutterkraut und Placebo von 0,6 Attacken pro Monat berichte. Das füge den gemischten und nicht schlüssigen Ergebnissen der vorherigen Übersicht einige positive Belege hinzu. Es handle sich jedoch um Evidenz niedriger Qualität, die in größeren, methodisch strengen Studien mit stabilen Mutterkrautextrakten und klar definierten Migränepopulationen bestätigt werden müsse, bevor sichere Schlussfolgerungen gezogen werden könnten. Nach den ausgewerteten Daten scheine Mutterkraut nicht mit größeren Sicherheitsbedenken verbunden zu sein.
Quelle
Muskuloskelettale Beschwerden bei Erwachsenen, trockenes Schröpfen im Vergleich zu Placebo-Schröpfen
Schröpfen systematische Übersicht
Fünf Studien mit 281 Teilnehmenden, vier davon mit insgesamt hohem Verzerrungsrisiko; Schmerzskalen wurden auf eine Skala von 0 bis 100 umgerechnet, ein bedeutsamer Unterschied lag bei 15 Punkten.
Der Befund im Wortlaut

Fünf Studien mit 281 Teilnehmenden, vier davon mit insgesamt hohem Verzerrungsrisiko; Schmerzskalen wurden auf eine Skala von 0 bis 100 umgerechnet, ein bedeutsamer Unterschied lag bei 15 Punkten. Es fand sich Evidenz sehr niedriger Sicherheit, dass trockenes Schröpfen gegenüber Placebo-Schröpfen kurzfristig (mittlere Differenz -9,9; 95-Prozent-Intervall -30,5 bis 10,7; vier Studien, 243 Teilnehmende) und langfristig (mittlere Differenz -2,2; eine Studie, 52 Teilnehmende) von geringfügig schädlich bis bedeutsam nützlich reichte, und Evidenz sehr niedriger Sicherheit, dass trockenes Schröpfen mittelfristig wirksam war (mittlere Differenz -17,2; 95-Prozent-Intervall -33,0 bis -1,4; eine Studie), wobei der Effekt klinisch bedeutsam sein könnte. Die Autorinnen und Autoren schliessen, die Wirkungen von trockenem Schröpfen auf Schmerzen seien zu allen Zeitpunkten sehr unsicher; Behandlungsalternativen mit Evidenz höherer Sicherheit für ihre Wirksamkeit sollten vor dem Schröpfen versucht werden.

Quelle
Nächtliches Einnässen (Enuresis) bei Kindern, Tuina im Vergleich zu anderen Verfahren der chinesischen Medizin (Akupunktur, Kräutermedizin)
Tuina systematische Übersicht
Zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit 1007 Kindern. Gegenüber anderen Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin verbesserte Tuina die Gesamtansprechrate signifikant (relatives Risiko 1,29; 95-Prozent-Intervall 1,22 bis 1,36); in den Untergruppen war Tuina zusätzlich zu Akupunktur der Akupunktur allein, Tuina allein und Tuina zusätzlich zu Kräutermedizin der Kräutermedizin allein überlegen. Unerwünschte Reaktionen von Tuina wurden in keiner Studie berichtet. Die Autorinnen und Autoren schliessen, nach der verfügbaren Evidenz könne Tuina allein oder kombiniert mit Akupunktur oder Kräutermedizin das klinische Ergebnis bei Kindern mit Enuresis verbessern, was Tuina zu einer vielversprechenden Behandlungsoption mache; wegen der inneren Grenzen der eingeschlossenen Studien seien jedoch weitere hochwertige randomisierte Studien mit längerer Nachbeobachtung nötig, um Wirksamkeit und Sicherheit zu bestätigen.
Quelle
Nackenschmerz
Chiropraktik systematische Übersicht
Untersucht wurden Manipulation und Mobilisation der Halswirbelsäule und der Brustwirbelsäule, nicht der Beruf. 51 Studien mit 2920 Teilnehmenden; eine Suchaktualisierung vom Juni 2015 sei noch nicht eingearbeitet.
Der Befund im Wortlaut

Untersucht wurden Manipulation und Mobilisation der Halswirbelsäule und der Brustwirbelsäule, nicht der Beruf. 51 Studien mit 2920 Teilnehmenden; eine Suchaktualisierung vom Juni 2015 sei noch nicht eingearbeitet. Die Autorinnen und Autoren schreiben, für die Manipulation der Brustwirbelsäule gegenüber einer Kontrolle lasse sich bei Nackenschmerz, Funktion und Lebensqualität Unterstützung finden, während die Ergebnisse für Manipulation und Mobilisation der Halswirbelsäule gegenüber einer Kontrolle wenige und uneinheitlich seien; eine Publikationsverzerrung lasse sich nicht ausschließen, und es sei Forschung nötig, die gegen verschiedene Verzerrungen geschützt sei. Die Befunde legten nahe, dass Manipulation und Mobilisation bei jedem Zielkriterium in der unmittelbaren, kurz- und mittelfristigen Nachbeobachtung ähnliche Ergebnisse zeigten. Mehrere Sitzungen der Manipulation der Halswirbelsäule könnten unmittelbar, mittel- und langfristig eine bessere Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung bringen als bestimmte Medikamente. Ihr Schluss nennt ausdrücklich das Risiko: Da für die Manipulation das Risiko seltener, aber schwerwiegender unerwünschter Ereignisse bestehe, sei weitere hochwertige Forschung nötig, die sich auf die Mobilisation richte und Mobilisation oder Manipulation mit anderen Behandlungsmöglichkeiten vergleiche, um Behandelnde bei ihrer Wahl zu leiten.

Quelle
Nackenschmerzen, Schröpfen allein oder zusätzlich zu einer Kontrollbehandlung
Schröpfen systematische Übersicht
Die Übersicht wählte 18 randomisierte kontrollierte Studien aus; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht wählte 18 randomisierte kontrollierte Studien aus; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Gegenüber keiner Behandlung zeigte die Schröpfgruppe eine signifikante Schmerzminderung (mittlere Differenz -2,42; 95-Prozent-Intervall -3,98 bis -0,86) und eine bessere Funktion; gegenüber aktiven Kontrollen eine signifikante Schmerzminderung und eine signifikant verbesserte Lebensqualität; als Zusatz zur Kontrollbehandlung eine signifikante Schmerzminderung gegenüber der aktiven Kontrolle. Nur acht der 18 Studien berichteten über unerwünschte Ereignisse, die meist leicht und vorübergehend waren. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Schröpfen habe Nackenschmerzen im Vergleich zu keiner Behandlung oder zu aktiven Kontrollgruppen sowie als Zusatzbehandlung verringert; je nach Art der Kontrollgruppe sei Schröpfen auch mit einer signifikanten Verbesserung von Funktion und Lebensqualität verbunden gewesen. Wegen der niedrigen Qualität der Evidenz der eingeschlossenen Studien hätten aus dieser Übersicht jedoch keine definitiven Schlussfolgerungen gezogen werden können; künftige gut geplante Studien seien nötig, um die Wirksamkeit von Schröpfen bei Nackenschmerzen zu belegen.

Quelle
Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie bei Krebs
Moxibustion systematische Übersicht
29 randomisierte Studien mit 2569 Teilnehmenden; das Verzerrungsrisiko war in 18 Studien hoch und in 11 unklar, und die Daten ließen sich nur selten zusammenfassen.
Der Befund im Wortlaut

29 randomisierte Studien mit 2569 Teilnehmenden; das Verzerrungsrisiko war in 18 Studien hoch und in 11 unklar, und die Daten ließen sich nur selten zusammenfassen. Gegenüber keiner Behandlung waren die Leukozytenzahl (mittlere Differenz 1,77 mal 10 hoch 9 je Liter) und das Hämoglobin (1,33 Gramm je Liter) höher, jeweils aus einzelnen kleinen Studien mit niedriger Vertrauenswürdigkeit; für einen Effekt auf die Leukopenie fand sich kein Beleg, die Immunwerte waren uneinheitlich. Zusätzlich zur konventionellen Behandlung sei Moxibustion mit niedriger Vertrauenswürdigkeit mit weniger Übelkeit und Erbrechen (7 Studien, 801 Teilnehmende), höherer Lebensqualität (3 Studien, 134 Teilnehmende), höheren Leukozyten und höherem Hämoglobin verbunden gewesen, ohne Unterschied bei den Thrombozyten; eine Studie gegen Scheinmoxibustion (50 Teilnehmende) sowie eine Studie (90 Teilnehmende) und zwei Studien (235 Teilnehmende) gegen konventionelle Arzneimittel legten mit niedriger Vertrauenswürdigkeit ebenfalls günstigere Blutwerte nahe, die Studie gegen Scheinmoxibustion auch eine bessere Lebensqualität und weniger Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die meisten Studien berichteten nicht über unerwünschte Wirkungen wie Verbrennungen oder allergische Reaktionen. Die Autorinnen und Autoren schließen, begrenzte Belege niedriger Vertrauenswürdigkeit legten nahe, dass Moxibustion die hämatologischen und gastrointestinalen Nebenwirkungen möglicherweise mindern und die Lebensqualität verbessern könne; die Belege seien nicht schlüssig, Nutzen und Risiken ließen sich nicht ausschließen, und hochwertige Studien, die unerwünschte Wirkungen berichten, seien nötig.

Quelle
Nebenwirkungen von Krebsbehandlungen, chemotherapiebedingte Stomatitis, Mundspülung mit dem Komplexmittel Traumeel S
Homöopathische Komplexmittel systematische Übersicht
Acht kontrollierte Studien mit insgesamt 664 Teilnehmenden, sieben davon placebokontrolliert und eine gegen eine aktive Behandlung; drei untersuchten Nebenwirkungen der Strahlentherapie, drei Nebenwirkungen der Chemotherapie und zwei Wechseljahresbeschwerden im Zusammenhang mit der Brustkrebsbehandlung. Zwei Studien mit niedrigem Verzerrungsrisiko zeigten einen Nutzen, darunter eine Studie mit 32 Teilnehmenden, in der Traumeel S, ein proprietäres homöopathisches Komplexmittel, als Mundspülung bei chemotherapiebedingter Stomatitis Placebo überlegen war. Zwei weitere Studien berichteten positive Ergebnisse bei unklarem Verzerrungsrisiko, vier weitere Studien berichteten negative Ergebnisse. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Übersicht habe vorläufige Daten gefunden, die die Wirksamkeit von topischer Calendula zur Vorbeugung einer akuten Dermatitis während der Strahlentherapie und von Traumeel S als Mundspülung bei der Behandlung der chemotherapiebedingten Stomatitis stützen; diese Studien müssten wiederholt werden. Für andere Nebenwirkungen von Krebsbehandlungen gebe es keine überzeugenden Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel; weitere Forschung sei erforderlich. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen oder Wechselwirkungen, die den verwendeten homöopathischen Arzneimitteln zuzuschreiben wären, wurden nicht berichtet.
Quelle
Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung, Wegwarte (Cichorium intybus) als Nahrungsergänzung
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf Arbeiten (randomisierte klinische Studien) mit 197 Patientinnen und Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung.
Der Befund im Wortlaut

Fünf Arbeiten (randomisierte klinische Studien) mit 197 Patientinnen und Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung. Wegwarte senkte die Aspartat-Aminotransferase (gewichtete Mittelwertdifferenz -7,07 U/l; 95-Prozent-Konfidenzintervall -13,82 bis -0,32) und die Alanin-Aminotransferase (-17,53 U/l; -32,64 bis -2,42) signifikant; auf alkalische Phosphatase, Gamma-Glutamyltransferase und die Bestandteile des Lipidprofils wurden keine signifikanten Effekte beobachtet. Ihr Schluss: Die Meta-Analyse zeige, dass eine Nahrungsergänzung mit Wegwarte bei Patientinnen und Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung möglicherweise leberschützende Wirkungen entfalte; für breite Empfehlungen seien jedoch mehr Studien mit höherer Patientenzahl und längerer Interventionsdauer zwingend nötig.

Quelle
Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, verglichen mit einer Schein- oder Placebobehandlung
Osteopathie systematische Übersicht
Neun randomisierte Studien; der Volltext nennt davon sieben mit 1281 Teilnehmenden zum Kreuzschmerz.
Der Befund im Wortlaut

Neun randomisierte Studien; der Volltext nennt davon sieben mit 1281 Teilnehmenden zum Kreuzschmerz. Aufgenommen wurde nur, wer osteopathisch nach einer eigenen Befunderhebung behandelte, nicht wer eine einzelne Technik anwandte. Verglichen wurde ausschließlich mit einer Schein- oder Placebobehandlung; ein Vergleich mit keiner Behandlung oder mit üblicher Versorgung ist in dieser Übersicht nicht enthalten. Über Nacken- und Kreuzschmerz zusammen berichten die Autorinnen und Autoren, die meisten Studien hätten bei keinem klinischen Endpunkt einen überlegenen Effekt gezeigt; die Metaanalyse ergab keinen statistisch bedeutsamen Unterschied bei der Schmerzstärke (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,15; Konfidenzintervall -0,38 bis 0,08; sieben Studien, 1173 Teilnehmende) und bei der Beeinträchtigung (-0,09; -0,25 bis 0,08; sechs Studien, 1153 Teilnehmende); die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde auf moderat, niedrig oder sehr niedrig herabgestuft. Für den Kreuzschmerz allein nennt der Volltext -0,10 (95-Prozent-Konfidenzintervall -0,34 bis 0,08; fünf Studien, 1118 Teilnehmende) bei der Schmerzstärke und -0,07 (-0,22 bis 0,09; vier Studien, 1098 Teilnehmende) bei der Beeinträchtigung; die Vertrauenswürdigkeit der Belege wurde dort nach GRADE für die Schmerzstärke als niedrig und für die Beeinträchtigung als moderat eingestuft. Ihr Schluss: Osteopathische Behandlung sei einer Schein- oder Placebobehandlung bei Schmerz, Beeinträchtigung und Lebensqualität nicht überlegen.

Quelle
Nicht-spezifischer Nackenschmerz, verglichen mit keiner Behandlung oder einer Scheinbehandlung
Osteopathie systematische Übersicht
Fünf Studien in der Übersicht, vier davon in der Berechnung.
Der Befund im Wortlaut

Fünf Studien in der Übersicht, vier davon in der Berechnung. Die Autorinnen und Autoren berichten für osteopathische Behandlung gegenüber keiner Behandlung oder Scheinbehandlung statistisch bedeutsame Ergebnisse für die Schmerzstärke (Effektstärke -1,57; Konfidenzintervall -2,50 bis -0,65; p = 0,0008) und für den Funktionszustand (-1,71; -3,12 bis -0,31; p = 0,02). Sie stufen die Vertrauenswürdigkeit der Belege für ALLE untersuchten Zielgrößen als sehr niedrig ein, und keine der fünf Studien wurde durchweg als risikoarm bewertet. Ihr eigener Schluss lautet deshalb, osteopathische Behandlung könne bei Erwachsenen mit nicht-spezifischem Nackenschmerz für Schmerzstärke und Funktionszustand wirksam sein, die Ergebnisse seien aber von der sehr niedrigen Belegqualität betroffen; deshalb seien weitere hochwertige randomisierte Studien nötig, um die Belegqualität zu verbessern und die Ergebnisse verallgemeinern zu können.

Quelle
Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (Leberenzyme und Blutfette), Artischockenblattextrakt gegenüber Kontrolle
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 333 Patientinnen und Patienten mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung.
Der Befund im Wortlaut

Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 333 Patientinnen und Patienten mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung. Die Autoren berichten, Artischockenblattextrakt habe gegenüber der Kontrollgruppe zu einer signifikanten Senkung der Alanin-Aminotransferase (standardisierte Mittelwertdifferenz 1,1; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,79 bis 1,73) und der Aspartat-Aminotransferase (1,01; 0,52 bis 1,51) geführt, ebenso zu einer signifikanten Senkung von Gesamtcholesterin (0,98; 0,53 bis 1,43), LDL-Cholesterin (0,96; 0,3 bis 1,62) und Triglyzeriden (0,95; 0,58 bis 1,32). Ihr Schluss: Die Übersicht liefere Belege aus randomisierten klinischen Studien, die den Einsatz von Artischockenblattextrakt als leberschützendes Mittel bei Patientinnen und Patienten mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung stützten.

Quelle
Nierentransplantation (begleitende Immunsuppression), Cordyceps sinensis
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
Fünf Studien mit 447 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, obwohl einige günstige Aspekte mit Cordyceps verbunden gewesen seien, seien längere Studien nötig, um das Verhältnis von Nutzen und Schaden zu klären. Künftige Studien sollten Cordyceps in Kombination mit anderen Immunsuppressiva wie Tacrolimus, Mycophenolatmofetil oder einer Induktionstherapie untersuchen; diese Studien müssten zudem angemessen groß und statistisch ausreichend ausgelegt sein.
Quelle
Nüchternblutzucker, HbA1c, Insulinresistenz und Insulin bei Erwachsenen, Psyllium (Flohsamen, Flohsamenschalen) gegenüber Placebo
Phytotherapie systematische Übersicht
19 randomisierte kontrollierte Studien mit 962 erwachsenen Teilnehmenden.
Der Befund im Wortlaut

19 randomisierte kontrollierte Studien mit 962 erwachsenen Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren berichten, Psyllium habe gegenüber Placebo den Nüchternblutzucker (gewichtete Mittelwertdifferenz -6,89; 95-Prozent-Konfidenzintervall -10,62 bis -3,16), das HbA1c (-0,75; -1,21 bis -0,29) und den HOMA-IR (-1,17; -2,11 bis -0,23) signifikant gesenkt, den Insulinspiegel nicht (-2,08; -4,21 bis -0,035, nicht signifikant); Maßeinheiten nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. In Untergruppen hätten sich beim Nüchternblutzucker Dosierungen unter und über 10 g täglich signifikant unterschieden, bei Anwendungsdauern unter 50 Tagen sei der Effekt nicht signifikant gewesen; beim HbA1c sei eine Einnahme unter 10 g täglich nicht signifikant gewesen; für HOMA-IR und Insulin habe es zwischen weniger und mehr als 10 g täglich keine signifikanten Unterschiede gegeben. Ihr Schluss: Psyllium könne Nüchternblutzucker, HbA1c und HOMA-IR gegenüber Placebo signifikant senken, nicht aber den Insulinspiegel. Art und Pflanzenteil legt die Zusammenfassung nicht fest.

Quelle
Orale Mukositis unter Strahlen- oder Chemotherapie bei Krebs, Behandlung mit Aloe vera gegenüber Placebo, Natriumbicarbonat oder Benzydamin
Phytotherapie systematische Übersicht
Sieben randomisierte kontrollierte Studien mit 355 Teilnehmenden (170 in den Aloe-vera-Gruppen, 185 in den Kontrollgruppen), Krebspatientinnen und -patienten unter Strahlen- oder Chemotherapie, deren orale Mukositis mit Aloe vera behandelt wurde. Die Autorinnen und Autoren berichten, bei schweren Verläufen (Grad 3 und 4) habe sich mit Aloe vera gegenüber der Kontrolle (Placebo, Natriumbicarbonat oder Benzydamin) eine signifikante Besserung gezeigt (Odds Ratio 0,32; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,15 bis 0,70); in der Untergruppenanalyse habe die Besserung der Grade 3 und 4 gegenüber Placebo bestanden (Odds Ratio 0,22; 0,11 bis 0,44), nicht aber gegenüber Natriumbicarbonat oder Benzydamin. Ihr Schluss: Die Ergebnisse legten nahe, dass Aloe vera für Krebspatientinnen und -patienten unter Strahlen- oder Chemotherapie von Nutzen sein könne und zu Besserungen in den schwereren Stadien der oralen Mukositis führe. Welche Aloe-Zubereitung geprüft wurde, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Quelle
Periphere arterielle Verschlusskrankheit, Knoblauchpräparate
Phytotherapie systematische Übersicht
Eine Studie mit 78 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, eine kleine Studie von kurzer Dauer habe keine statistisch signifikante Wirkung von Knoblauch auf die Gehstrecke gefunden.
Quelle
Phenylketonurie, eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung
Ernährungstherapie systematische Übersicht
Vier Studien mit 251 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren berichten, nicht randomisierte Studien kämen zu dem Schluss, eine phenylalaninarme Diät senke den Phenylalaninspiegel im Blut und verbessere Intelligenzquotient und neuropsychologische Ergebnisse. Randomisierte Studien, die eine solche Diät ab der Diagnose gegen keine Diät prüfen, fanden sie nicht; eine solche Studie wäre angesichts der Belege aus nicht randomisierten Studien unethisch. Sie empfehlen, mit der Diät zum Zeitpunkt der Diagnose zu beginnen. Über das genaue Maß der Phenylalaninbeschränkung und darüber, wann und ob überhaupt die Diät gelockert werden sollte, besteht Unsicherheit; dies sollte durch randomisierte kontrollierte Studien geklärt werden, doch würden in diesem Bereich keine neuen Studien erwartet, weshalb sie die Übersicht nicht mehr aktualisieren wollen.
Quelle
Plaque-Psoriasis, Schiebeschröpfen (moving cupping) allein oder kombiniert mit chinesischen Kräutern oder konventionellen Arzneimitteln
Schröpfen systematische Übersicht
16 Studien mit 1164 Teilnehmenden. In der Metaanalyse hatte die Gruppe mit Schiebeschröpfen gegenüber der Gruppe ohne Schiebeschröpfen einen signifikanten Effekt (gewichtete mittlere Differenz -1,22; 95-Prozent-Intervall -1,58 bis -0,85; I² 85 Prozent); Schiebeschröpfen allein oder kombiniert mit Arzneimitteln war Arzneimitteln allein überlegen, und die Schröpftherapie verbesserte die Rückfallrate der Psoriasis signifikant (relatives Risiko 0,33; 95-Prozent-Intervall 0,16 bis 0,68). Auf der visuellen Analogskala zeigte Schiebeschröpfen keinen deutlichen Vorteil. Berichtet wurden wenige vorübergehende unerwünschte Reaktionen wie Rötung, Juckreiz und örtliches Brennen der Haut. Die Autorinnen und Autoren schliessen, die Schiebeschröpftherapie könnte allein oder als Kombinationstherapie eine wirksame Behandlung der Plaque-Psoriasis sein; grosse, streng geplante Studien seien jedoch nötig, um diese Befunde zu bestätigen.
Quelle
Prämenstruelles Syndrom, Zubereitungen aus Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer)
Phytotherapie systematische Übersicht
17 randomisierte kontrollierte Studien, 14 davon in der quantitativen Auswertung.
Der Befund im Wortlaut

17 randomisierte kontrollierte Studien, 14 davon in der quantitativen Auswertung. 13 von 14 Studien mit Placebo, Nahrungsergänzungsmitteln oder pflanzlichen Zubereitungen als Kontrolle berichteten positive Effekte von Vitex agnus-castus auf die Gesamtsymptomatik des prämenstruellen Syndroms; der gepoolte Effekt in den placebokontrollierten Studien war groß (Hedges g -1,21; 95-Prozent-Konfidenzintervall -1,53 bis -0,88) bei extrem hoher Heterogenität (I² 91 Prozent), die meisten Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko, und Trichterdiagramm und Egger-Test legten eine Publikationsverzerrung nahe. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Meta-Analyse zeige zwar einen großen gepoolten Effekt von Vitex agnus-castus in placebokontrollierten Studien, das hohe Verzerrungsrisiko, die hohe Heterogenität und das Risiko einer Publikationsverzerrung der eingeschlossenen Studien schlössen jedoch eine endgültige Schlussfolgerung aus. Die gepoolten Behandlungseffekte seien lediglich als explorativ anzusehen und überschätzten bestenfalls den wahren Behandlungseffekt von Vitex agnus-castus auf die Symptome des prämenstruellen Syndroms. Es bestehe ein klarer Bedarf an hochwertigen Studien angemessener Größe, die die Wirkung standardisierter Vitex-agnus-castus-Extrakte im Vergleich zu Placebo, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern und oralen Kontrazeptiva untersuchten, um die relative Wirksamkeit festzustellen.

Quelle
Primäre Dysmenorrhoe (Regelschmerzen), Fenchel (Foeniculum vulgare)
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwölf randomisierte kontrollierte Studien. In sieben zusammengefassten Studien war die schmerzlindernde Wirkung von Fenchel der von konventionellen Arzneimitteltherapien ähnlich (502 Teilnehmerinnen; standardisierte Mittelwertdifferenz 0,07; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,08 bis 0,21); gegenüber Placebo zeigte Fenchel günstige Effekte auf den Schmerz bei primärer Dysmenorrhoe (468 Teilnehmerinnen; standardisierte Mittelwertdifferenz -3,27; -5,28 bis -1,26; I² 98 Prozent). Nur drei Studien erfassten unerwünschte Ereignisse, eine berichtete geringfügige. Das Verzerrungsrisiko aller eingeschlossenen Studien war moderat, und wegen der größeren Zahl kleiner Studien mit günstigen Ergebnissen wurde eine mögliche Publikationsverzerrung beobachtet. Ihr Schluss: Fenchel sei bei der Linderung des Schmerzes der primären Dysmenorrhoe so wirksam wie konventionelle Arzneimitteltherapien; künftig seien mehr Studien mit vielfältigeren Populationen und belastbaren Belegen zur Wirkung von Fenchel nötig.
Quelle
Primäres nephrotisches Syndrom, Tripterygium-wilfordii-Extrakt
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
Zehn Studien mit 630 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Tripterygium wilfordii Hook F könne bei Menschen mit primärem nephrotischem Syndrom einen zusätzlichen Effekt auf die Remission haben.
Der Befund im Wortlaut

Zehn Studien mit 630 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Tripterygium wilfordii Hook F könne bei Menschen mit primärem nephrotischem Syndrom einen zusätzlichen Effekt auf die Remission haben. Ob es ebenso wirksam sei wie Prednison oder Cyclophosphamid, lasse sich mit den vorhandenen Belegen nicht beurteilen. Methodisch solidere, ausreichend große Studien mit angemessener Nachbeobachtung würden helfen, die Behandlungsmöglichkeiten mit Tripterygium wilfordii bei primärem nephrotischem Syndrom besser einzuschätzen. Tripterygium wilfordii solle weiter direkt mit anderen verbreiteten Immunsuppressiva verglichen werden, sobald seine Überlegenheit gegenüber Placebo oder keiner Behandlung eindeutig belegt sei.

Quelle
Pseudokrupp im Kindesalter
Anthroposophische Arzneimittel systematische Übersicht
Eine systematische Suche in allgemeinen Datenbanken (Cochrane Library, PubMed, OVID) und in Datenbanken der Komplementärmedizin (CAMbase, CAM-QUEST, Anthromedics), dazu eine Handsuche in anthroposophischen Handbüchern.
Der Befund im Wortlaut

Eine systematische Suche in allgemeinen Datenbanken (Cochrane Library, PubMed, OVID) und in Datenbanken der Komplementärmedizin (CAMbase, CAM-QUEST, Anthromedics), dazu eine Handsuche in anthroposophischen Handbüchern. Von 157 Arbeiten, die den Suchkriterien entsprachen, blieben eine retrospektive Studie und fünf Erfahrungsberichte; eine kontrollierte klinische Studie war nicht darunter. Genannt werden unter anderem Aconitum, Apis, Bryonia, Hepar sulfuris, Lavendel, Pyrit, Sambucus und Spongia, bei sachgerechter Anwendung ohne berichtete unerwünschte Wirkungen. Die Autorinnen und Autoren schließen, die anthroposophische Medizin halte ein breites Spektrum an Mitteln für die Behandlung des Pseudokrupps bei Kindern bereit, insbesondere Aconitum, Bryonia und Spongia würden häufig empfohlen; klinische Studien zur Wirksamkeit seien jedoch spärlich, weshalb Therapiestrategien erst entwickelt und überprüft werden müssten. Der Befund ist damit eine Aussage über die Studienlage und nicht über eine Wirkung: Eine systematische Übersicht, die keine kontrollierte Studie findet, belegt weder Nutzen noch Schaden.

Quelle
Psoriasis, trockenes oder blutiges Schröpfen, systematische Übersicht der englischsprachigen Literatur
Schröpfen systematische Übersicht
Die Übersicht fand 12 Artikel zur Akupunktur, 9 zum trockenen oder blutigen Schröpfen, 27 zu Meditation, Hypnose oder Psychotherapie und 34 zu Klima- oder Balneotherapie; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. In ihrer Schlussfolgerung halten die Autorinnen und Autoren fest, in der englischsprachigen Literatur fehle derzeit Evidenz, die Akupunktur als wirksame alternative Therapie der Psoriasis stützt, während Schröpfen in der Mehrzahl der Fälle als Auslöser eines Köbner-Phänomens und einer klinischen Verschlechterung beschrieben worden sei. Stressbewältigungsverfahren wie Psychotherapie, Hypnose und Meditation hätten als ergänzende Behandlungsmethoden vielversprechende Ergebnisse gezeigt; Klimatherapie und Balneotherapie seien bereits als wirksame Mittel für eine klinische Besserung bei Psoriasis belegt. Weitere Forschung sei nötig, um den Nutzen der weniger untersuchten Behandlungsmethoden zu prüfen.
Quelle
Psychischer Stress, Lavendel (mehrere Lavandula-Arten, Zubereitung in der Zusammenfassung nicht festgelegt)
Phytotherapie systematische Übersicht
In der Ausgangssuche seien 1520 Artikel gefunden worden; nach Ausschluss nicht relevanter Studien seien 21 Artikel mit 791 Teilnehmenden in der Interventionsgruppe und 804 in der Kontrollgruppe in die Meta-Analyse eingeschlossen worden. Der Stress-Score nach der Anwendung von Lavendel sei in der Interventionsgruppe um 0,63 ± 0,13 stärker gesunken als in der Kontrollgruppe (p < 0,001). Die Subgruppenanalyse habe gezeigt, dass die größte standardisierte Mittelwertdifferenz vor und nach der Intervention gegenüber der Kontrollgruppe bei der Art Lavandula angustifolia (0,73 ± 0,22), bei Studierendengruppen (2,27 ± 1,34) und beim Diagnoseinstrument Perceived Stress Scale (0,82 ± 0,42) bestanden habe, jeweils statistisch signifikant (p < 0,001). Die Autorinnen und Autoren schreiben, die gepoolte Schätzung dieser systematischen Übersicht mit Meta-Analyse zeige, dass Lavendel den Stress von Personen signifikant verringere; es scheine daher, dass die Anwendung von Lavendel als Teil von Stressbewältigungsprogrammen in Betracht gezogen werden könne, insbesondere bei Studierendengruppen.
Quelle
Reizdarmsyndrom, individualisierte homöopathische Behandlung (Beratung und individuell gewähltes Mittel)
Klassische Homöopathie systematische Übersicht
Die Übersicht unterscheidet die individualisierte homöopathische Behandlung, bei der nach einer ausführlichen Beratung ein Mittel nach den individuellen Symptomen verordnet wird, von der klinischen Homöopathie.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht unterscheidet die individualisierte homöopathische Behandlung, bei der nach einer ausführlichen Beratung ein Mittel nach den individuellen Symptomen verordnet wird, von der klinischen Homöopathie. Vier randomisierte kontrollierte Studien mit 307 Teilnehmenden wurden eingeschlossen; eine Studie verglich die individualisierte homöopathische Behandlung (Beratung plus Mittel) mit üblicher Versorgung bei Frauen mit Reizdarmsyndrom, eine dreiarmige Studie verglich sie mit unterstützendem Zuhören oder üblicher Versorgung. In der Studie mit 20 Teilnehmerinnen betrug der mittlere Wert der allgemeinen Besserung (Unwohlsein) nach zwölf Wochen 1,44 (n = 9) unter individualisierter Homöopathie gegenüber 1,41 (n = 11) unter üblicher Versorgung (Mittelwertdifferenz 0,03; 95-Prozent-Konfidenzintervall -3,16 bis 3,22; sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit). Im Vergleich mit üblicher Versorgung lag der mittlere Schweregrad der Reizdarmsymptome nach sechs Monaten bei 210,44 (n = 16) gegenüber 237,3 (n = 60) (Mittelwertdifferenz -26,86; -88,59 bis 34,87; niedrige Vertrauenswürdigkeit) und die Lebensqualität (EQ-5D) bei 69,07 gegenüber 63,41 (Mittelwertdifferenz 5,66; -4,69 bis 16,01; niedrige Vertrauenswürdigkeit); im Vergleich mit unterstützendem Zuhören lag der Schweregrad bei 210,44 (n = 16) gegenüber 262 (n = 18) (Mittelwertdifferenz -51,56; -129,94 bis 26,82; sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit) und die Lebensqualität bei 69,07 gegenüber 63,09 (Mittelwertdifferenz 5,98; -8,13 bis 20,09; sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit). Die dreiarmige Studie hatte in vier Bereichen ein niedriges und in zwei Bereichen (Durchführung, Erfassung) ein hohes Verzerrungsrisiko. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Ergebnisse zu den untersuchten Endpunkten seien unsicher; es ließen sich daher keine festen Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Homöopathie bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms ziehen. Weitere hochwertige, ausreichend große randomisierte Studien seien erforderlich, um Wirksamkeit und Sicherheit der klinischen und der individualisierten Homöopathie beim Reizdarmsyndrom gegenüber Placebo oder üblicher Versorgung zu bewerten. Keine der eingeschlossenen Studien berichtete über Bauchschmerzen, Stuhlfrequenz, Stuhlkonsistenz oder unerwünschte Ereignisse.

Quelle
Reizdarmsyndrom, klinische Homöopathie (ein bestimmtes Mittel für eine bestimmte Erkrankung, nicht individualisiert)
Homöopathische Komplexmittel systematische Übersicht
Die Übersicht unterscheidet die klinische Homöopathie, bei der ein bestimmtes Mittel für eine bestimmte Erkrankung verordnet wird, von der individualisierten homöopathischen Behandlung.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht unterscheidet die klinische Homöopathie, bei der ein bestimmtes Mittel für eine bestimmte Erkrankung verordnet wird, von der individualisierten homöopathischen Behandlung. Vier randomisierte kontrollierte Studien mit 307 Teilnehmenden wurden eingeschlossen; zwei davon verglichen klinische Homöopathie (Asafoetida oder Asafoetida plus Nux vomica) mit Placebo beim Reizdarmsyndrom mit Verstopfung. In der Metaanalyse dieser beiden Studien (171 Teilnehmende) berichteten nach zwei Wochen 73 Prozent (46 von 63) der mit Asafoetida Behandelten eine allgemeine Besserung der Symptome gegenüber 45 Prozent (30 von 66) unter Placebo (relatives Risiko 1,61; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,18 bis 2,18; Belege von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit); in der Studie zu Asafoetida plus Nux vomica waren es 68 Prozent (13 von 19) gegenüber 52 Prozent (12 von 23) (relatives Risiko 1,31; 0,80 bis 2,15; sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit). Das Verzerrungsrisiko der beiden Studien zur klinischen Homöopathie war in den meisten Kriterien unklar und in einer Studie hoch für selektives Berichten. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Ergebnisse zu den untersuchten Endpunkten seien unsicher; es ließen sich daher keine festen Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Homöopathie bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms ziehen. Weitere hochwertige, ausreichend große randomisierte Studien seien erforderlich, um Wirksamkeit und Sicherheit der klinischen und der individualisierten Homöopathie beim Reizdarmsyndrom gegenüber Placebo oder üblicher Versorgung zu bewerten. Keine der eingeschlossenen Studien berichtete über Bauchschmerzen, Stuhlfrequenz, Stuhlkonsistenz oder unerwünschte Ereignisse.

Quelle
Reizdarmsyndrom, Pfefferminzöl als Spasmolytikum
Phytotherapie systematische Übersicht
56 Studien mit 3725 Patientinnen und Patienten, davon 29 Studien mit 2333 Patientinnen und Patienten zu Spasmolytika; wie viele Studien Pfefferminzöl prüften, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

56 Studien mit 3725 Patientinnen und Patienten, davon 29 Studien mit 2333 Patientinnen und Patienten zu Spasmolytika; wie viele Studien Pfefferminzöl prüften, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren schreiben, es gebe Belege, dass Spasmolytika bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms wirksam seien; zu den wirksamen einzelnen Untergruppen gehörten Cimetropium/Dicyclomin, Pfefferminzöl, Pinaverium und Trimebutin. Künftige Forschung solle eine strenge Methodik und valide Endpunkte verwenden. Die Aussagen der Schlussfolgerung zu Quellmitteln und Antidepressiva sind hier ausgelassen.

Quelle
Reizdarmsyndrom, Tuina allein oder zusätzlich zur Routinebehandlung
Tuina systematische Übersicht
Acht Studien (fünf zum Reizdarm vom Durchfalltyp, drei zum Verstopfungstyp) mit 545 Teilnehmenden und acht verschiedenen Handgriffen, alle auf Chinesisch veröffentlicht.
Der Befund im Wortlaut

Acht Studien (fünf zum Reizdarm vom Durchfalltyp, drei zum Verstopfungstyp) mit 545 Teilnehmenden und acht verschiedenen Handgriffen, alle auf Chinesisch veröffentlicht. Bei der Rate der Gesamtsymptombesserung beim Durchfalltyp war nicht gezeigt, dass Tuina der Routinebehandlung signifikant überlegen war (relatives Risiko 1,23; 95-Prozent-Intervall 0,94 bis 1,60; 197 Teilnehmende, drei Studien); Tuina zusätzlich zur Routinebehandlung zeigte mehr Nutzen als die Routinebehandlung allein (relatives Risiko 1,29; 95-Prozent-Intervall 1,08 bis 1,54; 115 Teilnehmende, drei Studien). Keine Studie berichtete unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit Tuina; das Verzerrungsrisiko war in allen Bereichen überwiegend unklar. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Tuina zusätzlich zur Routinebehandlung könnte der Routinebehandlung bei der Besserung der Gesamtsymptome des Reizdarms vom Durchfalltyp überlegen sein; wegen der methodischen Probleme und der Heterogenität der Tuina-Handgriffe müssten die Befunde in grossen, multizentrischen und robusten randomisierten Studien bestätigt werden.

Quelle
Rezidivierende aphthöse Stomatitis, topisch angewendetes Süßholzwurzelextrakt (Glycyrrhiza glabra)
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechs Studien mit 314 Teilnehmenden wurden nach Sichtung eingeschlossen.
Der Befund im Wortlaut

Sechs Studien mit 314 Teilnehmenden wurden nach Sichtung eingeschlossen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Süßholz habe signifikante Effekte auf die Schmerzreduktion, die Geschwürgröße und die Abheilzeit bei rezidivierender aphthöser Stomatitis gezeigt; seine Wirksamkeit hänge mit dosisabhängigen entzündungshemmenden und antioxidativen Effekten über mehrere Mechanismen zusammen. Süßholz wirke zudem antibakteriell gegen Streptococcus mutans und Porphyromonas gingivalis, was einen weiteren Wirkmechanismus bei der Behandlung darstelle. Außerdem könne Süßholz den Spiegel des epidermalen Wachstumsfaktors (EGF) im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhen, der eine wesentliche Rolle für die Integrität der Mundschleimhaut spiele. Süßholzextrakt sei in unterschiedlichen Darreichungsformen eingesetzt worden, darunter Paste, Pflaster und Mundspülung mit Konzentrationen von 1 oder 5 Prozent; die Abheilzeit nach der Süßholztherapie werde mit 4 bis 8 Tagen erwartet. Süßholz habe in den Interventionsgruppen keine unerwünschte Wirkung gezeigt, was auf seine Wirksamkeit und Sicherheit bei der Behandlung der rezidivierenden aphthösen Stomatitis hinweise.

Quelle
Rezidivierende Atemwegsinfektionen bei Kindern, pädiatrisches Tuina
Tuina systematische Übersicht
15 randomisierte kontrollierte Studien mit 1420 Kindern. Die Metaanalyse zeigte, dass pädiatrisches Tuina die Häufigkeit rezidivierender Atemwegsinfektionen (mittlere Differenz -1,11; 95-Prozent-Intervall -1,77 bis -0,46) und die Infektionsdauer (mittlere Differenz -1,16 Tage) signifikant senkte, IgA, IgG sowie CD3+, CD4+ und das CD4+/CD8+-Verhältnis erhöhte und die Gesamtansprechrate verbesserte (relatives Risiko 1,19); IgM und CD8+ unterschieden sich nicht signifikant. Auf Tuina bezogene unerwünschte Reaktionen wurden nicht beobachtet. Die Autorinnen und Autoren schliessen, pädiatrisches Tuina habe bei der Behandlung rezidivierender Atemwegsinfektionen positive Wirkungen gezeigt; wegen der Studienqualität seien diese Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, und weitere grosse, hochwertige randomisierte Studien seien nötig, um die Befunde zu bestätigen.
Quelle
Saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
Anthroposophische Arzneimittel systematische Übersicht
Eine systematische Übersicht über klinische Studien von Januar 1990 bis März 2023 in vier Datenbanken.
Der Befund im Wortlaut

Eine systematische Übersicht über klinische Studien von Januar 1990 bis März 2023 in vier Datenbanken. Eingeschlossen wurden 14 Studien, davon 11 zur europäischen/westlichen Phytotherapie und drei zu Arzneimitteln der anthroposophischen Medizin; etwa die Hälfte der Studien wurde als von ausreichender Qualität bewertet. Am häufigsten untersucht war die Pestwurz (Petasites hybridus) mit günstigen Wirkungen auf immunologische Parameter, Beschwerden und Nasenatmung; für ein Kombinationspräparat aus Citrus limonis (Zitrone) und Cydonia oblonga (Quitte) berichtet die Übersicht ebenfalls günstige immunologische und klinische Wirkungen. Die Schlussfolgerung hebt genau zwei pflanzliche Präparate hervor – eines aus der Phytotherapie und eines aus der anthroposophischen Medizin –, die „vielversprechende Möglichkeiten“ zu sein schienen; welches der beiden das anthroposophische ist, sagt die Zusammenfassung der Übersicht nicht ausdrücklich; da die Pestwurz ein Mittel der Phytotherapie ist, bleibt das Präparat aus Zitrone und Quitte. Die in Studien ausreichender Qualität untersuchten Mittel wurden als sicher beurteilt. Das ist der bisher deutlichste positive Befund zu einem einzelnen anthroposophischen Arzneimittel; er gilt für dieses Präparat und diese Indikation und nicht für die Therapierichtung.

Quelle
Schizophrenie, ayurvedische Arzneimittel und Behandlung
Ayurveda systematische Übersicht
Drei kleine, kurze Studien mit insgesamt 250 Teilnehmenden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, ayurvedische Arzneimittel hätten möglicherweise gewisse Wirkungen bei der Behandlung der Schizophrenie, seien aber nur in wenigen kleinen Pionierstudien untersucht worden. Im Vergleich mit Placebo seien die Bewertungen des psychischen Zustands überwiegend uneindeutig gewesen, mit Ausnahme der Brahmyadiyoga-Gruppe in der ayurvedischen Beurteilung (eine Studie mit 68 Teilnehmenden); Übelkeit und Erbrechen seien in der Brahmyadiyoga-Gruppe häufig gewesen. Im Vergleich mit dem Antipsychotikum Chlorpromazin hätten die mit ayurvedischen Kräutern Behandelten ein höheres Risiko gehabt, sich im psychischen Zustand nicht zu bessern (45 Teilnehmende). Beim Vergleich einer komplexen Kräutermischung mit Chlorpromazin bei akut Erkrankten schienen die schiefen Daten die Chlorpromazin-Gruppe zu begünstigen.
Quelle
Schlafqualität bei Erwachsenen, Lavendelöl (ätherisches Öl)
Phytotherapie systematische Übersicht
Elf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 628 erwachsenen Teilnehmenden (Suche vom 1. Januar 2014 bis zum 4.
Der Befund im Wortlaut

Elf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 628 erwachsenen Teilnehmenden (Suche vom 1. Januar 2014 bis zum 4. September 2024). Die Meta-Analyse ergab einen signifikanten schlaffördernden Effekt einer Intervention mit Lavendelöl bei Erwachsenen (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,56; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,96 bis -0,17). Ihr Schluss: Die derzeitigen Befunde zeigten, dass die Anwendung von Lavendelöl die Schlafqualität von Erwachsenen verbessern könne; begrenzt durch Zahl und Qualität der eingeschlossenen Studien bedürfe diese Schlussfolgerung jedoch der Bestätigung durch weitere hochwertige Studien.

Quelle
Schlafqualität bei Erwachsenen, Rosa damascena zum Einatmen oder zur Einnahme
Phytotherapie systematische Übersicht
Zehn randomisierte kontrollierte Studien zu Aromatherapie und Einnahme von Rosa damascena; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Zehn randomisierte kontrollierte Studien zu Aromatherapie und Einnahme von Rosa damascena; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, Einatmen und Einnahme von Rosa damascena könnten einige schlafbezogene Endpunkte verbessern; die gepoolte Auswertung von sieben Effektgrößen habe für die Inhalations-Aromatherapie mit Rosa damascena eine signifikante Verbesserung der Schlafqualität ergeben (standardisierte Mittelwertdifferenz 2,24; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01 bis 3,48). Die meisten Studien seien von mäßiger methodischer Qualität gewesen, zwei hätten unerwünschte Wirkungen berichtet (Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, häufiges Niesen). Ihr Schluss: Die Anwendung von Rosa damascena scheine ein vielversprechender Ansatz der Komplementärmedizin zur Verbesserung der Schlafqualität Erwachsener zu sein; angesichts der nur mäßigen methodischen Qualität der meisten Studien und der berichteten unerwünschten Wirkungen brauche es weitere hochwertige Studien für eine evidenzbasierte Schlussfolgerung.

Quelle
Schmerzlinderung und Wundheilung nach Dammschnitt (Episiotomie) im Wochenbett, Lavendel in jeder Form und Darreichung
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechs Studien mit 415 Teilnehmenden hätten die Einschlusskriterien erfüllt.
Der Befund im Wortlaut

Sechs Studien mit 415 Teilnehmenden hätten die Einschlusskriterien erfüllt. Die Anwendung von Lavendel könne Schmerzen bei Frauen mit Dammschnitt (Episiotomie) signifikant verringern (95-Prozent-Konfidenzintervall -1,06 bis -0,32) und habe die Wundheilung der Episiotomie gegenüber Placebo signifikant verbessert (95-Prozent-Konfidenzintervall -2,13 bis -1,34); in allen Studien seien Schmerz mit der visuellen Analogskala (VAS) und Wundheilung mit der REEDA-Skala (Rötung, Ödem, Ekchymose, Ausfluss, Wundrandannäherung) erfasst worden. Die Autorinnen und Autoren schreiben, diese Übersicht zeige, dass die Anwendung von Lavendel (in jeder Form) im Wochenbett einen signifikanten Effekt auf die Schmerzlinderung und die Wundheilung der Episiotomie habe; alle sechs eingeschlossenen Studien stammten aus Entwicklungsländern. Bei der Wirkung von Lavendel auf den Schmerz, nicht jedoch auf die Wundheilung, sei eine hohe Heterogenität beobachtet worden, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten seien. Der Einsatz von Lavendel könne für die Wundheilung der Episiotomie in Erwägung gezogen werden. Ob es sich bei den angegebenen Werten um standardisierte oder nicht standardisierte Mittelwertdifferenzen handelt, benennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht ausdrücklich.

Quelle
Schulter-Hand-Syndrom nach Schlaganfall, Feuerdrachen-Schröpfen (fire dragon cupping)
Schröpfen systematische Übersicht
Elf randomisierte kontrollierte Studien mit 1087 Patientinnen und Patienten, alle aus China.
Der Befund im Wortlaut

Elf randomisierte kontrollierte Studien mit 1087 Patientinnen und Patienten, alle aus China. Die gepoolten Schätzungen deuteten darauf hin, dass Feuerdrachen-Schröpfen die klinische Wirksamkeit (relatives Risiko 1,20; 95-Prozent-Intervall 1,12 bis 1,28) und die obere motorische Funktion (standardisierte Mittelwertdifferenz 1,01) verbessern könnte; für Handschwellung und Schmerzstärke war die Heterogenität hoch und ihre Quellen blieben unerkannt, weshalb die Autorinnen und Autoren diese gepoolten Schätzungen nur der Transparenz halber berichten und nicht als zusammenfassende Effekte verstanden wissen wollen, weil die Vorhersageintervalle die Null einschliessen. Sie schliessen, die scheinbaren therapeutischen Vorteile müssten wegen nicht auflösbarer schwerer Heterogenität, fehlender Verblindung, uneinheitlicher Kontrollinterventionen und der ausschliesslichen Stützung auf chinesischsprachige Literatur mit äusserster Vorsicht interpretiert werden; die gegenwärtige Evidenz reiche nicht aus, um starke klinische Empfehlungen zu formulieren, und künftige multizentrische, angemessen verblindete randomisierte Studien seien geboten.

Quelle
Serumlipide (Gesamtcholesterin, Triglyceride, LDL, HDL) bei Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Erkrankungen und metabolischen Syndromen, Melisse (Melissa officinalis) zum Einnehmen
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 302 Patientinnen und Patienten.
Der Befund im Wortlaut

Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 302 Patientinnen und Patienten. Der Verzehr von Melisse senkte gegenüber Placebo Triglyceride (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,396; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,620 bis -0,173), Gesamtcholesterin (-0,416; -0,641 bis -0,192) und LDL (-0,23; -0,45 bis -0,008) signifikant, ohne statistisch signifikanten Effekt auf HDL (0,336; -0,091 bis 0,767); eine Publikationsverzerrung war nicht nachweisbar. Ihr Schluss: Die Befunde lieferten Belege dafür, dass Melisse als sicheres und nützliches pflanzliches Arzneimittel zur Senkung von Gesamtcholesterin, Triglyceriden und LDL gegeben werden könne; nach den gepoolten Ergebnissen von fünf Studien mit 302 Patientinnen und Patienten habe die Einnahme keinen signifikanten Effekt auf HDL gehabt. Die Arbeit bestärke die Auffassung, dass Melisse als mögliches Mittel bei Dyslipidämie einen erheblichen Einfluss auf das Serumlipidprofil haben könne; Hauptbedenken seien die begrenzte Zahl geeigneter Studien und die relativ kleinen Populationen der einzelnen Studien, deren Patientinnen und Patienten verschiedene Erkrankungen und metabolische Syndrome hatten; die Meta-Analyse sei jedoch ausreichend stark gewesen, um die beträchtlichen Effekte in der zusammengefassten Population unabhängig von der Erkrankung zu erkennen.

Quelle
Spannungskopfschmerz (Vorbeugung)
Akupunktur systematische Übersicht
Zwölf Studien mit 2349 Teilnehmenden. In zwei großen Studien gegen Routineversorgung erreichten deutlich mehr Behandelte mindestens eine Halbierung der Kopfschmerzhäufigkeit (48 gegenüber 19 Prozent und 45 gegenüber 4 Prozent; moderate Qualität); die beiden Studien unterschieden sich aber deutlich in Ausgangshäufigkeit und Versorgung der Kontrollgruppen, und Langzeitwirkungen über vier Monate hinaus wurden nicht untersucht. Gegenüber Scheinakupunktur erreichten 51 gegenüber 43 Prozent mindestens eine Halbierung der Häufigkeit (relatives Risiko 1,3; moderate Qualität); Abbrüche wegen unerwünschter Wirkungen waren selten (1 von 420 mit Akupunktur, 0 von 343 mit Scheinakupunktur), unerwünschte Wirkungen berichteten 17 Prozent mit Akupunktur gegenüber 12 Prozent mit Scheinakupunktur (drei Studien; niedrige Qualität). Gegenüber Physiotherapie, Massage oder Übungen fand keine der vier Studien (niedrige bis moderate Qualität, hohes Verzerrungsrisiko, unzureichend berichtet) eine signifikante Überlegenheit der Akupunktur, bei manchen Zielkriterien lagen die Ergebnisse leicht zugunsten der Vergleichsbehandlung; zu unerwünschten Wirkungen berichteten diese Studien nichts. Die Qualität der Belege war insgesamt moderat oder niedrig, vor allem wegen fehlender Verblindung und schwankender Effektgrößen. Die Autorinnen und Autoren schließen, die verfügbaren Ergebnisse legten nahe, dass Akupunktur bei häufigem episodischem oder chronischem Spannungskopfschmerz wirksam sei; weitere Studien, besonders im Vergleich mit anderen Behandlungsmöglichkeiten, seien nötig.
Quelle
Spastik nach Schlaganfall, Tuina-Massage zusätzlich zur konventionellen Behandlung
Tuina systematische Übersicht
18 Studien mit 1937 Patientinnen und Patienten, behandelt mit verschiedenen Tuina-Techniken allein oder in Kombination mit anderen Therapien; die Qualität wurde mit dem Jadad-Score bewertet.
Der Befund im Wortlaut

18 Studien mit 1937 Patientinnen und Patienten, behandelt mit verschiedenen Tuina-Techniken allein oder in Kombination mit anderen Therapien; die Qualität wurde mit dem Jadad-Score bewertet. Die Tuina-Gruppe schnitt bei der modifizierten Ashworth-Skala, dem modifizierten Barthel-Index und dem Fugl-Meyer-Assessment besser ab als die Kontrollgruppe. Die Autorinnen und Autoren schliessen, ihre Metaanalyse zeige, dass Tuina-Massage zusätzlich zur konventionellen Behandlung den Schweregrad der Spastik nach Schlaganfall signifikant verringere sowie Funktionsfähigkeit und Lebensqualität verbessere, was ihr Potenzial für die Einbindung in Rehabilitationsprogramme hervorhebe. Eine Einschränkung der Aussage enthält die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Schröpfen zusätzlich zur westlichen Medizin
Schröpfen systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien, die meisten von niedriger methodischer Qualität; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Fünf randomisierte kontrollierte Studien, die meisten von niedriger methodischer Qualität; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Schröpfen zusätzlich zur westlichen Medizin zeigte gegenüber der westlichen Medizin allein eine höhere Ansprechrate (relatives Risiko 1,13; 95-Prozent-Intervall 1,06 bis 1,22) sowie günstigere Werte im Bath-Funktionsindex (BASFI) und im Bath-Krankheitsaktivitätsindex (BASDAI) und niedrigere Werte von Blutsenkung und C-reaktivem Protein, jeweils bei niedriger Heterogenität. Die Autorinnen und Autoren schliessen, insgesamt stütze nur schwache Evidenz die Hypothese, dass die Schröpftherapie für Patientinnen und Patienten mit Spondylitis ankylosans potenziellen Nutzen habe.

Quelle
Sportliche Leistungsfähigkeit und Muskelschäden bei körperlicher Belastung, Rosenwurz (Rhodiola rosea)
Phytotherapie systematische Übersicht
Dreizehn Studien mit 263 Teilnehmenden (198 Männer und 65 Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren) seien eingeschlossen worden; zwei Studien hätten eine akute, fünf eine chronische und sechs eine kombinierte Supplementierung untersucht. Die Ergebnisse seien heterogen gewesen: Elf Studien hätten einige positive Effekte gezeigt, während zwei Studien keinen Effekt auf Größen wie wahrgenommene Anstrengung, Herzfrequenz, antioxidative Kapazität, Blutlaktat, Kreatinkinase oder C-reaktives Protein gezeigt hätten. Zwei Einschränkungen seien festgestellt worden: erstens der Unterschied zwischen Supplementierungs- und Trainingsprotokollen, und zweitens ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko in den meisten eingeschlossenen Studien. Die Autorinnen und Autoren schreiben, eine akute Supplementierung mit Rosenwurz wirke sich positiv auf die Ausdauerleistung und die wahrgenommene Anstrengung aus. Eine chronische Supplementierung wirke sich positiv auf die Leistung bei anaerober Belastung aus, nicht aber auf die Ausdauerleistung. Eine chronische Supplementierung könne sich positiv auf Muskelschäden während des Trainings auswirken. Weitere qualitativ hochwertige Studien seien jedoch nötig, um die klinische Wirksamkeit von Rosenwurz sicher zu belegen.
Quelle
Subsyndromale Angst, generalisierte Angststörung und gemischte Angst- und depressive Störung bei Erwachsenen, Lavendelöl zum Einnehmen (Silexan, 80 mg täglich)
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studien mit 1213 ambulanten erwachsenen Patientinnen und Patienten, die zehn Wochen lang einmal täglich 80 mg Silexan, einen aus Lavandula angustifolia gewonnenen Wirkstoff, oder Placebo erhielten. Nach zehn Wochen war Silexan dem Placebo bei der Senkung des Gesamtwerts der Hamilton-Angstskala (einschließlich der Unterwerte für psychische und somatische Angst) und der selbst eingeschätzten Angst signifikant überlegen; das Verhältnis der Ansprechraten (mindestens 50 Prozent Reduktion des Hamilton-Gesamtwerts) betrug 1,34 zugunsten von Silexan, das Verhältnis der nach der Clinical Global Impression viel oder sehr viel gebesserten Patientinnen und Patienten 1,51. Silexan war auch bei der Besserung der körperlichen und psychischen Summenwerte des SF-36 signifikant überlegen; bei unerwünschten Ereignissen, schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und vorzeitigen Abbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Ihr Schluss: Die Meta-Analyse zeige, dass Silexan bei subsyndromaler Angst, generalisierter Angststörung und gemischter Angst- und depressiver Störung signifikante angstlösende Wirkungen entfalte, die sich durchgängig in Untersucherbewertungen und patientenberichteten Ergebnissen einschließlich einer Besserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität widerspiegelten, bei günstiger Verträglichkeit und Sicherheit.
Quelle
Tinnitus, Ginkgo-biloba-Zubereitungen
Phytotherapie systematische Übersicht
Zwölf Studien mit zusammen 1915 Teilnehmenden; elf verglichen Ginkgo biloba mit Placebo, eine Ginkgo biloba zusammen mit Hörgeräten gegenüber Hörgeräten allein.
Der Befund im Wortlaut

Zwölf Studien mit zusammen 1915 Teilnehmenden; elf verglichen Ginkgo biloba mit Placebo, eine Ginkgo biloba zusammen mit Hörgeräten gegenüber Hörgeräten allein. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Nutzen und Schaden von Ginkgo biloba bei der Behandlung von Tinnitus im Vergleich mit Placebo seien unsicher. Zu Nutzen und Schaden von Ginkgo biloba zusammen mit einer weiteren Behandlung (Hörgeräten) hätten sie keine aussagekräftigen Schlussfolgerungen ziehen können. Die nach GRADE bewertete Vertrauenswürdigkeit der Evidenz für die berichteten Endpunkte habe zwischen niedrig und sehr niedrig gelegen. Künftige Forschung zur Wirksamkeit von Ginkgo biloba bei Tinnitus solle eine strenge Methodik verwenden; Randomisierung und Verblindung sollten angesichts der subjektiven Natur des Tinnitus und der hohen Wahrscheinlichkeit einer Placeboreaktion von höchster Qualität sein. Für Planung und Berichterstattung künftiger Studien solle das CONSORT-Statement genutzt werden. Zudem empfählen sie validierte, patientenzentrierte Endpunkte für die Tinnitusforschung.

Quelle
Typ-2-Diabetes, Stoffwechselwerte (Blutzucker, HbA1c, Blutfette, Entzündungsmarker, Blutdruck) unter Einnahme von Brennnessel (Urtica dioica)
Phytotherapie systematische Übersicht
13 klinische Studien; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

13 klinische Studien; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, die Einnahme von Urtica dioica habe gegenüber den Kontrollgruppen Nüchternblutzucker (gewichtete Mittelwertdifferenz -17,17 mg/dl; 95-Prozent-Konfidenzintervall -26,60 bis -7,73), HbA1c (-0,93; -1,66 bis -0,17), C-reaktives Protein (-1,09 mg/dl; -1,64 bis -0,53), Triglyzeride (-26,94 mg/dl; -52,07 bis -1,82) und systolischen Blutdruck (-5,03 mmHg; -8,15 bis -1,91) signifikant gesenkt; Insulin, Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin, BMI und diastolischer Blutdruck hätten sich nicht signifikant verändert. Ihr Schluss: Die Einnahme von Urtica dioica könne bei Typ-2-Diabetes zu einer Verbesserung von Nüchternblutzucker, HbA1c, C-reaktivem Protein, Triglyzeriden und systolischem Blutdruck führen, habe aber Insulin, Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin, BMI und diastolischen Blutdruck nicht beeinflusst. Welcher Pflanzenteil eingenommen wurde, nennt die Zusammenfassung nicht.

Quelle
Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen (Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung), Grüntee-Zubereitungen
Phytotherapie systematische Übersicht
Zur Gewichtsabnahme sechs Studien außerhalb Japans mit 532 Teilnehmenden und acht Studien in Japan mit 1030 Teilnehmenden, zur Gewichtserhaltung zwei Studien mit 184 Teilnehmenden; eine Gesamtzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Grüntee-Zubereitungen schienen bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen eine geringe, statistisch nicht signifikante Gewichtsabnahme zu bewirken. Weil die Gewichtsabnahme gering sei, sei sie klinisch wahrscheinlich nicht bedeutsam. Auf das Halten des Gewichts nach einer Abnahme habe grüner Tee keine signifikante Wirkung gehabt. Unter den Studien mit Angaben zu unerwünschten Ereignissen hätten nur zwei ein Ereignis festgestellt, das einen Krankenhausaufenthalt erforderte; die übrigen unerwünschten Ereignisse seien als leicht bis mittelschwer beurteilt worden.
Quelle
Urämischer Juckreiz bei fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung, Kurkuma
Phytotherapie systematische Übersicht
Zweiundneunzig randomisierte kontrollierte Studien mit 4466 Teilnehmenden; wie viele davon Kurkuma prüften, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Zweiundneunzig randomisierte kontrollierte Studien mit 4466 Teilnehmenden; wie viele davon Kurkuma prüften, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Studien dieser Metaanalyse umfassten eine große Bandbreite von Interventionen mit sehr unterschiedlichen Vergleichen; für viele Interventionen gebe es nur wenige Studien, was eine aussagekräftige Metaanalyse erschwert habe. Auch für orales Montelukast, Kurkuma, Zinksulfat und topisches Capsaicin habe die Evidenz eine Verringerung der Juckreizwerte gezeigt; diese Verringerungen seien jedoch in kleinen Studien berichtet worden und verdienten weitere Untersuchung. Die Aussagen der Schlussfolgerung zu Gabapentinoiden, Kappa-Opioid-Agonisten und Ondansetron sind hier ausgelassen.

Quelle
Vaskuläre Demenz
Chinesische Arzneimitteltherapie systematische Übersicht
47 Studien mit 3581 Teilnehmenden zu 18 der 29 in Frage kommenden Arzneimittel der chinesischen Pharmakopöe oder der chinesischen Liste unentbehrlicher Arzneimittel, alle in China durchgeführt.
Der Befund im Wortlaut

47 Studien mit 3581 Teilnehmenden zu 18 der 29 in Frage kommenden Arzneimittel der chinesischen Pharmakopöe oder der chinesischen Liste unentbehrlicher Arzneimittel, alle in China durchgeführt. Die Autorinnen und Autoren fanden Belege moderater bis sehr niedriger Qualität für Nutzen und Schaden; Berichterstattung und Methodik seien insgesamt schlecht gewesen, insbesondere hätten Angaben zur Randomisierung gefehlt, Teilnehmende und Ergebnisbeurteilende seien nicht verblindet gewesen, unerwünschte Ereignisse seien unvollständig berichtet worden, und keine der 30 seit 2007 veröffentlichten Studien habe die CONSORT-Empfehlungen für pflanzliche Arzneimittel befolgt; die methodischen Mängel müssten durch besser durchgeführte und berichtete Studien behoben werden. Einen Gesamteffekt errechneten sie wegen der Heterogenität nicht; sieben Arzneimittel hätten jeweils möglicherweise großen Nutzen gezeigt, und drei Präparate (NaoMaiTai, NaoXinTong, TongXinLuo) nannten sie als vorrangig weiter zu untersuchen. Zwei davon (NaoMaiTai und TongXinLuo) hätten gegenüber keiner Behandlung ein um 5 Prozent oder mehr erhöhtes Risiko unerwünschter Ereignisse gezeigt, die Qualität dieser Belege sei aber schlecht.

Quelle
Verbrennungen (Wundheilung, Schmerz, Wundinfektion), örtlich angewendete Aloe vera gegenüber anderen örtlichen Mitteln
Phytotherapie systematische Übersicht
Neun randomisierte kontrollierte Studien zu Aloe vera bei Verbrennungen, sechs davon mit Daten zum primären Endpunkt Wundheilungszeit; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Neun randomisierte kontrollierte Studien zu Aloe vera bei Verbrennungen, sechs davon mit Daten zum primären Endpunkt Wundheilungszeit; eine Teilnehmerzahl nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, Aloe vera habe die mittlere Wundheilungszeit gegenüber anderen örtlich angewendeten Mitteln signifikant verkürzt (Mittelwertdifferenz -3,76 Tage; 95-Prozent-Konfidenzintervall -5,69 bis -1,84); bei der Schmerzlinderung (-0,76 Punkte; -1,53 bis 0,01) und beim Risiko einer Wundinfektion (relatives Risiko 1,10; 0,34 bis 3,59) habe sich zwischen Aloe vera und den Kontrollgruppen kein signifikanter Unterschied gezeigt. Ihr Schluss: Aloe vera beschleunige die Wundheilung bei Verbrennungen zweiten Grades, ohne das Infektionsrisiko gegenüber anderen antimikrobiellen Mitteln zu erhöhen; die schmerzlindernde Wirkung bei Verbrennungen bleibe ungewiss. Welche Aloe-Zubereitung geprüft wurde, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Verschiedene Erkrankungen (15 Krankheitsbilder), nicht individualisierte homöopathische Behandlung im Vergleich zu anderen Kontrollen als Placebo
Homöopathische Komplexmittel systematische Übersicht
17 randomisierte kontrollierte Studien zu 15 verschiedenen Krankheitsbildern, in denen die Kontrollgruppe etwas anderes als Placebo erhielt; 14 Studien wurden insgesamt mit hohem und drei mit unklarem Verzerrungsrisiko eingestuft, zehn hatten auswertbare Daten. Erhebliche Heterogenität untergrub die geplanten Metaanalysen oder ihre sinnvolle Deutung. Für die drei Äquivalenz- oder Nichtunterlegenheitsstudien mit auswertbaren Daten war der kleine, nicht signifikante gepoolte Effekt (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,08; p = 0,46) mit dem Schluss vereinbar, dass sich die nicht individualisierte homöopathische Behandlung bei Schwindel nicht von einer Behandlung mit Ginkgo biloba oder Betahistin und bei saisonaler allergischer Rhinitis nicht von Natriumcromoglicat unterschied. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die vorliegenden Daten ließen keine eindeutige Schlussfolgerung über die vergleichende Wirksamkeit der nicht individualisierten homöopathischen Behandlung zu. Die Verallgemeinerbarkeit der Befunde sei durch die insgesamt begrenzte externe Validität eingeschränkt. Die höchste intrinsische Qualität sei in den Äquivalenz- und Nichtunterlegenheitsstudien beobachtet worden.
Quelle
Verschiedene Erkrankungen (48 klinische Zustände), nicht individualisierte homöopathische Behandlung im Vergleich zu Placebo
Homöopathische Komplexmittel systematische Übersicht
75 randomisierte kontrollierte Studien zu 48 verschiedenen klinischen Zuständen, davon 54 mit auswertbaren Daten; 49 Studien wurden mit hohem und 23 mit unklarem Verzerrungsrisiko eingestuft, die übrigen drei, klinisch heterogenen Studien wiesen ein ausreichend niedriges Verzerrungsrisiko auf, um als verlässliche Belege eingestuft zu werden. Die gepoolte standardisierte Mittelwertdifferenz aller auswertbaren Studien betrug -0,33 (95-Prozent-Konfidenzintervall -0,44 bis -0,21) und nach Korrektur für Publikationsverzerrung -0,16 (-0,31 bis -0,02); die drei Studien mit verlässlichen Belegen ergaben einen nicht signifikanten gepoolten Wert von -0,18 (-0,46 bis 0,09). Für keinen einzelnen klinischen Zustand enthielt die Metaanalyse verlässliche Belege. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Qualität der Gesamtheit der Belege sei niedrig. Eine Metaanalyse aller auswertbaren Daten führe zur Ablehnung ihrer Nullhypothese, wonach das Hauptergebnis einer Behandlung mit einer nicht individualisierten, standardisierten homöopathischen Arznei von dem eines Placebos nicht zu unterscheiden sei; die Analyse einer kleinen Untergruppe verlässlicher Belege stütze diese Ablehnung aber nicht. Für indikationsbezogene Metaanalysen fehlten verlässliche Belege, was einschlägige Schlussfolgerungen ausschließe. Besser geplante und strengere randomisierte Studien seien nötig, um eine Evidenzbasis zu entwickeln, die verlässliche Effektschätzungen zur nicht individualisierten homöopathischen Behandlung liefern könne.
Quelle
Verschiedene Erkrankungen (klinische Studien bis 2007)
Heileurythmie systematische Übersicht
Die Übersicht fand acht Veröffentlichungen: vier zur prospektiven Kohortenstudie AMOS ohne Kontrollgruppe, zwei explorative Vorher-nachher-Studien ohne Kontrollgruppe, eine prospektive nicht randomisierte Vergleichsstudie und eine deskriptive Studie mit Kontrollgruppe; die methodische Qualität reichte von schlecht bis gut, die Stichproben von 5 bis 898. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Studien beschrieben meist positive Effekte mit klinisch relevanten Effektstärken, Heileurythmie werde in den meisten Studien zusätzlich und nicht allein eingesetzt; Indikationen, Studiendesigns und Begleitbehandlungen seien recht heterogen gewesen. Trotzdem könne Heileurythmie als möglicherweise relevante Zusatzbehandlung in einem Therapiekonzept gelten, ihre spezifische Bedeutung bleibe aber zu klären; gut durchgeführte kontrollierte Studien seien dringend zu empfehlen.
Quelle
Verschiedene Erkrankungen (klinische Studien bis 2011), Anthroposophische Medizin als Gesamtsystem und ihre einzelnen Therapien
Ärztliche anthroposophische Behandlung systematische Übersicht
Aktualisierung eines Health-Technology-Assessment-Berichts von 2005 zu Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit, Inanspruchnahme und Kosten der Anthroposophischen Medizin als systematische Übersicht nach den Vorgaben des Schweizerischen Bundesamts für Gesundheit; 70 neue klinische Studien wurden gefunden. Insgesamt untersuchten 265 klinische Studien Wirksamkeit und Nutzen der Anthroposophischen Medizin: 38 randomisierte kontrollierte Studien, 36 prospektive und 49 retrospektive nicht randomisierte kontrollierte Studien sowie 90 prospektive und 52 retrospektive Studien ohne Kontrollgruppe. Untersucht wurden das anthroposophische Gesamtsystem in 38 Studien, nicht medikamentöse Therapien in 10, anthroposophische Mistelpräparate in der Krebstherapie in 133 und andere anthroposophische Arzneimitteltherapien in 84 Studien. Die meisten Studien zeigten ein positives Ergebnis für die Anthroposophische Medizin; die methodische Qualität unterschied sich erheblich, manche Studien hatten große Einschränkungen, andere waren angemessen durchgeführt, und Studien besserer Qualität zeigten weiterhin ein positives Ergebnis. Die externe Validität war meist hoch; Nebenwirkungen oder andere Risiken waren selten und wurden meist als mild oder moderat beschrieben, Studien zur Sicherheit zeigten insgesamt eine gute Verträglichkeit. Die Autorinnen und Autoren schließen, Studien unterschiedlichen Designs und unterschiedlicher Qualität bei einer Vielzahl von Erkrankungen beschrieben überwiegend gute klinische Ergebnisse für die Anthroposophische Medizin, nur geringfügige Nebenwirkungen, hohe Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten mit Ergebnissen und Sicherheit sowie vermutlich geringfügig niedrigere Kosten; weitere hochwertige Bewertungen seien wünschenswert.
Quelle
Verschiedene Indikationen und Prävention, Kaltwasseranwendungen nach Kneipp
Hydrotherapie nach Kneipp systematische Übersicht
Die Übersicht schloss 20 randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 4247 Teilnehmenden ein.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht schloss 20 randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 4247 Teilnehmenden ein. Eine Metaanalyse war wegen der hohen Heterogenität NICHT möglich; das Verzerrungsrisiko war in den meisten Bereichen unklar. Von 132 Vergleichen fielen 46 zugunsten der Hydrotherapie aus (chronische Veneninsuffizienz, Wechseljahresbeschwerden, Fieber, Kognition, emotionale Funktion, krankheitsbedingte Fehlzeiten), 81 zeigten keinen Unterschied zwischen den Gruppen und 5 fielen zugunsten der Kontrollgruppe aus. Nur die Hälfte der Studien berichtete überhaupt über Sicherheit. Der Schluss der Autorinnen und Autoren: Obwohl die randomisierten Studien zur Kneipp-Hydrotherapie bei einigen Erkrankungen und Endpunkten positive Effekte zu zeigen schienen, lasse sich ein Behandlungseffekt wegen des hohen Verzerrungsrisikos und der Heterogenität der meisten betrachteten Studien schwer feststellen; weitere Studien hoher Qualität seien dringend nötig. Die Zahl 46 zu 81 zu 5 steht hier, weil sie das Bild trägt: Der häufigste Ausgang ist „kein Unterschied“.

Quelle
Vorbeugung der Präeklampsie und ihrer Komplikationen, Knoblauch
Phytotherapie systematische Übersicht
Eine Studie mit 100 Frauen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege reichten nicht aus, um eine vermehrte Knoblauchaufnahme zur Vorbeugung der Präeklampsie und ihrer Komplikationen zu empfehlen.
Der Befund im Wortlaut

Eine Studie mit 100 Frauen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Belege reichten nicht aus, um eine vermehrte Knoblauchaufnahme zur Vorbeugung der Präeklampsie und ihrer Komplikationen zu empfehlen. Knoblauch sei zwar mit Geruch verbunden, andere, schwerwiegendere Nebenwirkungen seien aber nicht berichtet worden. Bevor Empfehlungen für die klinische Praxis gegeben werden könnten, seien weitere große randomisierte Studien zu den Wirkungen von Knoblauch nötig.

Quelle
Vorbeugung von Halsschmerzen nach Intubationsnarkose, topisch angewendetes Süßholzwurzelextrakt (Glycyrrhiza glabra)
Phytotherapie systematische Übersicht
Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 609 Patientinnen und Patienten wurden eingeschlossen.
Der Befund im Wortlaut

Fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 609 Patientinnen und Patienten wurden eingeschlossen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, im Vergleich zu einer nicht analgetischen Kontrolle sei topisch angewendetes Süßholz mit einer verringerten Häufigkeit (relatives Risiko 0,44; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,28 bis 0,69) und einem verringerten Schweregrad (standardisierte Mittelwertdifferenz -0,69; 95-Prozent-Konfidenzintervall -0,96 bis -0,43) postoperativer Halsschmerzen verbunden gewesen. Vier Studien hätten über unerwünschte Ereignisse berichtet; es habe keine bedeutsamen unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit topischem Süßholz gegeben. Die Ergebnisse von Sensitivitätsanalysen, die Studien mit hohem oder unklarem Verzerrungsrisiko ausschlossen, seien mit diesen Befunden übereinstimmend gewesen; eine Trial-Sequenzanalyse habe bestätigt, dass die Evidenz für postoperative Halsschmerzen ausreichend sei. Die präoperative topische Anwendung von Süßholz erscheine signifikant wirksamer als nicht analgetische Methoden zur Vorbeugung postoperativer Halsschmerzen.

Quelle
Vorbeugung von Zahnkaries bei Kindern, Süßholzwurzelextrakt
Phytotherapie systematische Übersicht
Aus einer ersten Suche mit 31 Studien wurden nach Sichtung von Titeln, Duplikaten, fehlenden Kenngrößen sowie Übersichts- und Fallberichten sechs Studien mit zehn Schätzwerten für die qualitative Synthese eingeschlossen.
Der Befund im Wortlaut

Aus einer ersten Suche mit 31 Studien wurden nach Sichtung von Titeln, Duplikaten, fehlenden Kenngrößen sowie Übersichts- und Fallberichten sechs Studien mit zehn Schätzwerten für die qualitative Synthese eingeschlossen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Süßholzextrakte erwiesen sich als wirksames antimikrobielles Mittel, das die Zahl der Streptococcus-mutans-Bakterien bei Kindern verringere. Seine Wirkung auf den Biofilm begrenze den pH-Abfall und verhindere so das saure Milieu, das das Kariesrisiko erhöhe. Süßholz in Form von Lutschern werde von Kindern zudem gut angenommen.

Quelle
Wechseljahresbeschwerden und Gesundheit von Frauen in den Wechseljahren, Fenchel (Foeniculum vulgare Miller)
Phytotherapie systematische Übersicht
Sieben randomisierte kontrollierte Studien zu jeder Art von Fenchelbehandlung bei Frauen in den Wechseljahren; die eingeschlossenen Studien hatten insgesamt bedenkliche Verzerrungsrisiken.
Der Befund im Wortlaut

Sieben randomisierte kontrollierte Studien zu jeder Art von Fenchelbehandlung bei Frauen in den Wechseljahren; die eingeschlossenen Studien hatten insgesamt bedenkliche Verzerrungsrisiken. Zwei Studien verglichen Fenchel mit Placebo, und die Meta-Analyse sprach für Fenchel bei der Besserung von Wechseljahresbeschwerden (145 Teilnehmerinnen; standardisierte Mittelwertdifferenz -1,32; Konfidenzintervall -1,76 bis -0,87). Andere Studien konnten keine günstigen Wirkungen von Fenchel auf Sexualfunktion, Lebensqualität und psychische Gesundheit zeigen; schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet. Ihr Schluss: Die Übersicht lege Belege dafür vor, dass Fenchel Wechseljahresbeschwerden bessere; Wirksamkeit und Sicherheit von Fenchel für die Besserung von Lebensqualität und psychischer Gesundheit blieben jedoch unklar.

Quelle
Wechseljahresbeschwerden, Traubensilberkerze-Monopräparate zum Einnehmen
Phytotherapie systematische Übersicht
Sechzehn randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 2027 Frauen in der Peri- oder Postmenopause.
Der Befund im Wortlaut

Sechzehn randomisierte kontrollierte Studien mit zusammen 2027 Frauen in der Peri- oder Postmenopause. Die Autorinnen und Autoren schreiben, derzeit gebe es keine ausreichenden Belege, die die Anwendung der Traubensilberkerze bei Wechseljahresbeschwerden stützten. Es gebe jedoch hinreichende Gründe für weitere Studien auf diesem Gebiet. Die unklare Qualität der gefundenen Studien zeige, dass die Studienmethoden besser berichtet werden müssten, insbesondere die verdeckte Gruppenzuteilung und der Umgang mit unvollständigen Endpunktdaten. Auch die Wirkung der Traubensilberkerze auf andere wichtige Endpunkte wie gesundheitsbezogene Lebensqualität, Sexualität, Knochengesundheit, nächtliches Schwitzen und Kosteneffektivität verdiene weitere Untersuchung.

Quelle
Wiederkehrende Harnwegsinfektionen (Vorbeugung mit Cranberry-Produkten)
Phytotherapie systematische Übersicht
Die fünfte Aktualisierung der Übersicht schloss 50 Studien mit 8857 Teilnehmenden ein, 26 davon neu.
Der Befund im Wortlaut

Die fünfte Aktualisierung der Übersicht schloss 50 Studien mit 8857 Teilnehmenden ein, 26 davon neu. Die Autorinnen und Autoren schreiben, Cranberry-Produkte verringerten mit moderater Vertrauenswürdigkeit das Risiko symptomatischer, kulturell bestätigter Harnwegsinfektionen (Metaanalyse über 26 Studien mit 6211 Teilnehmenden; relatives Risiko 0,70); nach Behandlungsanlass aufgeteilt verringerten sie das Risiko wahrscheinlich bei Frauen mit wiederkehrenden Infektionen (8 Studien, 1555 Teilnehmende), bei Kindern (5 Studien, 504 Teilnehmende) und bei Menschen mit erhöhter Anfälligkeit nach einem Eingriff (6 Studien, 1434 Teilnehmende), und die Daten stützten die Anwendung in diesen drei Gruppen. Bei älteren Menschen in Einrichtungen, bei Schwangeren und bei Erwachsenen mit neuromuskulärer Blasenentleerungsstörung gebe es dagegen möglicherweise wenig oder keinen Nutzen; die derzeit verfügbaren Belege stützten die Anwendung dort nicht. Gegenüber Antibiotika machten Cranberry-Produkte möglicherweise wenig oder keinen Unterschied (2 Studien, 385 Teilnehmende), gegenüber Probiotika verringerten sie das Risiko möglicherweise (3 Studien, 215 Teilnehmende); ob Saft und Tabletten oder verschiedene Dosen der Proanthocyanidine sich in der Wirksamkeit unterschieden, sei wegen sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit unklar. Die Zahl der Teilnehmenden mit Magen-Darm-Nebenwirkungen unterscheide sich wahrscheinlich nicht zwischen Cranberry-Produkten und Placebo oder keiner Behandlung (10 Studien, 2166 Teilnehmende; relatives Risiko 1,33; moderate Vertrauenswürdigkeit).

Quelle
Wundheilung (akute und chronische Wunden, Verbrennungen, Strahlendermatitis), Extrakt aus Ringelblumenblüten als alleinige Behandlung gegenüber Kontrolle
Phytotherapie systematische Übersicht
14 Studien, davon sieben Tierexperimente und sieben klinische Studien, zu Extrakt aus den Blüten von Calendula officinalis als alleiniger Behandlung gegenüber Kontrolle; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, bei akuten Wunden sei die Entzündungsphase in den mit Extrakt behandelten Gruppen schneller abgeklungen und es sei mehr Granulationsgewebe gebildet worden, übereinstimmend in fünf Tierstudien und einer randomisierten klinischen Studie. Die Studien zu chronischen Wunden seien uneinheitlich: Zwei kontrollierte klinische Studien zu venösen Ulzera hätten eine gegenüber Kontrolle verkleinerte Geschwürfläche gezeigt, eine weitere randomisierte klinische Studie keine Besserung der Heilung diabetischer Beingeschwüre in der Calendula-Gruppe. Bei Verbrennungen seien die Ergebnisse ebenfalls gemischt: Zwei Tierstudien hätten eine vorbeugende Wirkung der Gabe vor der Verbrennung gezeigt, eine randomisierte klinische Studie bei Patientinnen und Patienten mit teil- bis vollschichtigen Verbrennungen keinen Nutzen des örtlich aufgetragenen Extrakts gegenüber Kontrolle. Von zwei randomisierten klinischen Studien zur Vorbeugung der akuten Strahlendermatitis habe eine Verbesserungen gegenüber Trolamin gezeigt, die andere keine Verbesserung gegenüber einer wässrigen Gelcreme. Ihr Schluss: Tierstudien lieferten mäßige Belege für eine bessere Erholung von der Entzündungsphase und vermehrte Bildung von Granulationsgewebe unter Calendula-Extrakt; die Übersicht habe einige Belege für günstige Wirkungen des Extrakts aus Calendula officinalis auf die Wundheilung gefunden, im Einklang mit seiner Rolle in der traditionellen Medizin; nötig seien größere, gut geplante randomisierte kontrollierte Studien, die die Wirkung von Calendula auf die Wundheilung einschließlich der Komplikationen prüfen.
Quelle
Wundheilung, Centella asiatica (Asiatischer Wassernabel)
Phytotherapie systematische Übersicht
Vier klinische Studien; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Vier klinische Studien; Teilnehmerzahlen nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Die Autorinnen und Autoren berichten, zu Centella asiatica seien die Bereiche Wundkontraktion und Granulation, Heilungs- und Blutungszeit und Reepithelisierung, Schmerzwerte auf der visuellen Analogskala sowie Hautrötung und Wundaussehen untersucht worden. Ihr Schluss: Centella asiatica könne die Wundheilung durch eine verbesserte Gefäßneubildung fördern, was auf ihre anregende Wirkung auf die Bildung von Kollagen I, Fibroblasten-Wachstumsfaktor und vaskulärem endothelialem Wachstumsfaktor zurückgehen könnte; daneben habe Centella asiatica eine entzündungshemmende Wirkung gezeigt, erkennbar an der Verminderung von Interleukin-1β, Interleukin-6, Tumornekrosefaktor α, Prostaglandin E2, Cyclooxygenase-2 und Lipoxygenase-Aktivität; Trägersysteme wie die Nanoverkapselung könnten die Bioverfügbarkeit erhöhen; gleichwohl seien weitere Studien nötig, um eine Metaanalyse durchführen und die Wirkungen von Centella asiatica auf die Wundheilung und ihre einzelnen Parameter feststellen zu können. Welcher Pflanzenteil und welche Zubereitung geprüft wurden, nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.

Quelle
Zervikale Radikulopathie, verglichen mit Traktion der Halswirbelsäule
Tuina systematische Übersicht
Die Übersicht schloss fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 448 Betroffenen ein.
Der Befund im Wortlaut

Die Übersicht schloss fünf randomisierte kontrollierte Studien mit 448 Betroffenen ein. Aus drei davon errechnet sie für Tuina allein eine unmittelbare Senkung des Schmerzwertes gegenüber einer Traktion der Halswirbelsäule, aus zwei weiteren einen Vorteil von Tuina zusätzlich zur Traktion gegenüber der Traktion allein. Unerwünschte Wirkungen wurden nicht berichtet. Die Autorinnen und Autoren stufen die Evidenz, die diese Ergebnisse trägt, selbst als sehr niedrig bis niedrig ein. Ihr Schluss: Tuina allein oder zusätzlich zur Traktion könne Betroffenen mit zervikaler Radikulopathie helfen, die unterstützende Evidenz erscheine aber „allgemein schwach“; gemessen wurde nur die UNMITTELBARE Wirkung, und für künftige Studien fordern sie ausdrücklich ein niedriges Verzerrungsrisiko und eine angemessene Nachbeobachtung.

Quelle
Zervikaler Schwindel, Tuina im Vergleich zu Massage, Halswirbelsäulentraktion, Akupunktur oder Betahistin
Tuina systematische Übersicht
Neun randomisierte kontrollierte Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Der Befund im Wortlaut

Neun randomisierte kontrollierte Studien; die Zahl der Teilnehmenden nennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht. Evidenz niedriger Qualität deutete auf eine höhere Wirksamkeitsrate von Tuina gegenüber Massagetherapie (relatives Risiko 1,11; 95-Prozent-Intervall 1,05 bis 1,17) und Halswirbelsäulentraktion (relatives Risiko 1,37) hin; zwei Studien berichteten einen Vorteil gegenüber Akupunktur (relatives Risiko 1,40) oder Betahistinmesilat (relatives Risiko 1,17; 95-Prozent-Intervall 0,99 bis 1,37). Auf der Bewertungsskala für zervikalen Schwindel war Tuina der Massage überlegen (Evidenz niedriger Qualität). Unerwünschte Ereignisse waren tolerierbar. Die Autorinnen und Autoren schliessen, Tuina könnte die Wirksamkeitsrate und die Skalenwerte bei Patientinnen und Patienten mit zervikalem Schwindel verbessern; das Niveau der gesamten verfügbaren Evidenz sei jedoch niedrig, und grössere, gut geplante randomisierte Studien seien zu fördern.

Quelle
Zervixreifung und Geburtseinleitung im dritten Trimenon, Rizinusöl zum Einnehmen
Phytotherapie systematische Übersicht
Drei Studien mit 233 Frauen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die drei eingeschlossenen Studien umfassten wenige Frauen. Alle drei hätten Rizinusöl als Einzeldosis verwendet.
Der Befund im Wortlaut

Drei Studien mit 233 Frauen. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die drei eingeschlossenen Studien umfassten wenige Frauen. Alle drei hätten Rizinusöl als Einzeldosis verwendet. Wegen des Verzerrungsrisikos infolge geringer methodischer Qualität seien die Ergebnisse mit Vorsicht zu deuten. Weitere Forschung sei nötig, um zu versuchen, die Wirksamkeit von Rizinusöl zur Zervixreifung und Geburtseinleitung zu beziffern.

Quelle
Zusätzliche Cholesterinsenkung bei gleichzeitiger Einnahme von Statinen, Psyllium (Flohsamen, Flohsamenschalen)
Phytotherapie systematische Übersicht
Drei randomisierte kontrollierte klinische Studien mit einer Dauer von vier bis zwölf Wochen hätten die cholesterinsenkende Wirksamkeit von Statinen bei gleichzeitiger Einnahme von Psyllium als Ballaststoffpräparat untersucht. Die Meta-Analyse habe einen klinisch und statistisch signifikanten cholesterinsenkenden Vorteil der Kombination aus Psyllium und Statin gegenüber der alleinigen Statin-Einnahme ergeben (p = 0,001); die zusätzliche Einnahme von Psyllium habe zu einer Senkung des LDL-Cholesterins geführt, die einer Verdopplung der Statin-Dosis entsprochen habe. Die Autorinnen und Autoren schreiben, die Daten stützten, dass vor den Mahlzeiten eingenommenes Psyllium die Wirksamkeit von Statinen steigere und damit eine leicht umsetzbare Ernährungsmaßnahme für Menschen biete, die die Nebenwirkungen höher dosierter Statine nicht vertrügen. Welche Zubereitung (Flohsamen oder Flohsamenschalen) und welche Plantago-Art in den drei Studien jeweils verwendet wurde, benennt die Zusammenfassung der Übersicht nicht.
Quelle
Zyklische Mastalgie (zyklusabhängige Brustschmerzen) bei Frauen im gebärfähigen Alter, Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer)
Phytotherapie systematische Übersicht
25 Studien (17 randomisierte kontrollierte und acht nicht randomisierte Studien). In eine konservative Meta-Analyse gingen nur sechs Studien mit 718 Teilnehmerinnen ein (356 unter Vitex agnus-castus, 362 unter Placebo); sie ergab eine moderate Effektstärke zugunsten von Vitex agnus-castus gegenüber Placebo (standardisierte Mittelwertdifferenz 0,67; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,5 bis 0,85). Die übliche Dosis lag bei 20 bis 40 mg täglich über drei Monate; sieben Studien zeigten Vitex agnus-castus als nicht unterlegene Alternative zu Arzneimitteln wie Dopaminagonisten, nichtsteroidalen Antirheumatika, Serotonin-Wiederaufnahmehemmern und hormonellen Kontrazeptiva, und es wurden nur milde und reversible unerwünschte Ereignisse berichtet. Das Verzerrungsrisiko blieb in den meisten Studien wegen unzureichender Angaben unklar. Ihr Schluss: Vitex agnus-castus sei eine sichere und wirksame Behandlungsoption bei zyklischer Mastalgie; es brauche mehr hochwertige klinische Studien, um die Beleglage zu stärken.
Quelle

Nach oben